Die Wachstumsbremse lösen

IT-Fachkräftemangel in vielen Unternehmen

Organisatorische, personelle und technischen Möglichkeiten umfassen das Gestalten von Personalbeschaffungsstrategien, einer anderen Managementkultur und flankierender Maßnahmen im auslagernden Unternehmen.

Junger Mann am PC

Mit kostengünstigen Entwicklungsressourcen zusammenarbeiten zu können, die eine hohe Qualität liefern, ist wettbewerbsentscheidend.

83 Prozent aller Unternehmen sind laut einer aktuellen Bitkom-Studie mittlerweile vom IT-Fachkräftemangel betroffen. Mehr als 124.000 IT-Spezialisten fehlen branchenübergreifend, und damit doppelt so viele als vor zwei Jahren. Dabei sind Software-Entwickler besonders gefragt. Der IT-Fachkräftemangel in Deutschland hat sich nochmals drastisch verschärft. Dadurch sind das weitere Wachstum wie auch die Wettbewerbsfähigkeit vieler Unternehmen grundlegend gefährdet. Insbesondere für mittelständische Unternehmen, die als Arbeitgeber tendenziell weniger attraktiv sind als große Konzerne, stellt sich die Frage, wie sie zusätzliche Mitarbeiter gewinnen, um langfristig Aufgaben und Projekte umsetzen zu können.

Auf externe Ressourcen zurückgreifen

Die klassischen Maßnahmen der Personalbeschaffung lassen sich kurzfristig, in weniger als einem Jahr, kaum umsetzen. Dauert es doch mindestens zwei Jahre, intern Mitarbeiter mit fachlichem und technischem Know-how auszubilden. Zudem besteht die Gefahr, dass ein Unternehmen seine kostenintensiv intern ausgebildeten Mitarbeiter schnell wieder verlieren kann, weil sie durch die Angebote großer, attraktiver Unternehmen abgeworben werden. Eine Strategie, die Attraktivität des eigenen Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt selbst zu steigern, sind Employer-Branding-Maßnahmen: Dazu zählen etwa das Vernetzen mit regionalen Partnern, das Einführen moderner Methoden, um Talente zu gewinnen, und das aktive Managen der Mitarbeiterzufriedenheit über verschiedene Kanäle. Doch auch das Etablieren einer attraktiven Arbeitgebermarke ist eher langfristig ausgelegt und wirkt oftmals nur indirekt.

Um kurzfristig zusätzliche IT-Fachkräfte wie etwa Software-Entwickler zu bekommen, bietet es sich an, auf externe Ressourcen zurückzugreifen. Wie, wohin und in welchem Umfang die Personalbeschaffung auszulagern ist, hängt von den Rahmenbedingungen und der jeweiligen Aufgabe ab. Nun ist der Zukauf im Inland oft zu kostspielig – insbesondere für Jobs, die Programmierung und Umsetzung betreffen. Auch ist es im Falle von langfristigen Projekten nicht nur teuer, sondern auch schwierig, die zugekauften Ressourcen über mehrere Jahre zu binden und zu halten. Laut Umfrageergebnissen wechseln rund 25 Prozent aller IT-Experten jedes Jahr das Unternehmen.

Steht ein Unternehmen vor der Frage, ob es Offshoring- oder Nearshoring-Leistungen beziehen sollte, so ist die Beschreibbarkeit des Leistungsumfangs ein wichtiges Entscheidungskriterium. Offshoring kann am besten seine Vorteile ausspielen, wenn der Leistungsumfang klar definiert ist, so dass sich eine Auftragsentwicklung vereinbaren lässt. Jedoch haben Unternehmen, die Offshoring-Dienstleistungen beziehen, oft mit kulturellen Differenzen zu kämpfen. Darüber hinaus sind die rechtlichen Probleme schwerwiegend und eher komplex – z.B. aufgrund der DSGVO. So ist offshore die Wartung von Software nicht mehr möglich, wenn Daten außerhalb von Europa gehalten werden.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Nearshoring als Mittelweg

Nearshoring, also das Outsourcing in das EU-Ausland, bietet sich als Mittelweg zur Erweiterung des eigenen Personalstamms an. Mit kostengünstigen Entwicklungsressourcen zusammenarbeiten zu können, die eine hohe Qualität liefern, ist wettbewerbsentscheidend. Aber lohnt es sich, selbst eine Nearshoring-Organisation aufzubauen? Oder ist es effektiver, einen Dienstleister zu beauftragen, der die Software-Entwicklung in einem Nearshore-Center managt?

Gerade mittelständische Betriebe, die traditionell langfristiger planen und agieren, dürften eine nachhaltige, partnerschaftliche Zusammenarbeit, wie sie einige Nearshoring-Dienstleister anbieten, attraktiv finden. Als weitere Pluspunkte sind zu nennen, dass Unternehmen die Qualität steuern und über den Dienstleister einen Einfluss auf die Skills der Mitarbeiter ausüben können. Zum Beispiel bieten Full-Service-Dienstleister wie etwa IT-Impulse vertragliche Regelungen an, wonach das auslagernde Unternehmen nur wenig eigenen Aufwand zu betreiben braucht und zugleich sehr viel Einfluss auf die Personalpolitik in den Nearshoring-Centern nehmen kann.

Die Transparenz gegenüber dem Auftraggeber kann sich beispielsweise von Informationen über die Vergütungsstrukturen mit den Mitarbeitern über Investitionen in deren Ausbildung bis hin zur eigenen Betriebskalkulation erstrecken. In der Praxis zeigt sich fortwährend, dass transparente Berichte zur Mittelverwendung und Abrechnungen sowie eine mitarbeiterorientierte Personalpolitik dazu führen, dass die Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Dienstleister langfristig erfolgreich bleibt.

Bildquelle: Thinkstock /iStock

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