DSAG-Umfrage zum Einsatz elektronischer Rechnungen

XRechnung noch nicht in der Praxis angekommen

Seit Ende 2020 nimmt der Bund gemäß einer EU-Richtlinie nur noch Rechnungen in elektronischer Form entgegen. Nach und nach folgen jetzt die einzelnen Bundesländer mit der Pflicht der Rechnungsstellung im Format XRechnung.

Eine Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG) im März ergab aber: Von insgesamt 145 befragten Unternehmen hatten zwar 66 Prozent bereits eine Lösung zur Erstellung des neuen Rechnungsformates im Einsatz, die aber kaum genutzt wurde; rund 52 Prozent bislang erst zwischen null und 100 XRechnungen verschickt.

Vielfalt bremst

„Die verschiedenen XRechnung-Lösungen im Bund und den Bundesländern schaffen eine Vielfältigkeit, die in der EU einzigartig ist. Gleichzeitig hemmt genau dies den entscheidenden Schritt hin zur Digitalisierung“, erklärt Colin Blöcher, Sprecher der Arbeitsgruppe Electronic Invoicing & Real-time Reporting bei der DSAG. „Selbst große Konzerne und untergeordnete Landesbehörden verlangen unterschiedliche Versandwege wie Peppol, E-Mail, manuelle Eingabe, FTP oder De-Mail. Andere EU-Länder haben dies wesentlich effizienter und damit kostensparender für Unternehmen gelöst.“

18 Prozent der Befragten hatten die SAP-eigene Lösung „Document Compliance“ im Einsatz. Mit ihr lassen sich XRechnungen im ERP-System erstellen und dann über Peppol, E-Mail oder Zugferd versenden. Rund 55 Prozent verwenden hierfür Partnerprodukte inner- oder außerhalb von SAP. Für den Versand nutzt mit 52 Prozent immer noch eine Mehrheit den E-Mail-Verkehr. Es folgen (mit 25 Prozent) der Upload über öffentliche Portale (ZRE des Bundes, OZG-RE der Bundesdruckerei), Peppol (22 Prozent), Zugferd (20 Prozent) und Portale von Drittanbietern (12 Prozent).

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Peppol agiert technisch wie ein Einschreiben mit Rückschein, was zurzeit alle anderen Versandarten nur bedingt oder gar nicht leisten. „Dem Versandweg Peppol gehört die Zukunft, da Unternehmen und Behörden auf diese Weise schlanke Prozesse realisieren und wirklich Kosten einsparen können“, prognostiziert DSAG-Experte Bernd Nowack. „Die anderen Transportarten in Kombination mit entsprechenden Formaten treiben IT- und Prozesskosten eher in die Höhe, denn sie erfordern wegen des unsichereren Transports strengere Kontrolle und ggfs. Nacharbeiten.“ Schon in ihren DSAG-Handlungsempfehlungen zur XRechnung prophezeit die Anwendergruppe Peppol die besten Zukunftsaussichten, wenn es um E-Invoicing geht.

Kaum Potential für die XRechnung

Lieferanten, die auf die elektronische Rechnung im Format XRechnung umsteigen, sparen Papier- und Portokosten und profitieren von schnellerem elektronischem Versand und damit potenziell schnellerer Bezahlung. Deshalb sollte zu erwarten sein, dass sich nach dem Rechnungsverkehr mit öffentlichen Einrichtungen die XRechnung auch im B2B-Geschäft durchsetzen wird. Genau dies aber steht laut DSAG-Umfrage noch nicht an: Bislang sehen lediglich 13 Prozent der befragten Unternehmen hier weiteres Potenzial für die XRechnung.

Bildquelle: GettyImages / DSAG

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