Gesetzliche Bestimmungen sind keine Lösung

Kooperationsverträge sicher abschließen

Kooperationen gewinnen zunehmend an Bedeutung auf dem deutschen Markt. Um hier klare Richtlinien zu schaffen ist es wichtig, dass für beide Kooperationspartner eine vertragliche Lösung gefunden wird, die deren Bedürfnisse und Vorstellungen erfüllt.

Kooperationsverträge sicher abschließen

Eine nachhaltige Zusammenarbeit basiert nicht nur auf einem Handschlag, sondern sollte im Voraus rechtlich abgesichert werden.

Globalisierung und Digitalisierung stellen Unternehmen des deutschen Mittelstands vor große Herausforderungen. So nimmt der Wettbewerbsdruck durch global agierende Konzerne zunehmend Einfluss auch auf den deutschen Markt. Dem entgegensteuernd gewinnen Kooperationen zwischen mittelständischen Unternehmen vermehrt an Bedeutung. Diese ermöglichen es den Unternehmen, sich gegenüber ihren Wettbewerbern stärker zu positionieren und konkurrenzfähige Produkte am Markt anzubieten. Langfristig könnte so unter anderem die Wettbewerbsfähigkeit mittelständischer Unternehmen in Deutschland sichergestellt werden. Diese Unternehmenskooperationen können je nach Bedarf ausgestaltet werden. Denn eine nachhaltige Zusammenarbeit basiert nicht lediglich auf einem Handschlag, sondern sollte im Voraus rechtlich abgesichert werden.

Mit dem richtigen Vertrag auf der sicheren Seite

Grundsätzlich sind individuell ausgehandelte Verträge, die alle Seiten der konkreten Zusammenarbeit berücksichtigen und auf mögliche Störungen eingehen, zu bevorzugen. Denn fehlt es an einer individuellen Vereinbarung, greifen gesetzliche Bestimmungen ein: Sind sich die Partner über ihre Zusammenarbeit zur Erreichung gemeinsamer Ziele und zur Förderung des gemeinsamen Erfolges durch bestimmte Leistungen einig, liegt eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts im Sinne von § 705 BGB vor, auch ohne dass es einer schriftlichen Vereinbarung bedarf. Diese Form der Zusammenarbeit ist zwar per se nicht schädlich, entspricht aber in aller Regel nicht den Bedürfnissen und Vorstellungen der Kooperationspartner. Dagegen stellt ein individuell ausformulierter Vertrag sicher, dass sich die Vertragspartner über Inhalte, Rechte und Pflichten in ihrer Kooperation einig sind. Das Kompetenzzentrum IT-Wirtschaft (KIW) stellt dafür Vertragsmuster und Dokumente zur Verfügung. 

Die richtigen Fragen stellen

Folgende Fragen werden oftmals unterschätzt und erst im Konfliktfall, also dann, wenn es häufig schon zu spät ist, aufgeworfen. Ein Musterbeispiel für einen Code of Conduct bietet das KIW ebenfalls zum Download.

1. Welche Grundsätze liegen der Zusammenarbeit zugrunde? 

2. Wie gehen die Parteien mit den Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen des jeweils anderen um? 

3. Wer ist wofür zuständig und wie werden die Schnittstellen oder Überschneidungen in einzelnen Aufgaben bewältigt?

4. Wer leitet das Kooperationsvorhaben geschäftsführend und wie werden Entscheidungen getroffen? 

5. Was passiert, wenn einer der Kooperationspartner nicht leisten kann?

6. Wie wird mit dem ggf. entstehenden Endergebnis finanziell und öffentlichkeitswirksam umgegangen?

7. Wie haften die Partner bei Missachtung der vereinbarten Regelungen?

Darüber hinaus ist die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen von großer Relevanz. Dürfen beispielsweise personenbezogene Daten der Mitarbeiter einfach an den Kooperationspartner übermittelt werden? Was sehen die Compliance-Vorschriften vor? 

Bildquelle: Getty Images/iStock/Getty Images

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