Ideenmanagement

Einfälle diskutieren und bewerten

Auf Inspiration warten? Lieber nicht. Unternehmen sollten systematisch vorgehen. Teil 2 einer Artikelreihe über Innovation, die lockerer Folge erscheint.

Es gilt die 90:9:1-Regel: Von 100 Einfällen sind 90 unbrauchbar, neun gute scheitern und nur einer wird ein echter Erfolg. Genau diese eine wirklich gute Idee gilt es zu entdecken. Leider geht das nur durch Überschussproduktion: Damit ein Unternehmen innovativ ist, muss es so viele Produktkonzepte und Projektvorschläge wie möglich erzeugen.

Doch woher kommen die Einfälle? Eine gute Quelle für Ideen sind die Mitarbeiter. Das eigene Personal kennt das Unternehmen besser als jemand sonst. Vor allem Mitarbeiter mit sehr viel Kundenkontakt wissen genau, wo der Schuh drückt, was in den Produkten noch fehlt und welche Neuerung ankommt.

Doch in vielen Unternehmen verschweigen Mitarbeiter ihre Ideen, weil Eigeninitiative nicht gefragt ist und Vorschläge in den Mühlen der internen Bürokratie zermahlen werden. Dabei gibt es ein recht einfaches Hilfsmittel, mit dem Mitarbeiter zu Ideengebern werden können: Software für Ideen- und Innovationsmanagement.

Erfolg dank guter Rahmenbedingungen

Allerdings müssen die Rahmenbedingungen stimmen. So sollte das Ideenmanagement unabhängig von den sonstigen Prozessstrukturen im Unternehmen sein. Niemand sollte in die Verlegenheit kommen, mit einer Idee ausgerechnet bei seinem Chef zu scheitern. Und niemand sollte verblüfft feststellen müssen, dass die Idee vom Chef als eigene ausgegeben wird.

Wichtig ist also einerseits eine unabhängige Bewertung von Ideen durch ein neutrales Gremium. Andererseits sollte der Ideengeber auch von einer erfolgreichen Idee profitieren können, zum Beispiel durch Reputation, aber auch durch Prämien.

Wenn diese Rahmenbedingungen verwirklicht sind, kann ein systematisches Vorgehen sehr ertragreich sein. „Die finanziell erfolgreichsten und die innovativsten Unternehmen setzen Software für Ideenmanagement und Innovationsmanagement ein“, meint Unternehmensberater Jürgen H. Stäudtner von der Cridon GmbH.

In einer ausführlichen Studie hat er 123 Anbieter von einschlägiger Software bewertet. Sie unterscheidet sich positiv von anderen Studien über diese Software-Gattung, da sie einen ganzheitlichen Blick auf das Thema wirft. Dabei geht sie weit über das eingeschränkte Verständnis von Ideenmanagement in Deutschland hinaus.

Ideenmanagement mit Collaboration-Funktionen

Hierzulande stehen eher eine Art Ideenbuchhaltung und die Berechnung von Prämien im Vordergrund. Doch im internationalen Verständnis ist Ideenmanagement weit mehr. Viele Software-Werkzeuge können auch andere Prozesse wie Kaizen, Kanban oder Open Innovation integrieren.

Außerdem nutzen sie moderne Collaboration-Funktionen. Mit ihnen werden Ideen nicht nur verwaltet, sondern auch kommentiert, diskutiert und kontinuierlich verbessert. Darüber hinaus kann der Social-Aspekt der Lösungen auch genutzt werden, um die Ideen nicht von einem Gremium, sondern von allen Mitarbeitern oder sogar von den Kunden bewerten zu lassen.

Jedoch: „Neue Software alleine behebt Probleme meistens nicht. Sie hilft nur dabei, Schmerzen zu lindern“, betont der Innovationsexperte Stäudtner. Das Verständnis von Ideen, Kreativität und Kommunikation müsse sich ändern. So hat es sich nach seinen Erfahrungen bewährt, den Einsatz von Ideenmanagement-Software durch „Change-Prozesse“ zu begleiten.

Die Einführung eines Ideenmanagement erfordert gleichzeitig auch die Etablierung neuer Vorgehensweisen, die in der Anfangszeit noch neu und ungewohnt sind. Stäudtner: „Deshalb ist Change Management notwendige Voraussetzung für die Umrüstung des Ideenmanagements.“

Hier geht es zu Teil 1 unserer Serie über Innovation

Bildquelle: Thinkstock

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