Fußballclubs im Wandel

1. FC Köln bleibt mit digitalen Angeboten am Ball

„Spürbar anders“ lautet der Vereinsslogan des 1. FC Köln – inzwischen ist der Fußballclub in vielen Bereichen auch spürbar digitalisiert. Im Interview spricht FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle über den Verein als mittelständisches Unternehmen – und wie die Digitalisierung den Sportclub voranbringen kann.

  • Fußball Freistoß Fußballclub

    Die Digitalisierung spielt eine große Rolle, daher beschäftigt sich der 1. FC Köln schon lange mit diesem Thema.

  • Alexander Wehrle, Geschäftsführer beim 1. FC Köln

    Alexander Wehrle, Geschäftsführer beim 1. FC Köln, skizziert im Interview wie die Digitalisierung Sportvereine künftig voranbringen kann.

  • Veranstaltung Digitalisierung on tour

    Digitalisierung on tour – sechs regionale Netzwerk-Events der Telekom Deutschland. Eine Plattform, auf der sich die Teilnehmer austauschen, Kontakte knüpfen und von digitalen Vorbildern lernen können.

ITM: Herr Wehrle, fernab der aktuellen sportlichen Talfahrt hat sich der 1. FC Köln in anderen Bereichen im oberen Drittel der Bundesliga etabliert. 2017 knackte der Club z. B. die Marke von 100.000 Mitgliedern. Wie ist dieser Erfolg zu erklären?
Alexander Wehrle:
Der Kölner ist leidensfähig und steht auch in schweren Zeiten immer hinter dem FC, etwa wenn es wie dieses Jahr um den Abstieg in die Zweite Bundesliga geht. Aber das ist nicht alles: Besonders bei der Mitgliedergewinnung haben wir alles darangesetzt, analoge durch digitale Prozesse zu ersetzen. Unsere Fans können ihren Mitgliedsantrag heute auch über unsere Website, über Social-Media-Kanäle und künftig vermutlich sogar per Whatsapp stellen.

ITM: Die Digitalisierung gewinnt also auch bei Sportvereinen an Bedeutung …
Wehrle:
Bei einem Fußballclub sind die Dinge nicht anders gelagert als in einem mittelständischen Unternehmen: Die Digitalisierung spielt eine große Rolle, daher beschäftigt sich der 1. FC Köln schon lange mit diesem Thema. Als Verein müssen wir das veränderte Kommunikationsverhalten unserer Fans berücksichtigen und unsere Unternehmenskultur anpassen, um neue Zielgruppen zu erreichen.

ITM: In der Bundesliga basieren Trainingspläne schon heute auf modernen Datenanalysen – Pässe, Sprints und jede Bewegung eines Spielers lassen sich erfassen. Welche digitalen Tools setzen Sie noch ein?
Wehrle:
Die Bandbreite ist groß. Das reicht von unserer FC-App, mit der Fans im Stadion Speisen und Getränke mit ihrem Smartphone bezahlen können, bis hin zu Customer-Relationship-Management-Systemen (CRM). Damit erfassen wir beispielsweise, wer eine Dauerkarte besitzt oder häufig Merchandising-Artikel kauft – und gleichen diese Informationen mit unserer Mitgliederdatenbank ab. Ist der Fan da nicht dabei, können wir ihm ein gezieltes Angebot für eine Mitgliedschaft unterbreiten.

ITM: Was erwarten Sie sich von Angeboten wie Sporttotal.tv, einem Streaming-Anbieter von Amateurfußball (siehe Kasten)?
Wehrle:
Digitale Angebote helfen den Vereinen, bei der digitalen Generation am Ball zu bleiben. Denn in der jüngeren Zielgruppe konkurriert der Fußball künftig verstärkt mit anderen Unterhaltungsangeboten wie Netflix oder auch E-Sports. Durch die strategische Partnerschaft mit dem E-Sport-Traditionsteam SK Gaming versprechen wir uns z. B. neue Möglichkeiten der Internationalisierung.

Für ein Unternehmen wie den 1. FC Köln gilt es, den Spagat zwischen regional und international zu meistern. Das Angebot von Sporttotal.tv bietet dem ungemein wichtigen Amateurfußball eine tolle Bühne – und sorgt dafür, dass Menschen die Spiele ihres Heimatvereins sehen können. Oder eben auch die Heimspiele der U21 des 1. FC Köln in der Regionalliga West und der FC-Frauen in der Bundesliga, die sonst leider weniger mediale Aufmerksamkeit erfahren.

Digitalisierung on tour

Auf der Veranstaltung „Digitalwest“ in Köln präsentierte Peter Lauterbach, CEO der Sporttotal AG, sein innovatives Geschäftsmodell. Die Veranstaltung vergangenen März war der erste der sechs regionalen Netzwerk-Events der Telekom Deutschland, einer Plattform, auf der sich die Teilnehmer austauschen, Kontakte knüpfen und von digitalen Vorbildern lernen können.

Am 3. Mai fand die „Digital-southwest“ in Stuttgart statt. Weiter ging es u. a. mit der „Digitalnorth“ am 29. Mai in Hamburg. Es folgen die „Digitaleast“ in Berlin am 5. Juni und am 12. Juni die „Digitalmidwest“ in Frankfurt.
telekom.de/digitale-zukunft

Bildquelle: Thinkstock/iStock/Telekom

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