Geldverarbeitende Systemlösungen

Alles auf perfekten Service gemünzt

Die HESS Cash Systems GmbH ist Spezialist für Münzverarbeitung und automatisierte Zahlungsabwicklung und hat ihre Systemlösungen konsequent weiterentwickelt und den heutigen Kundenbedürfnissen angepasst.

  • Dominik Seel und Harald Heinz von HESS

    Sie sind die Chefs des Mittelständlers: Dominik Seel (li.) und Harald Heinz.

  • Dominik Seel und Harald Heinz, HESS

    Die Zukunft fest im Blick: Zukünftig kommen beim Bezahlen immer mehr Smartphones zum Einsatz.

  • Dominik Seel und Harald Heinz, HESS

    „Der Markt für Bargeldverarbeitung befindet sich in der Tat in einem enormen Wandel, der sich in einer hohen Geschwindigkeit vollzieht“, so Dominik Seel (li.).

  • Harald Heinz und Dominik Seel, HESS

    „Finanzinstitute und Retailer generieren signifikante Kostensenkungs-potenziale durch die Automatisierung der Bargeldverarbeitung“, meint Harald Heinz (li.).

  • Harald Heinz, Timm Coerrens und Dominik Seel, HESS

    Im hauseigenen Entwicklungszentrum besprechen die Geschäftsführer mit Timm Coerrens (mittig), Director Software & Business Development, die Gestaltung eines neuen Benutzerinterface.

  • Dominik Seel und Harald Heinz, HESS

    „Technologien wie 5G und IoT eröffnen uns die spannende Möglichkeit, unsere Dienstleistungen auch als Cloud-basierte Lösung oder sogar als Betreibermodell anzubieten“, betont Dominik Seel (li.).

Das Angebot des Unternehmens an geldverarbeitenden Systemlösungen ist breit gefächert. Sind es im Bankenumfeld hauptsächlich Münzeinzahler und Rollengeber, die Münzen automatisiert prüfen, zählen, bewerten oder konfektioniert ausgeben, steht in anderen Wirtschaftssegmenten die Entwicklung innovativer Zahlungssysteme im Mittelpunkt. Egal, ob in der öffentlichen Verwaltung, wo Gebühren über Automaten beglichen werden, oder in Bibliotheken, bei Energieversorgern, in Krankenhäusern oder im Retail-Bereich, wo automatisierte Cash-Center Registrierkassen komplettieren – Ziel der Betreiber ist es, Bezahlvorgänge gleichermaßen kundenfreundlicher wie effizienter zu gestalten. Das Anwendungsspektrum wächst dabei kontinuierlich. Enorme Potenziale entstehen beispielsweise rund um die E-Mobilität, da hier die Zahl der Ladesäulen in den kommenden Jahren massiv ansteigen wird. IT-MITTELSTAND sprach mit den beiden Geschäftsführern Dominik Seel (li.) und Harald Heinz über die mit dem Wandel im Zahlungsverkehr verbundenen Herausforderungen und die Strategie des Unternehmens, zukünftig neben der Entwicklung intelligenter Automaten auch als Software-Anbieter und kaufmännischer Dienstleister zu fungieren.

ITM: Herr Seel, als hochspezialisierter Anbieter von Systemlösungen für die Bargeldverarbeitung und Zahlungsabwicklung nimmt HESS Cash Systems eine führende Position ein. Was zeichnet Ihr Unternehmen und Ihre lösungsorientierten Produkte aus?
Dominik Seel: Als Tochterunternehmen der international tätigen Gauselmann-Gruppe vereinen wir den Geist eines familiengeführten Betriebs mit der hohen Innovationskraft eines deutschen Traditionsunternehmens. HESS bedeutet Premiumqualität. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere Stärken und auf das, was den Unterschied ausmacht. Dieses Bewusstsein und die kontinuierliche Verbesserung von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen ermöglichen es uns, die Erwartungen unserer Kunden, Mitarbeiter und Partner zu erfüllen. Die Frage der Nachhaltigkeit spielt dabei die zentrale Rolle, denn Innovationen waren in der 135-jährigen Unternehmensgeschichte stets der Impulsgeber. Unsere Produkte und Lösungen werden am Hauptsitz in Magstadt entwickelt und produziert und sind somit echtes „Made in Germany“.

ITM: Über welche Vertriebsstrukturen werden Ihre Produkte und Dienstleistungen am Markt angeboten?
Seel: Im Service und Vertrieb sind wir nahe bei unseren Kunden. In Österreich sind wir mit der HESS Austria GmbH an den Standorten Graz und Linz sowie in der Schweiz mit der HESS Schweiz AG in Bern mit eigenen Tochtergesellschaften vertreten. Die HESS Gruppe verfügt somit über ein flächendeckendes Vertriebs- und Servicenetzwerk in der gesamten DACH-Region.

