Neugründung arbeitet mit Cloud-System

Möbel sind personalisierbar – und die Software?

Das Berliner Start-up Mycs ist seit seiner Gründung 2014 mit personalisierbaren Möbeln stark gewachsen.

  • Ein modern eingerichtetes Arbeitszimmer

    Mycs (sprich Mix) wurde mit dem Ziel gegründet, „Individualisierung zur Normalität zu machen“.

  • Nico Gronwald, Software-Projektverantwortlicher bei Mycs

    „Die Logistik- und Produktionspartner sind inzwischen in die Lösung integriert und über Schnittstellen verbunden. Somit können sie direkt im System arbeiten“, sagt Nico Gronwald, Software-Projektverantwortlicher bei Mycs.

Über eine Website können Kunden mithilfe eines 3D-Online-Konfigurators Größe, Material, Farbe und Ausstattung von Möbelstücken konfigurieren. Insbesondere zur Steuerung der Sales- und Lagerprozesse wollten die Verantwortlichen eine Software-Lösung mit hohem Automatisierungsgrad bei geringem Administrationsaufwand. Ob das Ziel auch erreicht wurde, wollten wir von dem Software-Projektverantwortlichen Nico Gronwald wissen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2019. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

ITM: Herr Gronwald, wie konnten Sie das Wachstum Ihres neugegründeten Unternehmens prozess- und software-seitig darstellen?
Nico Gronwald: Alles begann mit einer geringen Investition in die Software Netsuite von Oracle. In den ersten 18 Monaten konnten die ersten Prozesse auch ohne internes Entwicklerteam realisiert werden, notwendige Anpassungen übernahm ein Integrationspartner. So wurden z.B. Klein- und Zubehörteile, die für die Montage unserer Möbel benötigt werden, manuell berechnet und hinzugefügt, bevor sie bei der Kundenauftragserstellung über Suitescript automatisch hinzugefügt wurden.

Inzwischen ist das Projekt gewachsen. Es arbeiten intern fünf Netsuite-Entwickler daran, die Integration mit anderen Systemen zu erstellen und Prozesse zu automatisieren. Die Zahl der Nutzer ist von drei auf 130 gestiegen. Eine wichtige Rolle beim Ausbau der Aktivitäten spielte die Anwender-Community. Inzwischen haben wir in Berlin eine eigene Community gestartet und organisieren regelmäßige Treffen für den Austausch über Updates und aktuelle Erfahrungen. Für einige spezielle Dienstleistungen greifen wir zudem auf externe Anbieter zurück: So wird etwa das Lagerverwaltungssystem von einer externen App verwaltet, die sich in die Lösung integrieren lässt. Wir bearbeiten heute mehr als 30 Mal mehr Bestellungen als in den ersten Monaten.

ITM: Wie gelang die Anpassung an technische Prozesse?
Gronwald: Das Lager und die Produktion befinden sich in Polen. Hier werden täglich hunderte von Bestellungen bearbeitet. Das erfordert saubere Logistikprozesse, damit die Ware innerhalb kurzer Lieferzeit bei den Kunden ankommt. Die Komplexität beim Warehouse-Management und in der Logistik zu reduzieren, stand bei der Software-Einführung im Vordergrund. Die Logistik- und Produktionspartner sind inzwischen in die Lösung integriert und über Schnittstellen verbunden.

ITM: Welche Problemstellungen gab es?
Gronwald: Nach der Einführung in DACH wollten wir in weitere europäische Märkte expandieren. Erst in diesem Jahr erfolgte der Startschuss in Großbritannien. Die Schwierigkeit bestand vor allem darin, die Prozesse in Übereinstimmung mit den gültigen Ländernvorschriften umzusetzen. Hilfreich bei der Umsetzung waren dabei die Erfahrungen, die wir bereits bei der Einführung in Frankreich mit Netsuite sammeln konnten. Wir waren auf der Suche nach einer Cloud-Lösung, die professionelles Prozess-Management bietet, um das Unternehmen zu skalieren und zu erweitern und die Expansion in andere Länder zu erleichtern.

Eine weitere Herausforderung war die häufige Verlagerung des Lagerbetriebs aufgrund des schnellen Unternehmenswachstums. In der Praxis hat sich vor allem der Einsatz der Cloud als erfolgreich erwiesen. Dies bietet nach wie vor ein hohes Maß an Flexibilität. Durch den Einsatz einer Cloud-Lösung verlief jeder Umzug nahezu reibungslos. Darüber hinaus sparte der Einsatz der Cloud-Lösung auch Kosten für Hardware-Management und -Wartung ein.

ITM: Inwieweit sind die Lösungen individualisierbar?
Gronwald: Hauptvertriebskanal ist unsere Website, auf der Mycs-Kunden mithilfe des eigens entwickelten Konfigurators ihre Möbel individualisieren können. Dieser Konfigurator wurde in Netsuite integriert. Beim Checkout des Kunden werden die Daten in das System transferiert, das die Kernprozesse kontrolliert und einen Lead-to-Cash- und einen Procure-to-Pay-Prozess abbildet.

Auch für Anwender ohne IT-Kenntnisse bietet die Lösung eine einfache Administration. Das RZ-Hosting, System-Management und Release-Updates erfolgten durch den Software-Hersteller. Das Eingliedern neuer Nutzer geht schnell: Innerhalb von zwei Tagen sind die Anwender in der Lage, die Lösungen zu nutzen.

Mycs

  • Standort: Berlin
  • Gründung: 2014
  • Branche: Online-Konfiguration individueller Möbel
  • Länder: Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich

Bildquelle: Mycs

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