„Veränderung fängt bei jedem selbst an“

Vollgas in der Digitalisierung geben!

„Die Digitalisierung der Welt läuft mit Vollgas, also los!“, fordert Florian Walzer auf. Man brauche nur das richtige Mindset, dazu noch ein bisschen digitale Kompetenz und „schon habe ich die richtigen Zutaten“, so der Head of Sales und Marketing bei der Rexx Systems GmbH. Digitalisierung und Veränderung fange bei jedem selbst an und sei nie abgeschlossen.

Florian Walzer, Head of Sales und Marketing bei der Rexx Systems GmbH

„Entscheidend ist der Mut, sich mit sich selbst und Veränderungen auseinanderzusetzen“, so Florian Walzer, Head of Sales und Marketing bei der Rexx Systems GmbH.

ITM: Herr Walzer, technische Innovationen, Robotik, Mobilitätslösungen: Inwieweit ist die Digitalisierung bereits im deutschen Mittelstand angekommen?
Florian Walzer:
Kürzlich habe ich im Rahmen eines Vortrags bei einem Roundtable von einem Referenten gehört, „Digitalisierung ist in den Unternehmen längst angekommen“. Ist das wirklich so und was heißt eigentlich Digitalisierung? In meinen Augen lässt sich das nicht verallgemeinern und es gibt im deutschen Mittelstand Unternehmen, die hinsichtlich dieser Lösungen gut aufgestellt sind. Es gibt allerdings auch viele Traditionsunternehmen, die sich mit der Veränderung schwer tun und Gefahr laufen, abgehängt zu werden.

ITM: Welchen Einfluss übt die Digitalisierung hierbei auf das Personalmanagement der Unternehmen aus?
Walzer:
In Bezug auf Digitalisierung im HR sehen wir, dass in vielen mittelständischen Unternehmen nach wie vor mit Excel und Outlook gearbeitet wird. Die Anforderungen an die Personalabteilungen verändern sich rapide – von „run the business“ zu „change the business“. Da ist noch viel Potential für Professionalisierung und Effizienzsteigerung, vor allem im Bereich „Service und Operations“. HR müsste Treiber der Digitalisierung des Unternehmens sein, tut sich dabei aber oftmals schwer.

ITM: Welche Rolle spielen bislang die sogenannten Chief Digital Officer (CDOs) im Mittelstand? Werden sie überhaupt benötigt?
Walzer:
Ich habe kürzlich das Zitat gelesen: „Personaler lassen sich abhängen – und werden abgehängt, weil sie im digitalen Veränderungsprozess nicht als relevanter Partner des Managements wahrgenommen werden.“ Wessen Aufgabe ist die Digitalisierung – Aufgabe des Vorstands, der Geschäftsführung, IT-Abteilung, HR-Abteilung oder der Gesellschafter? Ist es nicht herrlich einfach, immer auf jemand anderen zu zeigen? Egal, an welcher Stelle diese Verantwortung aufgehängt ist, sie ist immens wichtig und sichert die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. Die Welt dreht sich immer schneller.

ITM: Inwieweit zeigen die (bisherigen) Mitarbeiter Bereitschaft, neue digitale Kompetenzen zu erwerben?
Walzer:
Die persönliche Veränderung der Mitarbeiter liegt weder an Alter, Geschlecht, Herkunft oder was auch immer. Entscheidend ist immer die innere Haltung. Neben Kenntnissen und Wissen über die Anwendung und Nutzung von Software und KPIs wünsche ich den Leuten auch die Fähigkeit, sich zu vernetzen, zu öffnen und empathisch zu agieren. Am Ende geht es aus HR-Sicht darum, Bewerber und in der Folge Unternehmen und Mitarbeiter glücklich zu machen. Es ist also Aufgabe der HR-Abteilungen, den Erfolg des Unternehmens zu sichern.

ITM: Wie bzw. mit welchen konkreten Tools können die Mitarbeiter digitale Kompetenzen erwerben?
Walzer:
Entscheidend ist der Mut, sich mit sich selbst und Veränderungen auseinanderzusetzen, mit der Zeit zu gehen und bei sich selbst anzufangen. Die Personen, die das nicht machen, werden in Zukunft möglicherweise von Robotern und KI ersetzt. Wer sich dem Wandel nicht stellt, sich nicht weiterentwickelt und den alten Stiefel weiter so fährt wie bisher, der muss tatsächlich Angst davor haben, dass sein Arbeitsplatz durch eine leistungsfähigere Anwendung ersetzt wird. E-Learning ist dabei natürlich ein Thema und Unternehmen können ihre Mitarbeiter begleiten, an den digitalen Kompetenzen zu arbeiten. Im Bereich HR sind das beispielsweise Möglichkeiten wie HR Analytics, cloud-basierte E-Recruiting-Prozesse, Matching-Tools, diagnostische Verfahren oder so einfache Themen wie die Auswertung von Zugriffen und Abbruchraten auf Karriere-Websites, SEO und vieles mehr.

ITM: Welche Bedeutung schreiben Sie dem „lebenslangen Lernen“ zu?
Walzer:
Unsere Großeltern haben einen Beruf erlernt, diesen üblicherweise ihr Leben lang ausgeführt, womöglich sogar bei einem Unternehmen, bevor es dann in Rente ging. In dieser Zeit gab es oftmals einen Aufstieg hinsichtlich der eigenen Position in Bezug auf Alter und Erfahrung. Das gibt es so nicht mehr. Die Zeiten sind wechselhafter, schneller, möglicherweise auch spannender geworden. Zumindest anders – und damit müssen wir stets umgehen. Nicht nur Globalisierung, Digitalisierung oder schnelllebige Märkte und Kommunikation zwingen uns alle zum dauerhaften Lernen neuer Kenntnisse. Daran führt also kein Weg vorbei – in Bezug auf „soft skills“ wie auch auf harte Fakten. Ich habe gelesen, dass sich das Wissen der Menschheit alle fünf Jahre verdoppelt. Im 18. Jahrhundert dauerte dies noch 100 Jahre. Die körperliche Arbeit verliert an Relevanz im Vergleich zu geistigen Fähigkeiten. Internet und Massenmedien beschleunigen die Entwicklung. Ich brauche also das richtige Mindset, dazu noch ein bisschen digitale Kompetenz und schon habe ich die richtigen Zutaten. Die Digitalisierung der Welt läuft mit Vollgas, also los! Digitalisierung und Veränderung fängt bei jedem selbst an und ist nie abgeschlossen.

Bildquelle: Rexx Systems

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