Lebenszyklus von Storage und Server

Tapes und Disks besser jährlich wechseln

Während man Storage-Einheiten wie Tapes und Disks aufgrund des permanenten Datenwachstums besser jährlich wechselt, sind Server der vorangegangen Generation genauso gut einsetzbar wie die der aktuelle Modelle, berichtet Alfried Netzband von Technogroup IT-Service.

Alfried Netzband, Technogroup IT-Service

Alfried Netzband, Geschäftsführer der Technogroup IT-Service GmbH in Hochheim

ITM: Herr Netzband, Stichwort Lebenszyklus-Management: Nach wie vielen Jahren sollten wichtige Komponenten im Rechenzentren wie Server, Storage, Racks oder USVs möglichst ausgetauscht werden?
Alfried Netzband:
Unsere Empfehlung lautet, dass Server und Storage ihren Lebenszyklus erst dann erreicht haben, wenn die vom Kunden betriebenen Applikationen und Datenbanken sie an ihre Leistungsgrenzen bringen. Racks, die ordentlich gepflegt werden, sollten keiner Abnutzung unterliegen. Die Einschränkung ist die Verfügbarkeit der Ersatzteile, wobei wir mit unserem Teilelager von fast 90.000 Teilen ein großes Portfolio bieten, das den Zugriff noch lange nach EOS und EOL erlaubt. Batterien der USV-Anlagen sollten, je nach Hersteller, alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht werden. Der Hintergrund ist, dass die Lebensdauer der Batterien von einer Vielzahl von Einflussgrößen abhängig ist. Es ist nicht nur die Qualität des Akkus, sondern insbesondere der Ent- und Ladehub, die Ladeschlussspannung sowie die Stärke der Lade- und Entladeströme spielen eine bedeutende Rolle in Hinsicht auf Lebensdauer.

ITM: In welchen Abständen sollte man die Arbeitsplatzumgebung (PCs, Drucker, Multifunktionsgeräte, mobile Devices) erneuern?
Netzband:
In der Regel werden Arbeitsplatzumgebungen alle drei bis fünf Jahre ausgetauscht. Grund dafür sind die Weiterentwicklungen der Betriebssysteme, besonders hervorzuheben ist hier MS Windows – werden immer die neu verfügbaren Updates aufgespielt bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Hardware diese nicht mehr weiter unterstützt. Damit ist der Zeitpunkt erreicht, dass der Kunde seine Systeme erneuert, möchte er doch, dass die neuen Funktionen einwandfrei funktionieren.

ITM: Welches sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen die entscheidenden Kriterien für den Kauf gebrauchter oder recycelter Hardware?
Netzband:
Zwei Gründe – nämlich Kosteneffizienz und das Schonen der Umwelt – sprechen für refurbished Hardware. Aus Sicht der Kosten spricht für refurbished Hardware, dass die Leistung für viele Kunden noch lange nicht zu ausgereizt ist, um ihre Applikationen und Datenbanken zu betreiben. In diesem Fall ist dies immer eine sinnvolle Alternative. Die Anschaffungskosten sind wesentlich geringer und die Hardware ist für viele Kunden noch einige Jahre zu verwenden. Durch den Einsatz von refurbished Hardware nimmt der Kunde aktiv am Umweltschutz teil, Ressourcen werden geschont und CO2-Emissionen gesenkt. Dem Kunden raten wir, darauf zu achten, dass es sich bei der refurbished Hardware um professionell aufbereitete Hardware handelt.

ITM: Welche „Hardware aus zweiter Hand“ fragen die Anwenderunternehmen derzeit am häufigsten nach? Und warum ist das so?
Netzband:
Die Antwort lautet Tape-Storage, Disk-Storage und Server.

