Die steigenden Energiepreise belasten auch viele Privathaushalte, daran wird auch die vom Staat angekündigte 300-Euro-Energiepreispauschale im September nicht viel ändern können.
Um den RZ-Betrieb möglichst klimaneutral zu gestalten, kann beispielweise die Abwärme genutzt werden – hebt der Bitkom in seiner aktuellen Studie „Rechenzentren in Deutschland“ hervor. Dafür müssen die Erzeuger und Nutzer – wie etwa Städte – zusammengebracht werden, was nicht immer leicht ist. „Oft liegt es an der mangelnden Planung, Synergien zwischen Rechenzentren und Kommunen zu erzielen“, weiß Herbert Radlinger, VP Projects and Solutions bei NDC-Garbe. Durch die richtige Standortwahl und eine Verpflichtung der Kommunen, in Nahwärmenetze zu investieren, könnten jedoch die für die Abwärmenutzung notwendigen Strukturen vorsorglich integriert werden. Es liege in der Hand der (lokalen) Politiker, Rechenzentren in ihren regionalen Entwicklungsplänen zu berücksichtigen.
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Als positives Beispiel kann das Wohnquartier „Westville“ in Frankfurt genannt werden. Bei den geplanten rund 1.300 Neubauwohnungen sowie Gewerbeeinheiten mit einem Jahresbedarf von 4.000 Megawattstunden sollen laut Hessens Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus künftig mindestens 60 Prozent aus der Abwärme des benachbarten Rechenzentrums stammen.
Auch in anderen Städten wie etwa Köln wird dem Thema „Energie“ derzeit viel Aufmerksamkeit geschenkt. Als Sparmaßnahme hat die Domstadt z.B. beschlossen, die Straßenbeleuchtung ab 23 Uhr um 50 Prozent zu dimmen und grundsätzlich später ein- bzw. früher auszuschalten. Ferner sollen repräsentative Bauwerke wie etwa der Kölner Dom oder die Hohenzollern Brücke ab selbiger Uhrzeit nicht mehr von außen beleuchtet werden. Und in den städtischen Büros werde zukünftig weniger geheizt.
Gespart werden sollte aber nicht zuletzt auch in den Privathaushalten. Kunden der Rheinenergie müssen z.B. ab Oktober 2022 tief in die Tasche greifen, wie der Versorger mitteilte. Denn bei unveränderten Grundpreisen werde der Arbeitspreis für die verbrauchte Kilowattstunde Erdgas von 7,87 Cent auf 18,30 Cent pro Kilowattstunde (brutto) steigen. Da ist es fraglich, inwieweit die vom Staat angekündigte 300-Euro-Energiepreispauschale im September den Bürgern überhaupt unter die Arme greifen kann, zumal sie laut Bundesfinanzministerium in der Regel steuerpflichtig ist, so dass sich die Nettoentlastung entsprechend der persönlichen Steuerbelastung mindert.
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