Paydirekt kommt

Einheitlicher Bezahldienst der Banken

Paydirekt ist der Versuch deutscher Banken und Sparkassen ein institutsübergreifendes Online-Bezahlverfahren zu etablieren. Im Interview berichtet Geschäftsführer Niklas Bartelt wie es um die flächendeckende Verbreitung steht.

Niklas Bartelt, Paydirekt

Geschäftsführer Niklas Bartelt berichtet über die flächendeckende Verbreitung von Paydirekt.

ITM: Herr Bartelt, bitte erklären Sie uns kurz, wie Paydirekt funktioniert.
Dr. Niklas Bartelt:
Denkbar einfach. Der Verbraucher registriert sich im Online-Banking seiner Bank, vergibt Nutzernamen und Passwort und bestätigen die Eingabe einmalig mit seinem üblichen Pin/Tan-Verfahren. Im Anschluss lässt sich ganz einfach mit Nutzername und Passwort bezahlen. Großer Vorteil dabei: Die Daten, z.B. Kontonummer, bleiben in der sicheren Bankumgebung, es gibt keine zwischengeschalteten Drittanbieter und der Nutzer hat jederzeit volle Transparenz über seine Zahlungen.

ITM: Warum ließ das institutsübergreifende Online-Bezahlverfahren so lange auf sich warten?
Bartelt:
Wir haben mit Paydirekt ein System entwickelt, dass jeder deutsche Bankkunde mit einem online-fähigen Girokonto nutzen kann, egal bei welchem Institut. Das ist ohne Zweifel ein komplexer, aber wie wir meinen auch sehr kundennaher Ansatz. Hinzu kommt, dass wir uns an den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der deutschen Kreditwirtschaft ausrichten. Die Kunden sind von ihrer Bank oder Sparkasse eine zuverlässige und leistungsstarke Abwicklung gewohnt – und das ist Grundbedingung auch für unser System. Insgesamt waren wir mit der Entwicklung übrigens gar nicht so langsam: die GIMB, die Vorgängergesellschaft der Paydirekt GmbH, wurde im Frühjahr 2014 gegründet, knapp anderthalb Jahre später hatten wir die erste erfolgreiche Transaktion und nicht mal zwei Jahre später haben wir rund 200.000 Nutzer und 1.000 Banken auf dem System – also: wir sind zufrieden.

ITM: Sie halten den Vorwurf, mit einer mehrjährigen Verspätung auf dem Markt in Erscheinung zu treten also nicht für gerechtfertigt?
Bartelt:
Wir befinden uns in einem nach wie vor wachsenden Markt, der sich auch in den nächsten Jahren dynamisch weiter entwickeln wird. Gerade in Deutschland gibt es immer noch viele Kunden, die gar nicht online zahlen. Wir sehen durchaus noch Potential.

ITM: Bislang sind nicht alle privaten oder genossenschaftlichen Banken sowie die Sparkassen beigetreten, warum zögern diese?
Bartelt:
Mit den bislang beteiligten Banken haben wir ca. 95 Prozent der deutschen Kreditinstitute an Bord. Das schließt die Sparkassen ein. Diese haben die Teilnahme geprüft und sich inzwischen positiv entschieden. Sie planen die Freischaltung für das Frühjahr 2016. Darüber hinaus liegen uns inzwischen Anfragen weiterer Banken zur Teilnahme vor.

ITM: Derzeit ist nur eine geringe Zahl von Händlern angebunden. Wie überzeugen Sie weitere, um eine flächendeckende Verbreitung zu erreichen?
Bartelt:
Grundsätzlich ist das Feedback der Händler sehr positiv. Unsere Bankpartner führen derzeit eine Vielzahl von Gesprächen mit ihren Händlerkunden und es gibt durchaus großes Interesse an unserem System. Die Vorteile sprechen für sich, wir sind deshalb sicher, im Laufe dieses Jahres unser Händlerspektrum deutlich erweitern zu können.


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