Sechs Tipps für die Umsetzung

DevOps im Mittelstand etablieren

DevOps sind in der IT-Welt nichts Neues, wobei sich bei der Umsetzung dennoch viele sehr schwertun. Die Gründe dafür sind unter-schiedlich. Beherzigen Mittelständler sechs Tipps, können sie DevOps erfolgreich im Unternehmen etablieren.

Teamarbeit an einem Konferenztisch

Die Einführung von DevOps stellt für viele noch eine große Herausforderung dar.

Entwicklung und Betrieb arbeiten strikt getrennt voneinander, das macht IT-Projekte häufig träge und fehleranfällig – ein klassisches Dilemma, in dem sich aktuell viele mittelständische Unternehmen befinden. DevOps heißt der Ansatz, mit dem Firmen agiler werden möchten und versuchen, dem wachsenden Wettbewerb standzuhalten. Verständlich, schließlich zwingen sie immer kürzere Innovationszyklen und steigender Druck durch Konkurrenz agiler Start-ups dazu, sich beweglicher aufzustellen. Doch die Einführung von DevOps stellt für viele noch eine große Herausforderung dar.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2018. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Oft haben gerade etablierte Mittelständler, die schon viele Jahre am Markt sind, große Schwierigkeiten mit der Einführung von DevOps. Denn dort bewegen sich Mitarbeiter umso stärker auf ausgetretenen Pfaden, sprich sie handeln nach alten Mustern, stets getrennt voneinander. Wie also können mittelständische Unternehmen dem entgegenwirken, ohne auf heftigen Gegenwind zu stoßen?

Tipp 1: Alte Zöpfe abschlagen

Es gilt, fest etablierte und damit verkrustete Strukturen aufzubrechen; sowohl virtuelle als auch physische. Wie das gelingt? Indem Mittelständler beispielsweise Datensilos abschaffen oder Wände einreißen: Wo früher Entwicklung und IT-Betrieb auch räumlich getrennt handelten, kann es heute im Sinne einer DevOps-Kultur sinnvoll sein, auch diese Mauern abzubrechen, um die Kommunikation zu fördern. Mitunter genügt dies alles nicht, um eingefahrene Verhaltensmuster zu verändern. Ein Vermittler kann helfen: ein Mediator, der dabei unterstützt, die neue DevOps-Kultur nachhaltig im Unternehmen voranzutreiben und die einst getrennten Lager Dev und Ops zu verbinden. Wie das beispielsweise gelingt? Indem Abstimmungsmeetings auch tatsächlich regelmäßig stattfinden – und nicht aus dem Ruder laufen, weil die Beteiligten kein Ende finden.

Tipp 2: Kulturwandel ganzheitlich angehen

DevOps ist keine Technologie, sondern eine Haltung. Daher bedarf es eines Kulturwandels, der von der Geschäftsleitung vorgelebt wird. Aber DevOps ist nicht applizierbar. Druck von oben genügt also nie, um den Wandel ganzheitlich voranzutreiben. Er muss auch auf Teamebene gelebt werden. Hilfreich ist es, etwa mit kleinen Praxisprojekten zu starten, die den Teams unmittelbar die Vorteile der agilen Arbeitsweise vor Augen führen. So lassen sich dann beispielsweise Multiplikatoren im eigenen Unternehmen auch leichter für das Thema gewinnen.

Tipp 3: Multi-Cloud-Projekte vorantreiben

Mittelständler können zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem sie Multi-Cloud-Projekte angehen. Denn die Nutzung mehrerer Cloud-Dienste unterschiedlicher Hersteller über verschiedene Verfügbarkeitszonen hinweg liegt derzeit im Trend. „DevOps eignet sich dafür optimal, denn das Management komplexer Multi-Cloud-Strukturen ist nur mit einer derartig agilen Arbeitsweise möglich. Wer die Multi-Cloud ins Unternehmen holt, führt daher praktisch automatisch DevOps-Strukturen ein“, erklärt Norman Merten, Innovation Architect bei der QSC AG. Wer dafür (noch) nicht über die entsprechenden Kompetenzen verfügt, kann externe Spezialisten beauftragen.

Tipp 4: Gemeinsame Ziele definieren

Alle Beteiligten müssen auf dasselbe Ziel hinarbeiten – und dieses auch kennen. Das mag selbstverständlich klingen, ist es aber nicht. Denn bei vielen Unternehmen gilt es noch immer als effizienter, einzelne Mitarbeiter nur so weit zu informieren, wie es für ihren Projektteil notwendig erscheint. Das ist einer der wichtigsten Gründe, weshalb Dev und Ops aktuell noch oft aneinander vorbeiarbeiten. Wer DevOps lebt, braucht ein gemeinsames Zielbild.

Tipp 5: Veränderung dokumentieren

Ein wesentlicher Bestandteil der DevOps-Kultur besteht in der Erfolgsmessung. Dabei geht es nicht darum, den Einzelnen bloßzustellen, sondern um Transparenz: Nur wenn alle sich im Klaren sind, wo sie gerade stehen, können sie auf sich verändernde Umstände entsprechend reagieren und handeln.

Tipp 6: Fehlerkultur prüfen

Die Erfahrung zeigt: Wer Fehler bestraft, verliert. Besonders mittelständische Traditionsunternehmen, in denen eine Null-Fehler-Toleranz als Qualitätsmerkmal gilt, müssen umdenken. „Immer nur alles richtig machen zu wollen, erweist sich in IT-Projekten oft als kontraproduktiv. Weil dadurch jeder an den Pranger gestellt wird, der Fehler begeht. Am Ende werden Pannen vertuscht – anstatt daraus zu lernen. Weiterentwickeln, optimieren und verbessern sind die essentiellen Bestandteile einer erfolgreichen DevOps-Kultur“, so Merten.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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