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„Akzeptanz ist der Schlüssel zum Erfolg“

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen verschiedener IT-Anbieter. Diesmal: Janine Bohnenberg, Teil der Geschäftsführung und Business-Unit-Leiterin für Verwaltung, Finance, HR und Interne IT bei der Dotsource GmbH.

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„Viele mittelständische Unternehmen stehen Neuem und – ich glaube – im Besonderen technischen Veränderungen eher zögerlich gegenüber“, weiß Janine Bohnenberg.

Unter Mittelstand verstehe ich ...
... Fleiß. Wenn ich an Mittelstand denke, sehe ich fleißige Menschen. Menschen, die Unternehmen aufgebaut haben und zumeist in Familie oder in Familientradition führen. Menschen, die ihr Bestes geben, um Kundenprojekte und -aufträge zügig, ordentlich und mit einem hohen Anspruch an Qualität umzusetzen – und dabei spielt die Branche keine Rolle.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… es an vielen Stellen unkomplizierter und familiärer zugeht. Unsere Digitalagentur ist mittlerweile auf 500 Mitarbeiter angewachsen und dennoch inhabergeführt. In der Geschäftsführung legen wir sehr großen Wert darauf, dass der Gründergeist trotz starkem Wachstum erhalten bleibt und wir den persönlichen Draht zu unseren Mitarbeitern nicht verlieren. Das ist wichtig, um Herausforderungen so früh wie möglich zu erkennen und ebenso früh Lösungen zu erarbeiten – am besten gemeinsam.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
... einer guten Mischung aus Drang zur Innovation und Verständnis für Traditionsbewusstsein. Viele mittelständische Unternehmen stehen Neuem und ich glaube im Besonderen technischen Veränderungen eher verhalten und zögerlich gegenüber. Ein großes Fingerspitzengefühl seitens des IT-Spezialisten ist daher zwingend notwendig. Er muss verstehen, erklären und von den Vorteilen neuer Wege überzeugen können. Er muss auf Augenhöhe agieren und nahbar sein. Die IT ist für den Kunden abstrakt genug, die Kommunikation und Zusammenarbeit mit dem IT-Spezialisten sollte es keinesfalls werden.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… inzwischen auf einem guten Weg. Viele Mittelständler verstehen, dass die Digitalisierung nicht nur unerlässlich ist, sondern auch ihren Arbeitsalltag erleichtert. Und sie wissen auch, dass es wichtig dabei ist, alle Mitarbeiter mit ins Boot zu holen. Als Verantwortliche für HR-Themen bei Dotsource weiß ich, wie wichtig es ist, flächendeckend Verständnis und Akzeptanz für Veränderungen zu schaffen – uns geht es da in einigen Punkten nicht anders als den Mittelständlern in Industrie und Handel. Akzeptanz ist der Schlüssel zum Erfolg jedes IT-Projekts.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
... Laptops (mittlerweile), MS-Office, Scanner, Drucker, Buchhaltungs- und Rechnungssystem und mindestens einem ITler, der überall dort aushilft, wo es grade klemmt. Tatsächlich gibt es auch nach zweieinhalb Jahren Pandemie und Kontaktverbot den Mittelständler, bei dem z.B. nur ein einziges Gerät im Unternehmen über die Befähigung zu MS Teams oder ähnlichen Videotelefonieprogrammen verfügt. Ebenso gibt es die kompletten Gegenbeispiele: Viele Unternehmen haben sich in Sachen „IT-Systeme“ bereits professionalisiert. Und das sehen wir vermehrt und mit großer Freude, denn das macht es uns als Dienstleister einfacher, Kunden von den Vorteilen einer harmonischen Digitallandschaft zu überzeugen.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist ...
… zögerliche Neugier. So viele Vorteile das Arbeiten als Mittelständler bei mittelständischen Unternehmen hat, so wahr ist es auch, dass nur zögerlich finanzielle Ressourcen freigemacht werden, um Neues zu wagen – getreu dem Motto „Never change a running system“. Aber auch hier verzeichnen wir als Digitalagentur seit Frühjahr 2020 eine Tendenz: Viele Unternehmen haben das große Potenzial erkannt, das in einer nachhaltigen digitalen Transformation liegt, und wollen nun für spätere Krisen gewappnet sein. „Digitale Resilienz“ ist das neue Stichwort.

Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… die Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach Verbesserung und der Furcht vor Kontrollverlust, Sicherheitslücken oder Cyberangriffen und Veränderung. Wir merken, dass die Nachfrage nach Beratung zu den Themen „Cyber-Security“ und „Change Management“ zuletzt stark gestiegen ist. Gerade Mittelständler haben hierfür intern selten die Ressourcen und müssen sich daher auf ihre Partner und Dienstleister für Digitalisierungsfragen verlassen können.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
… Offenheit. Offen sein gegenüber neuen Wegen, neuen Perspektiven und Technologien. Und weil es oft schwierig ist, allein neue Wege zu gehen, sollte man auch dahingehend offen sein, sich Expertise ins Haus zu holen. Unabhängig davon, für welchen Dienstleister man sich am Ende entscheidet, halte ich es immer für sinnvoll, sich von erfahrenen Unternehmen beraten zu lassen.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
... sowohl nach Außen als auch nach Innen. Dass Marketing, Vertrieb und Bewerber-Management häufig nur noch online funktionieren, wissen mittlerweile viele. Potenzielle Bewerber lesen Stellenanzeigen nicht mehr in der Lokalzeitung, sondern auf Webseiten bzw. in Jobportalen oder schauen Videos auf den einschlägigen Social-Media-Kanälen. Kunden blättern nicht mehr durch daumendicke Kataloge, sondern scrollen am Smartphone durch Newsletter, um sich über die neuesten Produkte und Aktionen zu erkundigen. Aber auch unternehmensintern haben viele Mittelständler noch Handlungsbedarf und es gilt, die Bereitschaft für Flexibilität und Veränderung unter den Mitarbeitern zu stärken und ihnen beispielsweise durch Schulungen die Angst vor dem Umgang mit neuen Technologien zu nehmen. Der Mittelstand ist auf einem sehr guten Weg. Manchmal braucht es nur ein wenig mehr Mut.

Janine Bohnenberg
Alter: 44 Jahre
Familienstand: ein Kind
Größte Hobbys: Heimwerken und Reisen

Karriere
Ausbildung: Kauffrau
Beruflicher Werdegang: Quereinstieg in das Telekommunikationsunternehmen Mobilcom (heute ein Teil der Freenet AG), Führungskräfteprogramm, operative und leitende Funktion innerhalb des Unternehmens, kurzer Abstecher in die Automobil­branche zur Firma Rameder und dann ins Digital-Business zum damaligen Start-up Dotsource.
Derzeitige Position: Teil der Geschäftsführung und Business-Unit-Leiterin für Verwaltung, Finance, HR und Interne IT 

Bildquelle: Dotsource

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