Nachhaltigkeit und Breitbandausbau

„Der Glasfaserausbau ist ein entscheidender Faktor“

Ralf Klotzbücher, nach einer Umfirmierung im Oktober jetzt Vice President Sales und Marketing Europa der Dätwyler IT Infra, erklärt im Interview, warum Glasfaserausbau ein entscheidender Faktor bei der Reduzierung von Umweltwirkungen sein kann.

„Der Glasfaserausbau ist ein entscheidender Faktor“

Ralf Klotzbücher von Dätwyler IT Infra plädiert für den schnellen Glasfaserausbau, um den Digitalisierungsschub zu unterstützen.

ITM: Herr Klotzbücher, Nachhaltigkeit ist das „Buzzword“ der vergangenen Jahre und es zieht mehr und mehr in Unternehmen ein. Wie stellt sich die Dätwyler IT Infra diesbezüglich auf?
Ralf Klotzbücher: Nachhaltigkeit meint die balancierte Wahrnehmung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Verantwortung. Für uns ist Nachhaltigkeit eine wichtige strategische Zielsetzung und wird von der Produktentwicklung über die Kundenbetreuung, Mitarbeitereinbindung und Produktion bis zum gesellschaftlichen Engagement gelebt. Darum wenden wir in der Berichterstattung zur Nachhaltigkeit seit 2008 die freiwilligen Standards der Global-Reporting-Initiative (GRI) an. Die Umsetzung dieser freiwilligen Richtlinien wurde von der GRI geprüft und anerkannt. 

ITM: Das Umweltbundesamt hat Handlungsempfehlungen als Ergebnisse des Forschungsprojektes „Green Cloud Computing“ herausgegeben. Was sind aus Ihrer Sicht die Lösungen, um die Umweltwirkungen digitaler Infrastrukturen zu reduzieren?
Klotzbücher: Wie die Ergebnisse belegen, ist der Glasfaserausbau ein entscheidender Faktor bei der Reduzierung von Umweltwirkungen. Für den Auf- und Ausbau von Glasfaserbreitbandnetzen bis in die Gebäude und die Wohnungen sind flexible und wirtschaftliche Infrastrukturlösungen notwendig. Als Hersteller und Anbieter von IT-Infrastrukturlösungen bieten wir hierfür Produktlösungen und Services an. Durch Kooperation zwischen Netzbetreibern und Infrastrukturanbietern sowie Produktlösungen, die den begrenzten Raum in den Rohren optimal nutzen, können Glasfaserprojekte kostengünstig umgesetzt werden. Auch müssen Rechenzentren energetisch und klimatechnisch nicht gleich auf den Vollausbau, sondern möglichst modular ausgelegt werden, also angepasst an den kurz- und mittelfristigen Bedarf. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Die Pandemie hat der Digitalisierung einen deutlichen Schub gegeben. Wie kann dieser Digitalisierungsschub mit Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden?
Klotzbücher: Aktuelle Forschungen machen deutlich, dass Glasfasern bis zu fünfmal energieeffizienter sind als Kupferleiter. Zudem ermöglichen Glasfasernetze die kürzesten Latenzzeiten und schaffen so die Möglichkeit, Rechenleistung sehr effektiv in größeren Rechenzentren zu aggregieren. Wir plädieren daher für den schnellen Glasfaserausbau, um den Digitalisierungsschub zu unterstützen. Unternehmen, die heute 5G-Campus-Netze und Edge-Computing-Strategien planen, brauchen zwingend breitbandige Glasfaserverbindungen mit Übertragungsraten im Gigabit-Bereich, um die anschwellende Datenflut bewältigen zu können. Allerdings steckt der Breitbandausbau noch in den Kinderschuhen. In Deutschland können Ende 2020 4,75 Millionen Haushalte auf Glasfaser zurückgreifen, so die aktuelle Marktübersicht des FTTH Council Europe. 

Bildquelle: Dätwyler IT Infra

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