Prozessanpassung

Modellhafte ERP-Entwicklung

Haben sich die Vorgänge im Unternehmen nach der im Einsatz befindlichen Software zu richten, oder muss es umgekehrt laufen? Ein neuer Ansatz könnte diese Frage obsolet machen.

Modellstadt

Neue Wege: Modelle statt Code.

Wenn sich Unternehmen technologisch weiterentwickeln und ihre Geschäftsfelder ausweiten, müssen auch die organisatorischen Prozesse und damit die IT nachgezogen werden. So geschehen bei der Leiber GmbH, die die Veredelung des Brauereinebenprodukts Hefe in den vergangenen Jahren immer weiter perfektionierte und inzwischen neben der ursprünglichen Herstellung von Tiernahrung auch in den Lebensmittel- und Gesundheitsbereich vorgedrungen ist. Das im Einsatz befindliche ERP-System unterstützte diese Erweiterung nicht in ausreichendem Maße. Auch, weil laut eigener, selbstkritischer Aussage der Verantwortlichen, zu wenig in die Weiterentwicklung und Anpassung der Software investiert worden war. In der Konsequenz entschieden sie sich daher für eine ERP-Neuimplementierung, diesmal für eine Branchensoftware für die Nahrungsmittelindustrie.

Damit geht es wieder um die alte Frage, ob man seine Prozesse dem ERP-System anpassen oder das ERP-System an seine Prozesse anpassen sollte. Eine neue Variante der ERP-Entwicklung propagieren jetzt neben einigen Anbietern auch Institutionen wie das FIR in Aachen. Im Wesentlichen geht es um sogenannte ERP-Plattformen oder Softwarefabriken. Die Entwickler schreiben hier im Grunde keinen Code mehr, sondern modellieren Anwendungen, die auf vorgefertigten und getesteten Bausteinen basieren. Das Ergebnis wird, unabhängig von seiner technischen Implementation, in Modellen vorgehalten. Das Prinzip ähnelt den CAD-Systemen in der Automobilbranche, wo die Modelle am Rechner entworfen und teils auch schon getestet werden, woran sich eine robotergestützte Montage anschließt.

Bildquelle: Thinkstock/iStock

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