Black Friday

Abzocke statt Schnäppchen?

Schon die ganze Woche stehen die Zeichen auf „Black Friday“. Erste Angebote sind bereits seit Montag in verschiedenen Shops – online sowie vor Ort – zu finden und locken Schnäppchenjäger an. Allerdings stellt sich die Frage, ob bei vermeintlich günstigen Einkäufen auch wirklich Geld gespart wird.

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Schon die ganze Woche stehen die Zeichen auf „Black Friday“. Erste Angebote sind bereits seit Montag in verschiedenen Shops – online sowie vor Ort – zu finden und locken Schnäppchenjäger an. Allerdings stellt sich die Frage, ob bei vermeintlich günstigen Einkäufen auch wirklich Geld gespart wird.

Bereits im vergangenen Jahr haben die Auswirkungen der Coronavirus-Krise für Unsicherheiten in der Lieferkette gesorgt. In diesem Jahr wird das voraussichtlich nicht anders sein, schaut man sich die steigenden Fallzahlen und das aktuelle Inzidenzhoch an. Der Einzelhandel bekommt es also mit diversen Herausforderungen zu tun – auch deshalb, weil der Black Friday die Weihnachtssaison einleitet. Der „Adobe Shopping Forecast 2021“ etwa prognostiziert weltweit bis zu 910 Mrd. US-Dollar Umsatz in der Festtagssaison.

Als Folge der Pandemie sind viele Käufer zudem bereits 2020 vermehrt auf Online-Shopping umgestiegen – ein Trend, der sich auch in diesem Jahr fortsetzt und sicher für eine ungewöhnliche Saison sorgen wird. Aktuelle Studien, etwa vom Bitkom, zeigen, dass mehr als die Hälfte der Käufer auch 2021 online shoppen wird. Einen Fokus legen viele dabei auf Elektronikneuanschaffungen – kein Wunder eigentlich, wenn man bedenkt, dass ein Gros der Arbeitnehmer künftig wieder im Homeoffice arbeiten wird und dafür vor allem im Bereich „Sicherheit“ aufgerüstet werden muss.

„Black Friday Müdigkeit“ bei der Gen Z

Während manche den „Schwarzen Freitag“ kaum abwarten können, stellt der „Global Black Friday Forecast“ der Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners bei der jüngeren Zielgruppe, der Generation Z, eine gewisse „Black-Friday-Müdigkeit“ fest. Ganze 43 Prozent gaben als Grund dafür an, von dem weltweiten Shopping-Event „gelangweilt“ zu sein.

Zusammenhängen könnte diese Müdigkeit auch mit der Problematik, dass die ausgewiesenen „unschlagbaren Schnäppchen“ und „Top-Deals 2021“ bisweilen nicht das sind, was sie vorgeben, zu sein. So hat etwa das Vergleichsportal Netzsieger einen Monat lang Preise verschiedener Händler wie Amazon beobachtet und dabei starke Schwankungen festgestellt. Bei einem einzigen der Geräte sei der Preis kontinuierlich gesunken – bei einigen der anderen Geräte sei er kurz vor dem Black Friday sogar gestiegen.

Dies belegt, was sich so mancher sicher schon gedacht hat: Einige der angepriesenen Schnapper sind keine tatsächlichen Rabatte. Ärgerlich ist das für die Käufer, von denen sich laut aktueller Bitkom-Studie rund 37 Prozent gerade aufgrund der Rabattaktionen für oder gegen einen Shop entscheiden. Ein weiteres Ergebnis der Studie, für die rund 1.000 Online-Käufer befragt wurden, ist, dass für 83 Prozent das stärkste Kriterium pro oder contra Online-Shop der Preis selbst ist. Deshalb sollte vor dem Einkauf genau geprüft werden, ob die Ware ihre Kosten wert ist. Auch empfiehlt es sich, Preise zu vergleichen und ausschließlich in seriösen Shops einzukaufen. Häufig reicht schon eine Google-Suche, um die Seriosität eines Shops zu klären.

Neue Chance für den Handel

Der Black Friday ist jährlich eine der größten Umsatzchancen für den Einzelhandel – nicht nur in den USA. Gerade deshalb empfiehlt es sich für Verkäufer mehr denn je – auch, um die Gen Z künftig wieder zu erreichen –, einen Fokus auf das Thema „Usability“ zu legen, Flexibilität zum Dreh- und Angelpunkt zu machen und auf moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz und Co. zu setzen. Denn gerade die Entwicklung neuer Technologien wird nach wie vor durch die Pandemie und den daraus folgenden Digitalisierungsschub befeuert. So könnten Krise und Shopping-Müdigkeit zu einer neuen Chance für den Handel werden.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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