Andere Unternehmen, die noch in einer früheren Phase stecken, warnt Markus Garber davor, in der Technologie allein den Heilsbringer zu suchen.
Budenheim, Anbieter von Produkten und Services für Spezialchemie, ist ein Aushängeschild des deutschen Mittelstands. Der „Hidden Champion“ mit Hauptsitz im gleichnamigen Budenheim ist an zehn Standorten aktiv, vertreibt seine Produkte und Services in über 100 Ländern und ist auch durch Zukäufe gewachsen – was die unternehmensweite Übersicht über Daten und Prozesse aufgrund einer heterogenen Systemlandschaft immer komplexer gestaltet hat. „Der erste Schritt für uns war, vor allem eine Transparenz in alle Vertriebs- und Marketing-Prozesse zu bringen“, berichtet Markus Garber, Head of Information Technology. „Wir haben uns damals Salesforce genau angesehen und sind zum Ergebnis gekommen, dass es genau die Plattform ist, die sich mit Budenheim mitentwickeln kann.“ Denn, so hat der IT-Chef beobachtet, sobald ein Wandel angestoßen ist, beschleunigt er sich während des Prozesses immer mehr. Bei dessen Gestaltung hilft eine Cloud-basierte Plattform: Sie entlastet die IT-Abteilung des Unternehmens von sämtlichen Betriebs- und Wartungsarbeiten und ermöglicht die Konzentration auf die wesentlichen Transformationsaufgaben.
Worum es bei der Datentransparenz geht, erklärt Garber: „Wenn ich Daten nutzen möchte, um effizienter und – vor allem im Hinblick auf die Wettbewerbssituation – kundenorientierter zu werden, muss ich vor allem Medienbrüche vermeiden. So braucht der Vertrieb etwa nicht nur die Kundeninformationen, sondern auch sämtliche Produktdetails, und zwar genau zur richtigen Zeit im Verkaufsprozess und nicht erst am Ende des Quartals. Naturgemäß sind diese Daten auf verschiedenste Systeme und Datenbanken verteilt – deshalb werden wir zukünftig auch Mulesoft als Integrationstechnologie einsetzen, um eben diese Informationen den jeweiligen Mitarbeitern genau dann und dort bereitzustellen, wo sie sie im Augenblick ihrer Arbeit brauchen.“
Anders als viele andere Unternehmen hat sich Budenheim entschieden, mit genau einem seiner Anwendungsbereiche als Pilot zu starten. Diesen Bereich (Lead to Cash) hat der Chemiespezialist vollumfänglich geplant und umgesetzt. In weiteren 18 Monaten des Live-Betriebs hat er schließlich die Prozesse vertieft und auf sein gesamtes Unternehmen ausgerollt. Vor allem im Vergleich mit anderen Integrationsprojekten für IT-Software-Lösungen, die z.B. nach der Akquisition eines Unternehmens über ein Jahr und mehr dauern konnten, verlief die Salesforce-Einführung „ziemlich zügig“, so Garber.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Auf der Plattform hat der Anwender alle kundenbezogenen Aufgaben vom kompletten Innovationsbereich über die Website, das Marketing und den Vertrieb bis hin zum Kundenservice durchgängig gestaltet. „Das umfasst die Kundeninteraktion von der Frage, welche Produkte Kunde und Markt erwarten, wie sie vermarktet und zu welchen Preisen sie vertrieben werden, über den eigentlichen Vertriebsprozess vom ersten Kontakt bis zur Rechnungsstellung sowie in die Bereiche ‚Service‘ und ‚Nachbestellungen‘ hinein“, beschreibt Garber den in jeder Phase transparenten Prozess. Durch die Vereinheitlichung der Abläufe und die gemeinsame Datenplattform lassen sich nun auch globale Prozesse besser steuern.
Branche: Spezialchemie
Hauptsitz: Budenheim
Mitarbeiter: über 1.250
Umsatz: dreistelliger Millionen-Euro-Bereich
Bildquelle: Budenheim