Deutscher IT-Leiter-Kongress 2018

Branchentreff der IT-Leiter

Vom 17. bis 19. September 2018 fand in Düsseldorf die Premiere des Deutschen IT-Leiter-Kongresses (DILK) statt. Im Mittelpunkt standen sowohl aktuelle Informationstechnologien als auch effektive Managementtechniken.

  • Besucher beim Deutschen IT-Leiter-Kongress.

    Viel los: Der Kongress wurde von zahlreichen Gästen aus den unerschiedlichsten IT-Branchen besucht.

  • Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar bei einem Vortrag im Rahmen des DILK.

    Deutschlands bekanntester Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar sprach über den Wandel in der IT-Branche.

  • Silicon-Valley-Experte Tom Oliver im Vortrag

    Silicon-Valley-Experte Tom Oliver im Vortrag.

Über 1.300 IT-Verantwortliche besuchten den Kongress des Veranstalters Wolters Kluwer Deutschland. Dabei wurden technologische Fragen beispielsweise rund um Big-Data-Analysen, Chatbots, KI oder Internet of Things (IoT)  genauso beantwortet wie Fragen zu Management- und Organisationsthemen. Dazu zählten auch Themen wie die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die Rekrutierung von Fachkräften oder das Change Management.

Eröffnet wurde der Kongress von dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar. Der Spezialist für KI skizzierte den aktuellen Stand der Digitalisierung und gab einen Ausblick auf künftige Entwicklungen. Dabei dürften die Verantwortlichen die Digitalisierung nicht unterschätzen. Denn ähnlich wie vor 20 Jahren beim Internet werde sich die Zeit nicht zurückdrehen lassen und maschinelles Lernen oder KI in Zukunft eine zunehmend wichtige Rolle spielen, glaubt Yogeshwar. Gleichzeitig warnt er davor, dass Deutschland den Anschluss verpasse. Auch, da man in einer europäischen Rangliste hinsichtlich des Digitalisierungsgrads mit Platz 21 eher auf den hinteren Plätzen zu finden ist. Im Zuge eines Kulturwandels muss es Deutschland gelingen, den „digitalen Analphabetismus“ zu überwinden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Vor diesem Hintergrund stehen sowohl die Unternehmen als auch die Gesellschaft vor der großen Aufgabe, sich entsprechend aufzustellen. Ranga Yogeshwar rät im gesellschaftlichen Kontext dazu, die MINT-Fächer zu fördern. Damit könnte man den aktuellen IT-Fachkräftemangel eindämmen und künftig auf die Rekrutierung von Spezialisten im Ausland verzichten. Darüber hinaus könnte in immer mehr Unternehmen die Position des Chief Digital Officers (CDO) etabliert werden, der hinsichtlich der Digitalisierung alle Fäden in den Händen halten sollte. In enger Abstimmung mit der IT-Abteilung und der Fach- sowie Managementebene eruiert der CDO, welche Projekte die größten Erfolgschancen versprechen. Zudem legt das Triumvirat klar fest, welche Investitionssummen für Digitalisierungsvorhaben zur Verfügung stehen.

Cyberkriminellen auf die Finger schauen

Nach dem Eröffnungsvortrag starteten zahlreiche Vorträge und Praxisforen. So beleuchtete Prof. Dr. Sebastian Schinzel von der FH Münster die Motive von Hackern. Dabei spielen finanzielle Vorteilsnahmen ebenso eine Rolle wie etwa politische oder private Beweggründe.

Als Einfallstore erweisen sich momentan insbesondere IoT-Geräte, deren offene IP-Ports über das Internet angegriffen werden können. In der Regel erfolgen die Einbrüche unkompliziert über ungepatchte Linux-Systeme. Zudem lassen sich über kleine, selbstentwickelte Programme im Web befindliche einschlägige Datenbanken durchsuchen, um an Benutzernamen und Passwörter für IoT-Geräte zu gelangen. Unter der Webadresse www.insecam.org werden tagesaktuell weltweit offene IP-Ports von Webcams öffentlich zur Schau gestellt.

Vielfältige Bedrohungen gehen derzeit auch von Verschlüsselungstrojanern aus. Mittlerweile wird die Malware von Cyberkriminellen genutzt, um weltweit insbesondere Logistik- und Gesundheitsorganisationen zu infiltrieren. In letzteren sind dabei etwa bildgebende Systeme besonders gefährdet.

Das bringt die Blockchain

In einem anderen Vortrag vermittelte das Blockchain Center der Frankfurt Business School grundlegendes Wissen über die dezentrale Datenbanktechnologie und zeigte Praxisbeispiele auf. Zu den Vorteilen der Blockchain zähle beispielsweise, dass jeder Nutzer daran teilnehmen könne. Da die Technologie auf Open Source basiert, gilt sie als politisch unabhängig und über alle Ländergrenzen hinweg verfügbar. Darüber hinaus sei die Blockchain aufgrund ihrer starken Verschlüsselung bis dato nicht manipulierbar. Ändern könnte sich dies etwa, wenn im Rahmen der Weiterentwicklung von Quantencomputing die bislang verwendeten kryptographischen Techniken geknackt werden könnten.

Neben den Vorteilen wurde in dem Vortrag auch auf die Risiken hingewiesen. Bislang ist rechtlich nicht klar geregelt, wem die in öffentlichen Blockchains befindlichen Daten gehören. Außerdem ist die Blockchain vielerorts nicht als Beweismittel vor Gericht zulässig. Auch geht die Angst um, das ganze System könne irgendwann implodieren. Denn wenn immer mehr verschlüsselte Daten in der Blockchain hinterlegt werden, werden die Archiv- und Speichergrenzen irgendwann erreicht. Auch das „Schürfen“ digitaler Währungen verbraucht enorm viel Energie.

Der nächste Termin steht

In Düsseldorf wurde auch der Termin für den nächsten Deutschen IT-Leiter-Kongress bekanntgegeben: Er findet vom 28. bis 30. Oktober 2019 erneut in der Rheinmetropole statt. Als prominenten Redner konnte der Veranstalter Wolters Kluwer bereits Oliver Kahn gewinnen, der seinen Vortrag unter das Motto „Eier, wir brauchen Eier! Wie Sie Ihr IT-Team zu Spitzenleistungen führen“ stellt. Zu den weiteren über 80 geplanten Top-Referenten zählen die ehemalige Weltklasseschwimmerin Franziska van Almsick, der Pionier der Künstlichen Intelligenz Chris Boos oder der Bestsellerautor Frank Schätzing und viele mehr. 

Deutscher IT-Leiter-Kongress (DILK)
Termin: 28. bis 30. Oktober 2019  |  Ort: Düsseldorf
Veranstalter: Wolters Kluwer Deutschland
www.deutscher-it-leiterkongress.de

Bildquelle: Deutscher IT-Leiter-Kongress

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