Die Möbel für den Ladenbau sind Maßanfertigungen
Im Airside-Bereich des Frankfurter Flughafens präsentiert sich Hub Convenience mit dem von Münch+Münch umgesetzten Shopkonzept Hub 3.0. Alle Möbelelemente hat der Generalunternehmer einem konstruktiven Relaunch unterzogen, dann produziert und auch zusammen mit der Deckenkonstruktion, den Kühlelementen und Monitoren verbaut.
Im Jahr 2015 war bei dem renommierten internationalen Ladenbauer Münch + Münch mit der Implementierung eines neuen ERP-System begonnen worden. „Bis dahin hatten wir ein anderes ERP-System im Einsatz. Es war eine Insellösung, die trotz vieler Schnittstellen nur unsere Kundenbeziehungen, aber nicht unsere Produktion abbildete“, begründete damals Jörg Münch, Gesellschafter und Senior Advisor, diese Entscheidung.
Das sollte sich ändern, doch es gelang nicht. Daher entschlossen sich die Verantwortlichen des hessischen Mittelständlers, softwareseitig einen neuen Weg einzuschlagen und gingen aktiv auf die ams.Solution AG zu, die in den damaligen Evaluierungsprozess involviert war. Die 2022 wieder aufgenommenen Gespräche führten recht schnell zu der Entscheidung zugunsten des familiengeführten Software- und Beratungshauses.
Künftig soll die auf die speziellen Anforderungen des Laden- und Innenausbaus ausgelegte Branchensoftware ams.erp Interior das komplexe Projektgeschäft der Frankfurter steuern und für die notwendige Transparenz über alle Prozessebenen hinweg sorgen. Maßgebend für die Auswahl waren neben der umfassenden Integrationsfähigkeit der Software auch die ausgeprägten funktionalen Möglichkeiten der Holzbearbeitung.
Nach der Beendigung der für die Nutzung von ERP-Systemen relativ kurzen Zusammenarbeit mit dem vorherigen Anbieter war es für die geschäftsführende Gesellschafterin Jennifer Münch umso wichtiger, im zweiten Anlauf eine langfristige Software-Partnerschaft einzugehen. Die Erkenntnisse aus dem ersten Auswahlprozess waren noch präsent. Um aber ganz sicher zu gehen, evaluierte sie gemeinsam mit der IT-Verantwortlichen Cornelia Erdenberger erneut einige Systeme, die im Ladenbausegment verbreitet sind.
Dabei erkannte die Firmenchefin recht schnell, „dass nur ams die angestrebte Komplettintegration der kaufmännischen Prozesse rund um das Finanzwesen und die Personalzeiterfassung mit den technischen Abläufen in der Produktion aus einer Hand bietet. Zudem besitzt die Software die Flexibilität, die Erfordernisse einer auftragsbezogenen Serienfertigung inklusive eines nicht unerheblichen Anteils von Unikaten effizient abzubilden.“ Eine entscheidende Rolle bei der Etablierung dieser durchgängigen Datenhaltung spielen dabei die bereitgestellten Standardschnittstellen.
Das ERP-System Interior soll zum zentralen Instrument der Unternehmenssteuerung werden, das alle relevanten Daten vorhält, miteinander verknüpft und transparent verfügbar macht. Workarounds, Insellösungen und Parallelsysteme mit redundanter Datenhaltung werden gekappt, was die Geschwindigkeit und die Effizienz der Prozesse deutlich erhöhen wird, erwartet ERP-Projektleiterin Cornelia Erdenberger. Sie verspricht sich gerade von Funktionen wie der mitlaufenden Kalkulation, die jederzeit Auskunft über die aktuelle Projektabwicklung liefert, viele positive Effekte, vor allem, man bisher bereits bei der Abbildung der Fertigungsprozesse an Grenzen gestoßen ist. Die Daten seien zwar grundsätzlich vorhanden gewesen – jedoch nicht in einer Form aufbereitet, die für die Produktionsabläufe notwendig gewesen wäre. Entsprechend häufig ist bisher das manuelle Extrahieren von Daten notwendig.
Anders als die heute noch genutzte Software „kennt“ Interior die Besonderheiten der Bearbeitung von Holz – und unterstützt z.B. Sammelfertigungsaufträge oder die zentrale Verwaltung des Basismaterials. „Es beginnt bereits mit Standardthemen wie der Abbildung der Platten gemäß unseren Anforderungen oder der Anbindung unseres Plattenlagers“, berichtet Geschäftsführerin Jennifer Münch. Besonders wichtig sei auch die Darstellung der wachsenden Stückliste von Holzbaugruppen, die die technischen Komponenten der Plattenbearbeitung mit der ausgereiften Prozesssteuerung des ERP-Systems verbindet. Je hochwertiger das Möbel, desto wichtiger wird die Definition und systemseitige Abbildung der Trägerplatten, Furniere und Kanten inklusive aller Bearbeitungs- und Veredelungsschritte mit unterschiedlichen Oberflächen in jeweils unterschiedlicher Anzahl und Dicke.
„Unsere große Stärke ist der internationale Roll-out von Shops, womit eine gewisse serielle Fertigung einhergeht“, betont Geschäftsführerin Münch.“ Aber wenn wir 50 Läden weltweit ausrollen, weist jeder von ihnen mindestens eine oder zwei Extra-Komponenten auf.“ Um mit Blick auf die Disposition und die Produktion überhaupt in den Vorlauf für ein solches Auftragsvolumen zu gelangen, brauche ihr Unternehmen bestimmte Daten und Datenzusammenhänge. Selbst wenn viele der zu verbauenden Materialien frühzeitig bekannt seien, klärten sich manche Details erst gegen Ende. Von der wachsenden Stückliste erhofft sich die Geschäftsführerin, diese Details viel besser darstellen und dadurch frühzeitiger mit der Produktion beginnen zu können, denn sie will handlungsfähig sein, weit bevor alle Teile durchkonstruiert sind.
Bereits während der ersten Gespräche habe sich gezeigt, dass die ams-Berater die Sprache der Branche sprechen, erklärt Münch: „Die Consultants wissen, was wir tun. Sie wissen, was eine Platte ist, sie kennen unsere Rohmaterialien und die Komplexität der Projekte, die dennoch viel Flexibilität erfordern. Kurzum: Es erleichtert vieles, wenn man nicht erst langwierig erklären muss, was Holzverarbeitung bedeutet.“
Bildquelle: Münch+Münch