Facebook-Skandal: Unerlaubte Datennutzung

Zuckerberg will im US-Kongress aussagen

Im Skandal um den Missbrauch der Daten von Millionen Facebook-Nutzern plant Unternehmenschef Mark Zuckerberg Medienberichten zufolge eine Aussage im US-Kongress.

Mark Zuckerberg, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook ((Foto: Jeff Roberson/AP))

Mark Zuckerberg, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Facebook ((Foto: Jeff Roberson/AP))

Facebook arbeitete derzeit an einer Strategie für den Auftritt des 33-Jährigen, berichtete der Sender CNN am Dienstag. In der New York Times hieß es, Zuckerberg werde im April vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses erscheinen. Der Auftritt würde auf enormen Druck folgen, dem Facebook international ausgesetzt ist. Am Mittwoch kündigte auch das US-Magazin Playboy an, seinen Account auf der Plattform zu deaktivieren.

Facebook verkündete am Mittwoch, die Datenverwaltung für Nutzer werde vereinfacht. Hintergrund der seit Monaten vorbereiteten Änderungen ist aber nicht der aktuelle Skandal, sondern die ab Ende Mai geltende EU-Datenschutz-Ggrundverordnung. User könnten künftig einfacher ihre Daten einsehen und löschen, hieß es. Zudem werde es möglich sein, sämtliche Daten und bei Facebook hochgeladene Inhalte in Formaten herunterzuladen, mit denen sie zu einem anderen Dienst verlagert werden können. Insgesamt soll es leichter werden, bisher oft verstreute Datenschutzeinstellungen an einem Ort zu finden.

„Die vergangene Woche hat uns gezeigt, wie viel mehr wir noch daran arbeiten müssen, unsere Regeln durchzusetzen und den Menschen zu helfen, zu verstehen, wie Facebook funktioniert und welche Optionen sie im Umgang mit ihren Daten haben“, schrieb die zuständige Facebook-Managerin Erin Egan und schlug damit eine Brücke zur aktuellen Situation.

Vor eineinhalb Wochen war bekanntgeworden, dass sich die dubiose Datenanalysefirma Cambridge Analytica unerlaubt Zugang zu Daten von Millionen Facebook-Profilen verschafft hatte. Bis zu 50 Millionen Nutzer sollen von dem Leck betroffen gewesen sein. Der Konzern war im Zuge des Skandals mächtig ins Schlingern geraten. Der Börsenwert des Unternehmens sank seit Bekanntwerden der Affäre vor eineinhalb Wochen um rund 80 Mrd. Dollar (65 Mrd. Euro).

Mehrere Unternehmen verließen das Netzwerk oder stellten wie der Firefox-Entwickler Mozilla und der Lautsprecheranbieter Sonos die Werbung bei Facebook ein. So ließ der Chef des Elektroautoherstellers Tesla und der Raumfahrtfirma SpaceX, Elon Musk, die Unternehmensseiten entfernen. Playboy zog am Mittwoch nach. Kreativchef Cooper Hefner, Sohn des Playboy-Gründers Hugh Hefner verkündete auf Twitter, dass sich das Magazin mit seinen 25 Millionen Fans von Facebook zurückziehe. Die deutsche Seite des Magazins war zunächst weiter erreichbar. Die Entwicklungen rund um den Schutz der Nutzerdaten verfolge man mit großer Sorge und man werde den weiteren Verlauf beobachten, sagte Chefredakteur Florian Boitin in München.

dpa/ls

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