ITM: Herr Heinz, Sie verantworten den weltweiten Vertrieb. Wie agiert Ihr Unternehmen auf internationaler Ebene?
Harald Heinz: Im internationalen Umfeld vertrauen wir sowohl innerhalb Europas als auch auf globaler Ebene auf langjährige Vertriebs- und Servicepartner. In unserem OEM-Bereich beliefern wir namhafte Anbieter von Selbstbedienungslösungen. Dadurch kommen unsere Soft- und Hardware-Lösungen weltweit in Bankfilialen zum Einsatz und stehen Bankkunden zur Münzannahme und zur Münzrollenausgabe rund um die Uhr zur Verfügung. Außerhalb des OEM-Geschäfts ist Europa der Hauptabsatzmarkt unserer Gesamtlösungen für unser Partnernetzwerk. Besonders hervorzuheben ist unser Kernmarkt Frankreich, wo wir – wie in unserem Heimatmarkt Deutschland – mit großem Abstand Marktführer mit unseren Münzlösungen sind. Unsere Exportquote lag in den vergangenen Jahren zwischen 30 und 50 Prozent.

ITM: Können Sie Beispiele für OEM-Partnerschaften nennen?
Heinz: Kooperationen gibt es beispielsweise zwischen HESS und dem US-amerikanischen IT-Unternehmen NCR. Was als vertriebliche Zusammenarbeit begann, hat sich nun zu einer deutschland- und weltweiten Partnerschaft rund um die Münzverarbeitung entwickelt. Ein weiteres Standbein stellt die Zusammenarbeit zwischen HESS und Diebold Nixdorf, einem ATM-Hersteller (Automated Teller Machine, Geldautomaten) aus Paderborn, dar. Gleiches gilt für die Firma KEBA aus Linz, mit der wir ebenfalls eine seit vielen Jahren bestehende Partnerschaft pflegen.

ITM: Wie stellt sich der Markt für Ihre Produkte und Dienstleistungen aktuell dar?
Heinz: Der Trend zur digitalen Bezahlung setzt den Markt für Bargeldverarbeitung unter Druck. Dennoch gibt es im internationalen Kontext Länder und Märkte, bei denen nach wie vor ein hoher Bargeldumlauf und dadurch auch ein intensiver Bedarf an Lösungen zum Bargeld-Handling besteht. Finanzinstitute und Retailer generieren signifikante Kostensenkungspotenziale durch die Automatisierung der Bargeldverarbeitung. Weiterhin sehen immer mehr internationale Kreditinstitute in unseren Lösungen eine Chance, den Kundenverkehr in großzügigen und modern gestalteten Filialen zu intensivieren und sich auf den Dialog und die Betreuung ihrer Kunden zu fokussieren. Wir beobachten aber auch – gerade in Deutschland –, dass immer mehr Filialbanken dieses Mittel zur Kundenbindung aufgeben und anderen Dienstleistern das Feld der Bargeldver- und -entsorgung überlassen.

ITM: Aber es geht nicht nur um die Bargeldverarbeitung?
Seel: Das stimmt. Der Markt für Bargeldverarbeitung befindet sich in der Tat in einem enormen Wandel, der sich in einer hohen Geschwindigkeit vollzieht. Hinzu kommt die Entwicklung von der Barzahlung hin zum Digital Payment. Die Entwicklung ist wahrhaftig disruptiv. Auf diese Entwicklung haben wir frühzeitig reagiert und das Lösungsportfolio dahingehend erweitert. Als kaufmännischer Netzbetreiber bieten wir unseren Kunden heute vollintegrierte Lösungen auch für die digitale Zahlungsabwicklung. Ob an unseren klassischen Kassenautomaten oder an modernen POS-Terminals: Wir bieten unseren Kunden alle Möglichkeiten auch zur digitalen Zahlungsabwicklung über eine moderne und einheitliche Software-Plattform, die selbstverständlich alle Anforderungen der neuen Kassensicherungsverordnung erfüllt. Unsere eigene kreative Software-Abteilung schafft Lösungen, die mit den Prozessen und Applikationen der Kunden harmonieren. Ob Cloud, Web oder Mobile: Gemeinsam mit dem Kunden gehen wir alle Themen an und setzen diese erfolgreich um.

