Migration auf SAP S/4 Hana

Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

Die Vorbereitungen für die Migration auf SAP S/4 Hana laufen derzeit in vielen Unternehmen auf Hochtouren, berichtet Gerd Hagmaier von der Datavard AG im Interview.

Gerd Hagmaier, Datavard AG

Gerd Hagmaier, Global Vice President S/4 und ERP-Transformation bei der Datavard AG

IT-DIRECTOR: Herr Hagmaier, inwieweit fragen deutsche Großunternehmen bei IT-Dienstleistern aktuell S/4-Hana-Kapazitäten nach?
G. Hagmaier:
Derzeit werden vor allem S/4-Hana-Kapazitäten in Form von Services stark nachgefragt. Zum einen im Bereich Analyse, um Fakten für die Auswahl des passenden Weges auf S/4 Hana zu gewinnen und zum anderen geht es um die Übernahme von ganzen Projekten.

IT-DIRECTOR: Welche S/4-Hana-Projekte sind bei größeren Firmen derzeit in der Planung und welche bereits konkret in der Umsetzung?
G. Hagmaier:
Bei uns werden vor allem zwei Projektarten angefragt: Erstens die Vorbereitung auf die Migration auf S/4 Hana. Hier geht es vor allem um Datenbereinigung und -transformation, um dann eine schlanke und schnelle Migration durchführen zu können. Zum Zweiten klassische S/4-Hana-Migrationen, bei denen die kurzen Downtime-Anforderungen herausfordernd sind und clevere Lösungen, die Abläufe automatisieren, stark gefragt sind.

IT-DIRECTOR: Worauf sollten Anwender bei der Migration von SAP-Altsystemen auf S/4 Hana besonders achten?
G. Hagmaier:
Maß halten. Viele Firmen wollen einen zu großen Bereich in nur einem S/4-Hana-Projekt abdecken: Neue Prozesse einführen, umfangreiche Datenbereinigung und komplexe Datentransformation. Technisch ist all das machbar, jedoch empfehle ich auch zu prüfen, inwieweit das die eigene IT und die Fachbereiche neben ihrem Tagesgeschäft leisten können; d.h. wie viel also auf einmal wirklich erfolgreich umgesetzt werden kann.

IT-DIRECTOR: Wie läuft derzeit Ihrer Einschätzung nach das Neukundengeschäft rund um S/4 Hana?
G. Hagmaier:
Die Definition des Projektumfangs ist zwischen den Entscheidungsträgern sehr unterschiedlich und teilweise nicht vereinbar. Es wird viel erwartet: kurze Projektlaufzeiten, minimale Kosten, maximaler Umfang.

IT-DIRECTOR: Cloud- oder On-Premise-Installation: Welche S/4-Hana-Betriebsmodelle werden bevorzugt?
G. Hagmaier:
Die Nachfragen sind bei uns aktuell nahezu ausschließlich auf die On-Premise Lösung der SAP konzentriert, unabhängig, ob im eigenen oder fremden Datencenter.

IT-DIRECTOR: Was sind gemäß Ihrer Projekterfahrung die häufigsten Stolpersteine bei der Einführung von S/4 Hana?
G. Hagmaier:
Eine zentrale Fragestellung ist, wie ein Business Case gerechnet werden kann, der technisch und prozessseitig standhalten kann, da die Hardware-Kosten doch sehr dominant sind.

IT-DIRECTOR: Inwieweit lässt sich ein Trend hinsichtlich der Kundenbasis erkennen?
G. Hagmaier:
Aktuell nimmt die Zahl der Großunternehmen massiv zu. Und damit auch die Umstellung von sehr heterogenen Systemlandschaften und Systemen mit Datenbankgrößen von fünf Terabyte und deutlich darüber.

IT-DIRECTOR: Wie ist es im IT-Dienstleistungsbereich um S/4-Hana-Spezialisten bestellt?
G. Hagmaier:
Die Anzahl der S/4-Spezialisten nimmt zu, jedoch stehen diese nicht immer dem Arbeitsmarkt zur Verfügung, da sie innerhalb der Unternehmen ausgebildet und dort auch gehalten werden. Anwendungsberater und Migrationsexperten werden aktuell stark nachgefragt.



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