Fundiertes Wissen gefragt

Weltweites Liquiditätsmanagement

Im Interview betont Martin Eitzert, Leiter Kundenbetreuung bei der CSS AG, dass für weltweites Liquiditätsmanagement sehr viel Erfahrung im Umgang mit den Beteiligten sowie ein fundiertes Wissen um die rechtlichen Rahmenbedingungen vonnöten ist.

Martin Eitzert, CSS

„Modernes Liquiditätsmanagement sollte heute über zentrale Basisdaten erfolgen“, meint Martin Eitzert, Leiter Kundenbetreuung bei CSS.

ITM: Herr Eitzert, inwieweit ist grenzüberschreitendes, interkulturelles bzw. weltweites Liquiditätsmanagement auch für mittelständische Unternehmen ein Thema? Und welche Bedeutung messen sie dem Thema bei?
Martin Eitzert:
Hohe Bedeutung – für jedes Unternehmen ist es wichtig zu wissen, welche liquiden Mittel verfügbar sind, um Verpflichtungen gegen über den Mitarbeitern sowie Kreditoren, öffentlichen Rechtsträgern wie Finanzämtern, Krankenkassen, etc. nachzukommen. Deshalb ist das zentrale Element jedes Liquiditätsmanagements der Liquiditätsplan. Dieser schafft Transparenz über die aktuelle und zukünftige Liquiditätsentwicklung des Unternehmens. Die Liquiditätsplanung ist die Basis für die tägliche, wöchentliche oder monatliche Liquiditätssteuerung des Unternehmens. Entscheidend sind dabei die laufende Aktualisierung der Zahlen und entsprechende Forecasts. Weltweites Liquiditätsmanagement bedarf dabei sehr viel Erfahrung im Umgang mit den Beteiligten sowie ein fundiertes Wissen um die rechtlichen Rahmenbedingungen.

ITM: Wie können sich Unternehmen einen Überblick über die eigenen Finanzmittel und Geldgeschäfte verschaffen, wenn sie z.B. weltweite Standorte besitzen?
M. Eitzert:
Optimal geschieht dies über zentrale Basisdaten. Will heißen: Wenn sämtliche liquiditätsrelevanten Daten in einer einzigen Datenbasis verfügbar sind – aufbereitet in einem übergeordneten Mandanten nach Kennzahlen über Zahlungsbedingungen wie Zahlverhalten, Lieferabsichten, etc. –, dann sind sehr schnell aussagekräftige Auswertungen über die globalen liquiden Mittel möglich. Um das sicherzustellen, muss ein Unternehmen entweder die weltweiten Buchhaltungen vollständig in einer Software betreiben oder die Salden der Sachkonten und die offenen Posten inkl. Fälligkeitsdaten einlesen und diese über firmenübergeordnete Mandanten abfragen und auswerten.

ITM: Inwieweit kann eine Liquiditätsmanagement-Lösung hierbei für Transparenz sorgen?
M. Eitzert:
Verfügt ein Unternehmen über eine Software mit einer einzigen Datenbasis, dann kann ein zentraler Mandant nach individuellen Vorgaben (wie Kontenrahmen, etc.) aufgebaut werden, indem alle Daten (auch Bankensalden) sämtlicher Firmen entsprechend aufbereitet und individuell ausgewertet werden können. Von daher ist eine Transparenz auch von internationalen Standorten gewährleistet. Sind jedoch unterschiedliche Software-Lösungen im internationalen Markt eingesetzt, und somit auch keine zentrale Datenhaltung vorhanden, so müssen sämtliche liquiditätsrelevanten Kennzahlen pro Land mühsam zusammengesucht und zusammengeführt werden (ggf. in Excel).

ITM: Mit welchem Aufwand (zeitlich, personell, finanziell) ist die Einführung einer Liquiditätsmanagement-Lösung für einen Mittelständler verbunden – insbesondere, wenn mehrere Standorte eingebunden werden sollen?
M. Eitzert:
Nahe Null, da es eine Grundfunktion innerhalb der z.B. Egecko-Software darstellt, alle gebuchten Firmen zentral und übergeordnet auszuwerten. Dies gilt auch für Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen sowie Forderungen gegen über Kunden.

ITM: Welche Voraussetzungen muss der Anwender erfüllen, damit die Software einwandfrei funktioniert?
M. Eitzert:
Der Anwender muss Kenntnis haben über lokale Besonderheiten wie übliche Zahlungsbedingungen in verschiedenen Kulturkreisen, Zahlungsverhalten sowie über übliche Zahlungsmittel, etc., um entsprechende aussagekräftige Auswertungen generieren zu können. Dazu kann man entweder alle Standorte in der Lösung buchen oder Salden und OPs im Tagesgeschäft übernehmen.

ITM: Worauf sollten Unternehmen bei der Auswahl eines entsprechenden Anbieters plus Lösung achten? Was sind die heutigen Anforderungen an ein modernes Liquiditätsmanagement?
M. Eitzert:
Entsprechende Software sollte die jeweilige länderspezifische Jurisdiktion anbieten oder eine einfache Funktionalität, Salden von Sachkonten sowie OPs von Debitoren und Kreditoren inkl. deren Stammdaten einlesen zu können. Modernes Liquiditätsmanagement sollte heute über zentrale Basisdaten erfolgen, also sämtliche liquiditätsrelevanten Daten sollten in einer einzigen Datenbasis vorhanden sein.

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