ITM: Egal, ob Bürgeramt oder Bußgeldstelle – nach einer aktuellen Bitkom-Studie bauen insbesondere deutsche Großstädte ihr digitales Bezahlangebot für kommunale Services massiv aus. Wie sehen Ihre Lösungen für dieses Segment aus?
Seel: An unseren Multi-Pay-Kassenautomaten können Bürger anfallende Gebühren zentral und sicher begleichen oder auch Geld wechseln. Die intuitive Bedienerführung garantiert eine hohe Akzeptanz der Anwender. Dank des modularen Aufbaus der Kassenautomaten werden diese nach den individuellen Wünschen der jeweiligen Kommune ausgestattet. Auch ohne Kassenautomat können nach der Erstellung eines Zahlungsvorgangs im Zahlungssystem Gebühren direkt beim Mitarbeiter oder einer zentralen Zahlstelle bezahlt werden. Die Anbindung eines Terminals zur bargeldlosen Zahlung sowie die Erweiterung um einen Kassenautomaten sind jederzeit möglich. Die Software-Lösung passt sich den Bedürfnissen und Abläufen rund um das Erfassen und Verwalten von baren und bargeldlosen Zahlungsvorgängen an – von der Zahlung, über die Quittung bis zur Buchung und unter Berücksichtigung der aktuellen kassenrechtlichen Vorschriften.

ITM: Das heißt, die Anpassungsfähigkeit ist ein Schlüsselkriterium?
Heinz: Kunden erwarten tatsächlich verstärkt digitale Lösungen, die sich flexibel an ihre Bedürfnisse anpassen und in bestehende Systemlandschaften integriert werden können. Wenn wir heute beispielsweise mit Kreditinstituten die Möglichkeit eruieren, deren Kunden den Erwerb von Münzrollen über ihren Webshop zu ermöglichen, dann erfordert dies ein „Verschmelzen“ verschiedener Welten: des Webshops des Kreditinstituts, der Banking-App des Nutzers, der Software des HESS-Münzrollengebers bis hin zum Management des QR-Codes, der letzten Endes den Nutzer zur Auszahlung der Münzrollen legitimiert. Im Vordergrund stehen somit künftig generische Plattformen und Lösungen, die durchweg „customizable“ sind. Daher ist es auch nicht überraschend, dass den Themen „Service“, „Beratung“ und „Projektmanagement“ eine immer größere Bedeutung zukommt. Dies hat zur Folge, dass die Prozesse vor allem in den Bereichen „Entwicklung“, „Vertrieb“ und „Service“ angepasst bzw. teilweise neu aufgesetzt werden müssen.

ITM: Inwieweit wird sich dieser Wandel auf Ihre eigenen Geschäftsprozesse und Ihre IT-Landschaft auswirken?
Seel: Die IT-Infrastruktur ist für die Transformation unseres Unternehmens von einem klassischen Maschinenbauer hin zu einem Software- und Service-Anbieter von enormer Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielt dabei Software as a Service (SaaS). Laufzeit- oder transaktionsbasierte Abrechnungsmodelle stellen vollkommen neue Herausforderungen an die Bereiche „Vertrieb“, „Verwaltung“ und „Service“ im Vergleich zum klassischen Geräteverkauf. Ein maximal hoher Automatisierungsgrad der IT-Prozesse ist dabei entscheidend.

ITM: Wie ist Ihre eigene IT-Infrastruktur organisiert und wie wird sie gemanagt?
Heinz: Als Teil der Gauselmann-Gruppe können wir grundsätzlich auf eine professionell gemanagte IT-Infrastruktur im Bereich der Netzwerke zugreifen. Dies erleichtert uns vieles. Die HESS Gruppe ist darüber hinaus jedoch eigenständig organisiert und betreibt auch ein eigenes Enterprise-Resource-Planning-System (ERP). Im Datenmanagement legen wir großen Wert auf Sicherheit und nutzen unser konzerneigenes Rechenzentrum. Im Bereich „Entwicklung“ betreiben wir ein getrenntes, besonders gesichertes Rechenzentrum am Hauptsitz in Magstadt, um gerade im DevOps-Bereich flexibel auf Software-Anforderungen reagieren zu können.

ITM: Wie tief sind Sie, sprich die Geschäftsführung, in IT-Themen involviert?
Heinz: Durch den beschriebenen Wandel bleibt es nicht aus, dass vereinzelt IT-Themen in der Geschäftsführung diskutiert und auch entschieden werden. Neben Prozessfragen sind dies auch Grundsatzentscheidungen über unser Software-Portfolio wie Systemablösungen, Upgrades oder die Hinzunahme neuer Module.