ITM: Warum ist dies so, was ist der Hintergrund für diesen Nachfrageschub?
Netzband:
Tapes und Disks sind durch ein permanentes Datenwachstum jährlich zu erweitern. Es ergibt keinen Sinn, wenn man zwei Jahre alte Storage-Einheiten betreibt und diese dann immer mit neuen Upgrades erweitert. Hier kann man genauso gut auch gleich alte Erweiterungen einsetzen. Server-Umgebungen wachsen nicht ganz so zügig wie die Storage-Umgebungen, allerdings werden Server durch mehr Memory und mehr Prozessorleistung aktualisiert, um den sich veränderten Software-Anforderungen zu stellen. Auch hier benötigt man keine neuen Teile sondern kann genauso gut auch gleich alte Teile, wie die des Alters des betroffenen Servers nutzen. Des Weiteren sind Server der vorangegangen Generation genauso gut einsetzbar wie die der aktuellen Generation, allerdings wesentlich kostengünstiger.

ITM: Was sollten Anwenderunternehmen beim Kauf von gebrauchter Hardware auf jeden Fall beachten? Gibt es bekannte „Schwachstellen“ von gebrauchter Hardware?
Netzband:
Alle mechanischen Baugruppen unterliegen einem mehr oder minder großen Verschleiß. Hier empfehlen wir, auf refurbished Geräte zurückzugreifen. Bei refurbished Geräten werden alle Verschleißteile erneuert. Die Lösung und Empfehlung von Technogroup ist, die Hardware beim gleichen Lieferanten zu kaufen, welcher auch die Geräte unter Wartung nimmt. Das erspart mühselige Garantieabwicklungen und gewährleistet die beste Qualität, da jeder Technikereinsatz, auch der im Garantiefall teuer, ja, viel zu teuer ist.

ITM: Wie sieht die Garantieleistung bzw. der Support/die Wartung für gebrauchte Geräte in der Regel aus?
Netzband:
Klassische Hardware-Händler bieten in der Regel keinen Support und Wartung an. Gebrauchtsysteme bei einem Wartungsunternehmen wie uns zu kaufen, ist eine einfache und sichere Lösung. Wir besitzen großes Interesse daran, sehr gute Qualität zu liefern, da es dadurch keine überhöhten Einsätze vor Ort gibt.

ITM: Auch der Lebenszyklus gebrauchter Hardware ist einmal abgelaufen. Worauf kommt es bei der Entsorgung der „Altlasten“ insbesondere unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten an?
Netzband:
Entsorgungen sollten immer von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. Dabei wird gewährleistet, dass alle Bauteile zerlegt und zu unterschiedlichen Wertstoffgruppen getrennt werden. Viele Wertstoffe werden anschließend weiterverwertet. Die nicht wiederverwertbaren Stoffe werden umweltgerecht, gemäß gesetzlichen Richtlinien, entsorgt. Hier wird Green-IT weitergeführt.

ITM: Stichwort Sicherheit: Wie kann man sichergehen, dass bei der Entsorgung von Hardware nicht irgendwo eine Festplatte mit sensiblen Firmendaten verlorengeht oder Daten nicht unwiederbringlich gelöscht werden?
Netzband:
Datenträger müssen immer hochsensibel betrachtet werden. Zum einen gibt es verschiedene Programme, um Daten sehr sicher zu entfernen. Außerdem ist auch die physikalische Zerstörung der Datenträger durch degausen oder schreddern möglich. Der nachhaltigste Weg ist das professionelle Löschen der Daten und die Weiterverwendung der Festplatten. Allerdings wissen wir aus Erfahrung, dass jeder Kunde seine eigenen Vorgaben und Vorgehensweise hat. So gibt es Kunden, die ihre Datenträger immer physikalisch zerstören lassen und andere wiederum hier den ökologisch sinnvolleren Weg des Löschens gehen. Wichtig ist immer, dass alle Daten unwiederbringlich gelöscht oder zerstört sein müssen. Dies ist durch alle diese Verfahren gewährleistet. Wird die Entsorgung extern durchgeführt, so ist darauf zu achten, dass die Entsorgung inkl. der Datenlöschung an ein zertifiziertes Fachunternehmen gegeben wird, und dass sich der Kunde ein Zertifikat der ordnungsgemäßen Löschung oder Zerstörung der Daten aushändigen lässt.

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