ERP ins Zentrum der Digitalisierung rücken

Abschied von der alten Welt

Technologien wie das Multi-Relation-Management könnten bisherige Denkweisen im Bereich „ERP“ komplett über den Haufen werfen, sagt Karl Gerber, CEO von Step Ahead, im Kommentar.

ERP ins Zentrum der Digitalisierung rücken

„Letztlich erlaubt der Low-Code-Ansatz den Anwendern mehr Komfort und Flexibilität – eben mehr Zukunft“, so Karl Gerber.

Eigentlich sollten ERP-Systeme der Dreh- und Angelpunkt der Digitalisierung sein. Über die zentrale Datenhaltung können sie Unternehmen dabei helfen, Prozesse zu optimieren. Allerdings haben sich ERP-Systeme in den vergangenen Jahrzehnten zu Monolithen und Datengräbern entwickelt. Die gängigen Lösungen sind in sich geschlossene Großsysteme, die über Jahre Unsummen verschlungen haben und nun keiner anfassen möchte. Den Anwendern präsentieren sich die Produkte als Blackbox. Und die Unternehmen sollen sie am besten genauso verwenden, wie sie sie bekommen haben.

Viele „Software-Versteher“ raten stets kategorisch davon ab, gängige ERP-Systeme überhaupt anzupassen. Damit wären Unternehmen gezwungen, ihre Arbeitsweise an der Software zu orientieren. Denn wer Eigenentwicklungen einfügt, geht ein großes Risiko ein: Die Gewährleistung wird infrage gestellt – und Updates können nicht mehr eingespielt werden. Das sind keine optimalen Bedingungen für den Generationswechsel, der in den Unternehmen ansteht. Denn damit verbunden ist auch ein anderer Anspruch an die Software.

Die Generation Z lebt Digitalisierung

Wie wäre es da mit einer Digitalisierungsstrategie, die den Anwender in den Mittelpunkt stellt? Brauchen wir nicht zusätzlich einen Generationswechsel bei der Business Software? Ziel einer Software für die Generation Z sollte nicht allein sein, Geschäftsprozesse spürbar zu verbessern, sondern auch die Zusammenarbeit.

Während viele Software-Hersteller noch über die Datenorganisation in Form von Tabellen und Datenbeziehungen sprechen, leben Mitarbeiter die Digitalisierung längst anders. Sie organisieren sich in Whatsapp-Gruppen, nutzen Online-Datenspeicher und zur Informationsbeschaffung natürlich Google. Alle Tools arbeiten zusammen und leisten ihren Beitrag, um zügig zum optimalen Ergebnis zu kommen. All dies sollte auch in einer Unternehmens-Software möglich sein.

Mehr Komfort und Flexibilität

Eine Software für die Generation Z setzt auf Low-Code – nicht nur für Oberflächen, sondern auch für die Business-Logik, wo die Wertschöpfung für die Kunden stattfindet. Ihr wichtigstes Merkmal ist die saubere Trennung von Anwendungsoberfläche und Integrationsschicht. So lassen sich Applikationen immer wieder verändern, ohne dass die Programmlogik verloren geht oder Konflikte mit bestehenden Anwendungsteilen entstehen. Das verkürzt nicht nur die Entwicklungszeiten, sondern vereinfacht und beschleunigt auch die Individualisierung. Voraussetzung dafür ist, dass die gesamte Anwendung in Low-Code entwickelt ist – und damit auch jede Fachfunktion, nicht nur die Oberflächen.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 5/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Letztlich erlaubt der Low-Code-Ansatz den Anwendern mehr Komfort und Flexibilität – eben mehr Zukunft. Ansichten und Dashboards lassen sich individuell so einstellen, wie es der eigenen Arbeitsweise und den spezifischen Anforderungen am besten entspricht. Nur so arbeiten User gerne mit der Software und schöpfen ihre persönlichen Möglichkeiten voll aus. Genau so muss gelebte Digitalisierung sein.

Bildquelle: Step Ahead

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