Server, Schränke, Storage & Co.

Wann lohnt sich der Kauf gebrauchter Hardware?

Für den Kauf gebrauchter Hardware sprechen viele Faktoren. Der günstige Preis, Alter und Modelltyp sowie die Seriösität des Anbieters sind laut Christoph Laves von IT-Budget wichtige Auswahlkriterien.

Christoph Laves, IT-Budget

Christoph Laves, Geschäftsführer von IT-Budget

ITM: Herr Laves, Stichwort Lebenszyklus-Management: Nach wie vielen Jahren sollten wichtige Komponenten im Rechenzentren wie Server, Storage, Racks, USVs oder Klimaanlagen möglichst ausgetauscht werden?
Christoph Laves:
Die einzigen Komponenten, die auf jeden Fall nach einer bestimmten Dauer ausgetauscht werden sollten, sind USV-Anlagen aufgrund der begrenzten Lebensdauer der eingebauten Batterien. Hier gilt: Spätestens nach drei Jahren sollten die Battery-Packs getauscht werden. Server und Storage-Einheiten können hingegen durchaus fünf bis zehn Jahre in Nutzung bleiben, solange es keine technischen Defekte gibt. Aufgrund von neuen Software-Releases, auslaufenden Leasing-Verträgen etc. werden die Geräte allerdings meist nur drei bis fünf Jahre genutzt. Bei sorgfältiger Wartung ist die Lebensdauer von Klimaanlagen über zehn Jahren keine Seltenheit, ebenso wie bei Racks. Letztere werden aber oft mit den Einbauten, d.h. Server etc. ausgetauscht, da der qualifizierte Rückbau bzw. Ausbau der Einheiten teurer käme als die Neuanschaffung.

ITM: Welches sind Ihrer Ansicht nach für Unternehmen die entscheidenden Kriterien für den Kauf gebrauchter oder recycelter Hardware?
Laves:
Nach unserer langjährigen Erfahrung spielen dabei drei Faktoren eine Rolle. Das ist zunächst einmal – wenig überraschend – der Preis. An zweiter Stelle steht das Alter bzw. der Modelltyp der jeweiligen Hardware. Und schließlich wollen die Unternehmen genau wissen, wer sie beliefert: die Seriosität und Verlässlichkeit des Anbieters stellen eine Grundvoraussetzung für den Vertrieb gebrauchter Hardware dar.

ITM: Welche „Hardware aus zweiter Hand“ fragen die Anwenderunternehmen derzeit am häufigsten nach? Und warum ist das so?
Laves:
Der Kauf gebrauchter Hardware bietet sich vor allem an für Server-Schränke. Diese unterliegen kaum einer Abnutzung, so dass die Gebrauchtgeräte praktisch genau so gut wie Neugeräte nutzbar sind. Einzige Abstriche sind gelegentlich bei der Optik zu machen, weil gebrauchte Schränke Kratzer im Lack oder kleinere Dellen im Blech aufweisen können.

ITM: Was sollten Anwenderunternehmen beim Kauf von gebrauchter Hardware auf jeden Fall beachten? Gibt es bekannte „Schwachstellen“ von gebrauchter Hardware?
Laves:
Die „Schwachstelle“ bei gebrauchter Hardware ist meist der Anbieter. Seriöse Anbieter kennen die Vorbesitzer/vorherigen Nutzer der Hardware, d.h. die Quellen der Geräte und ihr Einsatzumfeld und geben oft erweiterte Gewährleistung für gebrauchte Geräte.

ITM: Wie sieht die Garantieleistung bzw. der Support/die Wartung für gebrauchte Geräte in der Regel aus?
Laves:
Grundsätzlich fallen gebrauchte Geräte von Händlern unter deren Gewährleitungspflicht von einem Jahr im gewerblichen Bereich. Sofern es sich um nicht allzu alte Geräte handelt, also zum Beispiel nur um Geräte der Vorgeneration, erhält man oft noch Wartung und Support von den Herstellern, welche aber separat zu bezahlen ist und nicht mehr unter die Herstellergarantien fallen. Aber auch hier muss im Einzelfall geprüft werden, ob nicht doch noch eine Herstellergarantie gültig ist, die ja oft bis zu 30 Jahre dauert.

ITM: Auch der Lebenszyklus gebrauchter Hardware ist einmal abgelaufen. Worauf kommt es bei der Entsorgung der „Altlasten“ insbesondere unter Nachhaltigkeits- und Umweltaspekten an?
Laves:
IT-Hardware sollte immer von Fachbetrieben entsorgt werden, vor allem wegen der Datensicherheitsaspekte, aber auch, um die ordnungsgemäße Entsorgung von giftigen Bestandteilen zu gewährleisten. Grundsätzlich ist IT-Hardware im Recycling-Geschäft eine gern gesehene Ware, da sie zum Beispiel häufig wertvolle Edelmetalle enthält.

ITM: Stichwort Sicherheit: Wie kann man sichergehen, dass bei der Entsorgung von Hardware nicht irgendwo eine Festplatte mit sensiblen Firmendaten verlorengeht oder Daten nicht unwiederbringlich gelöscht werden?
Laves:
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass ausschließlich zertifizierte Entsorgungsbetriebe beauftragt werden. Zudem ist wichtig, dass ausnahmslose alle Datenvernichtungsaufträge dokumentiert werden müssen.

©2019Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok