Integration und Echtzeitverarbeitung

Alle Fakten im Blick

Sie ist Herz und Hirn jedes Unternehmens: die Buchhaltung. Sie ist für alles zuständig, was das Vermögen der Firma betrifft. Dafür braucht es eine leistungsstarke Software, die viele manuelle Aufgaben automatisiert und zugleich zentraler Baustein für die Digitale Transformation ist.

Integration und Echtzeitverarbeitung

Ein fundamentaler Treiber der Digitalisierung des Finanzwesens ist, dass die Märkte und Wettbewerber immer dynamischer werden und die Zusammenhänge komplexer.

Wie kann Nachhaltigkeit in Geschäftsmodelle integriert und strategisch erfolgreich umgesetzt werden? Und welchen Beitrag kann der Finanzbereich dazu leisten, ökologische und soziale Ziele zu verfolgen, während der wirtschaftliche Erfolg der Firma gesichert bleibt? Solche Fragen stehen neben den Daueraufgaben Prozessoptimierung und Organisationsgestaltung ganz oben auf der Agenda der Finanzabteilungen von Unternehmen. Zwar haben viele CFOs im Zuge der Corona-Pandemie durchaus erkannt, dass die Digitalisierung bei der Bewältigung der Krise hilfreich sein kann; Effizienzpotenziale bleiben aber dennoch oft ungenutzt, da die Projekte zu häufig im Anfangsstadium stecken bleiben. Dies sind Ergebnisse der CFO-Studie 2020 der Management-Beratung Horváth & Partners.

Demnach streben 80 Prozent der Verantwortlichen zwar eine End-to-End-Digitalisierung in ihrem Bereich an, doch gestaltet sich das in der Praxis mühsam. Die Studienteilnehmer gaben an, dass durchschnittlich fast ein Jahr vergeht, bis eine digitale Anwendung produktiv genutzt werden kann – eine lange Spanne von der Identifikation des Anwendungsfalls bis zum Einzug in den Arbeitsalltag der Finanzabteilungen. „Sicher variiert diese Zeitdauer von Fall zu Fall“, sagt Achim Wenning, einer der Experten bei Horváth & Partners. „Die Einführung eines Bots für Routineaufgaben, also eine RPA-Anwendung, lässt sich beispielsweise viel schneller umsetzen als eine Big-Data-Anwendung wie ein integrierter Data Lake zu Steuerungszwecken.“ Die großen Veränderungen scheinen noch bevorzustehen. Zumindest erwarten das die Verantwortlichen in den Finanzabteilungen. 95 Prozent der befragten CFOs und kaufmännischen Leiter rechnen mit grundlegenden Veränderungen in der Rollenwahrnehmung und bei den Mitarbeiterkompetenzen. 93 Prozent sehen neue Anforderungen auf sich selbst und die Kollegen zukommen.

Dabei dürfte die Erkenntnis helfen, dass sich wegen Corona und mit zunehmender Digitalisierung ein offeneres und vorbehaltloseres Mindset bei Mitarbeitern gegenüber dem digitalen Trend einstellt. Dies bestätigen 60 Prozent der Befragten. Allerdings sehen 40 Prozent an dieser Stelle noch Defizite. In einigen Fällen hapert es an der Kompetenz: 37 Prozent der Studienteilnehmer stellen fest, dass mangelndes Wissen über digitale Enabler und Methoden ein Problem in der Transformation darstellt. In 42 Prozent der befragten Unternehmen fehlt grundsätzlich die personelle Ausstattung.

Ganzheitliche Fundierung fehlt

Immerhin ist die Notwendigkeit einer Digitalstrategie bei den Verantwortlichen angekommen: 90 Prozent der Befragten geben an, bei ihren Transformationsbemühungen einer Strategie zu folgen – meist allerdings orientiert am einzelnen Use Case. „Diese isolierte Umsetzung individueller Anwendungsfälle dominiert die Transformation. Zu selten werden ganzheitliche Strategien verfolgt“, beobachtet Wenning. Das räche sich: Fehlt der Umsetzungsfahrplan oder ist er lückenhaft, kommt es zu Verzögerungen. 27 Prozent nennen diese Schwierigkeit als hauptsächliches Hindernis für eine erfolgreiche Transformation.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 10/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Ein fundamentaler Treiber der Digitalisierung des Finanzwesens ist aber auch, dass die Märkte und Wettbewerber immer dynamischer werden und die Zusammenhänge komplexer. Um die Kundenbedürfnisse zu erfüllen und gleichzeitig die Liquidität zu sichern, sind rasche Entscheidungen und entschiedenes Handeln gefragt. Dazu benötigt die Unternehmensführung fundierte Zahlen, um Planung und Prognosen effizient und in kürzeren Zyklen durchführen sowie alle Entscheidungen permanent hinterfragen zu können. Die Unternehmensplanung sollte daher möglichst integriert und automatisiert erfolgen.

Dabei können viele, höchst unterschiedliche Software-Produkte helfen. Die Softselect-Studie Rechnungswesen-Software beispielsweise stellt in einer Marktübersicht immerhin 167 Produkte vor, die von 137 Software-Anbietern in der DACH-Region angeboten werden. Befragt wurden dazu sowohl die ERP-Anbieter mit integriertem Rechnungswesenmodul als auch auf Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung spezialisierte Anbieter. Das Angebot ist aber noch vielfältiger, denn aktuell kommen ständig neue Cloud-Services aus dem In- und Ausland hinzu. Das Spektrum der Software-Unterstützung ist breit gefächert; es reicht von der elektronischen Rechnung über die Einbindung des Online-Handels bis hin zur Rechnungsprüfung in europäischen Mitgliedstaaten.

Controlling-Trends für 2021

Eine immer wichtigere Rolle spielt in diesem Zusammenhang auch das Controlling, für das es auch spezielle Tools und Software-Suiten gibt. Während Prognosen und das Denken in Szenarien schon immer integrale Bestandteile im Bereich der Finanzplanung und Analyse (FP&A) waren, erfährt das Controlling im Zuge der Digitalisierung einen grundlegenden Wandel: Der Blick nach vorn rückt in den Fokus. Das sagt jedenfalls Christoph Ahr, Vorstand des auf integrierte Unternehmensplanung spezialisierten Softwarehauses Jedox. „Die Controller haben tagtäglich das Unternehmen und die Kennzahlen im Blick, um den Fortbestand des Unternehmens sicherzustellen und Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen“, konstatiert Ahr. „Dafür planen sie, budgetieren und stellen Prognosen auf.“ Selten stehe man damit im Rampenlicht, es sei ein Agieren im Hintergrund. Solange jedenfalls, bis eine Krise droht. Fragende und verunsicherte Blicke lasten plötzlich auf dem Controlling. Das Management benötigt Aussagen zur Krisenfestigkeit, die schnellstmöglich geliefert werden sollen. Investoren, Banken, aber auch Zulieferer und Kunden wollen Antworten – und nicht zuletzt die Mitarbeiter brauchen Sicherheit.

Hier kommt Big Data ins Spiel – für den nächsten Schritt: die FP&A-Prozesse im Unternehmen durch die Ausweitung von Planung, Reporting und Analyse über das Finanzwesen hinaus auf die übrigen Organisationsbereiche zu vereinheitlichen. Das „x“ in xP&A steht für „extended“. Tools für die erweiterte Planung bieten ein immenses, weitgehend ungenutztes Potenzial für Unternehmen in Bereichen, in denen zwar Daten generiert werden, aber oft brachliegen. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten für genauere Pläne sowie bessere Budgets und Prognosen. Durch die Verschlankung von Prozessen und das Aufbrechen von Datensilos, die durch eine Single Source of Truth ersetzt werden, können Unternehmen effizienter und effektiver arbeiten.

In seiner Studie „Fundierte Entscheidungen in dynamischen Zeiten“ (2020) berichtet das Analystenhaus Barc, dass 42 Prozent der Unternehmen von Jahresend-Forecasts auf rollierende Forecasts umgestiegen sind. Im Zuge der globalen Pandemie wurden die alten Methoden und Zyklen in der Planung infrage gestellt. Die Möglichkeit, Budgets zu revidieren und Anpassungen vorzunehmen, um schnell auf interne Entwicklungen und globale Marktveränderungen reagieren zu können, wird von entscheidender Bedeutung sein, ebenso wie die Fähigkeit, die Auswirkungen dieser Veränderungen besser zu verstehen. Die wichtigsten Stichworte sind hier: Echtzeitplanung und -analyse.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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