IT-Sicherheitslage in Deutschland

Alarmstufe Rot!

Wie aus dem aktuellen Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hervorgeht, ist es um die IT-Sicherheit in Deutschland nicht gerade rosig bestellt. Die Lage bleibe wie im Vorjahr „angespannt bis kritisch“ – in Teilbereichen herrsche sogar „Alarmstufe Rot“.

IT-Sicherheitslage in Deutschland

„Wenn wir weiterhin die Informationssicherheit vernachlässigen, werden wir niemals das volle Potenzial der Digitalisierung ausnutzen können“, mahnt BSI-Präsident Arne Schönbohm.

Mitverantwortlich dafür dürfte die Covid-19-Pandemie sein. So hat sie mit ihren gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen natürlich auch Folgen für die Arbeitssituation in praktisch allen Unternehmen und Organisationen. Plötzlich waren Homeoffice-Szenarien und der Einsatz digitaler (Kommunikations-)Tools unabdingbar. Doch die Digitalisierung der Arbeitsprozesse mit all ihren Chancen und Möglichkeiten birgt auch zahlreiche Risiken.

So belegen die Entwicklungen in den vergangenen Monaten, dass sich immer mehr Cyberkriminelle die Schwächen der nun verstärkt digitalen Gesellschaft und vernetzten Arbeitswelt zunutze machen, Schadsoftware in Umlauf bringen und Ransomware-Angriffe starten. BSI-Präsident Arne Schönbohm begrüßt es zwar, dass die Digitalisierung mit all ihren Vorzügen weiter voranschreitet, warnt aber auch: „Wenn wir dabei weiterhin die Informationssicherheit vernachlässigen, werden wir niemals das volle Potenzial der Digitalisierung ausnutzen können. Mehr noch: Im schlimmsten Fall werden viele Digitalisierungsprojekte scheitern.

Mit der Verabschiedung des IT-Sicherheitsgesetzes 2.0 im April 2021 wurde das BSI immerhin mit zusätzlichen Kompetenzen bei der Detektion von Sicherheitslücken sowie zur Abwehr von Cyberattacken ausgestattet. Der Gesetzgeber hat also die höhere Bedeutung der Cyber- und Informationssicherheit in Deutschland erkannt. Nun müsse aber auch die neue Bundesregierung einen besonderen Schwerpunkt auf die IT-Sicherheit setzen, damit die Digitalisierung gelingen kann, fordert Prof. Norbert Pohlmann, Vorstand IT-Sicherheit im Eco-Verband.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 11/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Und auch Guillaume Vassault-Houliére, CEO und Mitgründer von Yeswehack, macht deutlich: „Es braucht eine Cybersicherheitspolitik, die keine Zugeständnisse bei den Anforderungen macht, damit wir wirklich über die nötigen Mittel verfügen, um ein starkes Ökosystem für den Cyberschutz zu schaffen.“ Da kann man nur hoffen, dass die neue Regierung diesen Weg konsequent beschreitet, um die Voraussetzungen für eine sichere Digitalisierung zu schaffen. 

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok