Hybride Cloud-Lösungen

Das Beste aus zwei Welten

Auch wenn Cloud Computing im Business-Intelligence-Bereich (BI) im Trend liegt, stehen viele Mittelständler der Cloud nach wie vor skeptisch gegenüber und halten an lokalen BI-Lösungen fest. Beide Welten bieten letztlich Vorteile. Was können die Unternehmen also tun?

Eine Planetenkonstellation im Weltall

Mit einem hybriden Lösungsansatz können Mittelständler sowohl die Vorteile der Cloud als auch von On-Premise-Anwendungen nutzen.

Folgt man der Argumentation von Software-Anbietern, könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Cloud ausschließlich Vorteile bietet. Die Versprechen lauten: Cloud-Lösungen sind grundsätzlich günstiger als On Premise. Nutzer können problemlos von überall auf sie zugreifen. Sie sind flexibler und skalierbarer in der Handhabung und Self-Service für den Fachanwender gibt es sowieso nur aus der „Wolke“. Doch gerade bei Cloud-Services müssen Unternehmen genau hinschauen und wichtige Kernfragen vorab beantworten.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Am präsentesten ist nach wie vor die Frage der Datensicherheit: Cloud-Betreiber treffen heutzutage zwar viele Vorkehrungen, dennoch sind Cloud-Services nach wie vor das Angriffsziel Nummer 1 von Hackern. Eine in der öffentlichen Wahrnehmung nicht sehr präsente, im Zuge der DSGVO aber immer größer werdende Herausforderung für Unternehmen, ist die Data Compliance: Gerade Mittelständler arbeiten oft als Lieferanten und mit Partnern zusammen. In vielen Bereichen müssen sie genau nachweisen, wo sich ihre Daten aktuell befinden. Bei Public-Cloud-Anwendungen ist dies technisch oft sehr aufwendig oder teilweise gar nicht leistbar.

„Die“ Cloud gibt es nicht

Zusätzlich zu Sicherheits- und Compliance-Bedenken müssen sich Mittelständler mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der Cloud auseinandersetzen. Neben den Betriebsarten Private, Public oder Hybrid lassen sich Cloud-Services zudem in IaaS-, PaaS- oder SaaS-Angebote einteilen. Die mit den meisten Marketing-Versprechen garnierte Endausbaustufe sind SaaS-Lösungen. Sie werben mit nahezu keinem Einführungsaufwand, Plug-and-Play-Betrieb und grenzenloser bzw. passgenauer Skalierbarkeit.

Doch gerade im Vergleich mit SaaS haben On-Premise-Lösungen Vorteile: So lassen sie sich besser an individuelle Anforderungen anpassen als der „One Size Fits All“-Ansatz von SaaS-Services. Zudem ist das Unternehmen nicht davon abhängig, dass der Provider ausreichend Bandbreite bereitstellt oder die Ausfallsicherheit garantiert. Auch Self-Service ist On Premise natürlich möglich, da es sich hierbei um ein reines UX-Konzept handelt und keiner bestimmten Betriebsart unterworfen ist. Und schlussendlich sind vielen Mittelständlern einmalige Anschaffungs- und Implementierungskosten lieber als monatliche Gebühren.

Die Mischung macht’s

Die Frage, ob On Premise oder Cloud besser geeignet ist, ist letztlich eine individuelle Entscheidung und hängt von vielen Faktoren ab: von der Art des Geschäftsmodells, der Branche, dem Sicherheitsbedürfnis und den zu verarbeitenden Daten – und nicht zuletzt vom Anwendungsfall. In Sachen Business Intelligence muss jedoch niemand eine Entweder-Oder-Entscheidung treffen. Denn mit hybriden Lösungsansätzen lassen sich Cloud-Services und stationäre IT-Infrastrukturen je nach Anforderungen und Einsatzgebiet kombinieren. Unternehmen können so ihren individuellen Mix aus Sicherheit und Flexibilität zusammenstellen: Sensible Informationen verbleiben im eigenen Rechenzentrum. Für Marketing-Daten, die bereits in der Cloud entstehen, eignet sich die Public Cloud aber genauso gut. Auch Entwicklungs- und Testsysteme kommen idealerweise aus der Public Cloud, da ohne großen Aufwand unterschiedliche Hard- und Software-Kombinationen getestet werden können. Geht es um die Betriebsarten in der Cloud, bietet sich IaaS beispielsweise bei Anforderungen an flexibel skalierbare Performance-Ansprüche für BI-Anwendungen aus den Bereichen Big Data Analytics oder Machine Learning an. Mit PaaS können Entwickler u.a. BI-Testszenarien beschleunigen. Und SaaS-Anwendungen eignen sich vorwiegend dann, wenn Standard-BI-Features für die Nutzer ausreichen.

Mit einem hybriden Lösungsansatz können Mittelständler die Vorteile der Cloud sowie von On-Premise-Anwendungen nutzen. Und bei Datensicherheit und Compliance gehen sie weniger Risiken ein. Die Frage sollte also nicht lauten: Cloud oder On Premise? Sondern: Was soll in die Cloud und was nicht? Es gilt, redundante Datenhaltung zu vermeiden und nicht unnötig Upload zwischen den beiden Paradigmen zu verursachen.

Egal, welche Hybrid-Kombination dann zum Einsatz kommt: Laut BI-Experte Cubeware gilt es immer, einige Voraussetzungen für Business Intelligence zu schaffen, denn Datenmanagement und -modellierung, Data Governance und Distribution müssen funktionieren. Nur wer über konsistente und qualitative Daten verfügt, kann moderne Analysemethoden und -Tools sinnvoll anwenden.

Bildquelle: Getty Images Plus/iStock

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok