02.01.2018

Wie Barf-Alarm.de seine Kundenbeziehung ausbaut

Von: Robert Schindler, Lea Sommerhäuser

Im Interview berichtet Fabian Rossbacher, CEO der Barf-Alarm.de UG (haftungsbeschränkt), was den Erfolg des Webshops ausmacht und welche Rolle dabei mitunter die Suchmaschinenoptimierung und die Kooperation mit großen Portalen wie Amazon, Ebay und Facebook spielen.

Fabian Rossbacher, Geschäftsführer von Barf-Alarm.de, zusammen mit Kollegin Julia Reinarz, Head Of Kundensupport, Lager und Logistik

Fabian Rossbacher, Geschäftsführer von Barf-Alarm.de, zusammen mit Kollegin Julia Reinarz, Head Of Kundensupport, Lager und Logistik

ITM: Herr Rossbacher, zum Einstieg für die Nicht-Hundehalter: Was genau verkaufen Sie auf barf-alarm.de?
Fabian Rossbacher:
Auf barf-alarm.de verkaufen wir frisches Fleisch für Hunde. Das Fleisch kaufen wir bei ausgewählten Höfen in der Eifel ein. Dabei achten wir darauf, dass die Höfe keine Massentierhaltung, keine Hormonbehandlung und keinen Tiertransport über 30 Minuten Fahrtzeit durchführen. Aufgrund dieser strengen Bestimmungen fallen bei uns von 100 Höfen in der Regel 90 Stück als Zulieferer aus. Vor allem Punkt 3 macht die Suche aufwändig, denn nach deutschem Tierschutzgesetzt dürfen Tiere bis zu acht Stunden zum Schlachthof transportiert werden. Dies ist für uns eine unglaubliche und nicht zu akzeptierende Bedingung.

ITM: Welche Shop-Software setzen Sie ein?
Rossbacher:
Wir setzen auf Wordpress in Verbindung mit Woocommerce und über 25 Plugins für Schnittstellen nach Amazon, Ebay und DHL.

ITM: Welche Funktionen sind Ihrer Meinung nach in einem modernen Shop-System unerlässlich?
Rossbacher:
Der Webshop muss schnell und übersichtlich sein. Wir arbeiten jede Woche an kleinen Verbesserungen und das wird sicherlich niemals enden. Wir machen viel Facebook- und Google-Werbung. Dabei ist es sehr wichtig, den User zu verpixeln. Das muss natürlich nach deutschem Datenschutz geschehen.

ITM: Welche Bezahlmöglichkeiten bieten Sie an und warum?
Rossbacher:
Wir sind mit Paypal und Vorkasse gestartet. Nach zwei Monaten haben wir Sofortüberweisung mit aufgenommen und seit sechs Monaten auch Amazon-Payment. Im Nachhinein betrachtet war dies genau der richtige Weg. Kauf auf Rechnung bieten wir nicht an, da wir in der Vergangenheit zu viele negative Erfahrungen gemacht haben.

ITM: Viele Shops mit kleiner Mannschaft kämpfen mit den Themen „Versand“ und „Retoure“. Wie viele Pakete in der Woche verschicken Sie und wie ist der Versandablauf geregelt – insbesondere, da es um TK-Ware geht?
Rossbacher:
Wir haben null Prozent Retoure, weil das Fleisch als TK versendet wird und nicht an uns zurückgeschickt werden kann. Sollte es bei der Versendung zu Problemen durch unseren Logistikdienstleister DHL kommen, zeigen wir uns immer kulant. Der Kunde ist bei uns König und wir möchten eine dauerhafte Kundenbeziehung aufbauen. Die Besonderheit an unserem Fleisch ist, dass es keinen zweiten Barf-Online-Shop mit vergleichbarer Qualität gibt. Es gab in der einjährigen Firmengeschichte noch keinen Kunden, der nicht von unserer Qualität begeistert war. Im Monat verschicken wir zwischen drei bis vier Tonnen Fleisch. Zu Spitzenzeiten können dies schon einmal 50 Pakete am Tag sein.

ITM: Welche Tipps können Sie anderen Shop-Betreibern geben, um online gefunden zu werden?
Rossbacher:
Das Thema „SEO“ (Suchmaschinenoptimierung) war bei uns ab dem ersten Tag eines der wichtigsten Themen. Mit einer 20-köpfigen Redaktion von freien Mitarbeitern erstellen wir täglich spannende Inhalte für unsere Leser. Unsere Artikel sind zwischen 1.200 und 1.600 Wörtern lang, und dies begeistert die Leser. Unser Redaktionsanspruch ist, dass wir die Wissensquelle Nummer 1 sind. Das merkt auch Google und belohnt uns mit immer mehr Rankings. Dies motiviert die Mitarbeiter und damit haben wir eine sehr gute Spirale geschaffen.

ITM: Wie wichtig sind für Ihren Shop die großen Portale für den Verkauf? Welche Tipps können Sie zu Amazon, Ebay und Facebook für Shop-Betreiber geben?
Rossbacher:
Im Februar 2017 haben wir mit dem Verkauf über Amazon und Ebay begonnen. Die Ebay-Verkaufszahlen sind überschaubar und die Amazon-Zahlen haben mittlerweile die gleichen Umsatzzahlen wie im Online-Shop erreicht. Das freut uns sehr, denn wir möchten so viele Kunden wie möglich erreichen. Auch die Optimierung auf Amazon wird mittlerweile durch ein Content-Team abgewickelt. Auf Facebook schalten wir viel PPC-Werbung und bauen unsere Fanpage stetig weiter aus.

ITM: Wie beurteilen Sie den Einstieg großer Supermärkte und von Amazon ins Lebensmittelliefergeschäft?
Rossbacher:
Wir sehen Supermärkte und Amazon nicht als Wettbewerb, sondern als Partner. Ein Premium-Produkt wie unseres ist nicht so einfach zu kopieren. Aus diesem Grund schauen wir entspannt auf den Markt und bauen unsere Kundenbeziehung durch ein sehr ausgeklügeltes E-Mail-Marketing und Social-Media-Marketing aus.

Bildquelle: Barf-Alarm.de

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