ITM: Sie sind seit 14 Jahren Asseco-Kunde, d.h. APplus-Anwender. Was zeichnet dieses ERP-System Ihrer Meinung nach aus?
Seel: Wir haben uns damals bewusst für Asseco bzw. APplus entschieden, da das System professionell und anwenderfreundlich zugleich ist. Es ist unser zentrales ERP-System, mit dem wir alle Kerngeschäftsprozesse in den Bereichen „Einkauf“, „Materialwirtschaft“, „Produktion“, „Auftragsabwicklung“ sowie „Finanzwesen“ und „Controlling“ steuern. Aufgrund der starken Veränderungen ist es für uns von hoher Bedeutung, dass ein ERP-System schnell auf neue Anforderungen und veränderte Prozesse angepasst werden kann. Hier ist die hohe Flexibilität von APplus für unser Anforderungsprofil ideal.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 6/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Heinz: Von großer Relevanz sind für uns u.a. der Produktkonfigurator und die teilautomatisierte Ein- und Auslaufsteuerung für Komponenten, die die Effizienz unserer Fertigungsprozesse deutlich steigert. Hervorheben kann man darüber hinaus auch die CAD-Kopplung zu PRO.FILE mit einer breit ausgebauten Funktionsweite, inklusive der Verwendung von Artikelversionierungen. Wir planen im kommenden Jahr die Einführung von APplus in unserer Niederlassung in Österreich. Darüber hinaus haben wir uns entschieden, das Servicemodul der ERP-Lösung zu erwerben und darüber unsere gesamten Service-Aktivitäten zu steuern.

ITM: Warum hat das Servicemodul für Sie eine so hohe Relevanz?
Heinz: Es sorgt für eine durchgängige Planung, Abwicklung und Nachverfolgung von Serviceprozessen. Kern des Servicemoduls ist eine Anlagen- und Geräteverwaltung. Diese dokumentiert exakt, welche Komponenten in welchem Zustand bei unserem Kunden installiert sind – inklusive ihrer Veränderungen über den Zeitverlauf. Dazu zählen auch die Ermittlung der Gewährleistungsfrist eines Systems oder die Anzeige einer anlagenbezogenen Service-Auftragsstatistik. Von der Auslieferung bis heute können alle Veränderungen an unseren Systemen exakt nachverfolgt werden.

ITM: Welchen Stellenwert hat das Thema „Nachhaltigkeit“ bei der HESS Gruppe?
Seel: Nachhaltigkeit ist für uns von sehr großer Bedeutung, nicht nur in unserer Verantwortung gegenüber unseren Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern, sondern auch gegenüber unserer Umwelt. Dies fängt bei unseren Produkten an, die wir so entwickeln, dass diese nicht nur auf heutige, sondern auch auf zukünftige Anforderungen anpassbar sind, und setzt sich in unserer Organisation fort, in der wir AGILE- und LEAN-Methoden anwenden. Ziel ist die Errichtung einer Kultur der kontinuierlichen Verbesserung, durch die Prozesse verbessert werden und Personal sowie Betriebsmittel sparsam und zeiteffizient eingesetzt werden. Darüber hinaus investieren wir gemeinsam mit unserem Gesellschafter viel Geld in regenerative Energien wie z.B. eine leistungsstarke Photovoltaikanlage sowie in die Senkung des Energieverbrauchs durch die Umstellung auf LED-Beleuchtung an unserem Hauptsitz in Magstadt.

ITM: Inwieweit spielen Zukunftstechnologien wie Künstliche Intelligenz (KI), das Internet of Things (IoT) oder der Übertragungsstandard 5G für Sie bei der Entwicklung neuer zukunftsorientierter Lösungen eine Rolle?
Heinz: Künstliche Intelligenz kommt bei uns in ausgewählten Bereichen, z.B. in unserem Warenwirtschaftssystem von APplus, bereits heute zum Einsatz. Wir wollen unser ERP-System verstärkt als „beratendes“ System nutzen und nicht ausschließlich als Datenspeicher. Die neuen KI-Dashboards von Asseco bieten Anwendern die Möglichkeit, schnell und einfach persönliche Startseiten zu konfigurieren, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die KI kann beispielsweise erkennen, welche Prozesse in welcher Datenkonstellation automatisch ablaufen können, und so Automatisierungspotenziale erschließen. Aber auch bei unseren eigenen Produkten, vor allem in der Münzerkennung, kommen bereits KI-Algorithmen zum Einsatz.

Seel: Auch mit IoT-Applikationen beschäftigen wir uns intensiv, beispielsweise im Service. Die Einbindung unserer Geräte in die Netzwerke der Kunden ist etwas, was wir schon lange beherrschen. Technologien wie 5G und IoT eröffnen uns darüber hinaus die spannende Möglichkeit, unsere Dienstleistungen auch als Cloud-basierte Lösung oder sogar als Betreibermodell anzubieten. Entscheidend sind für uns aber immer die konkreten Kundenwünsche. Nicht alles, was technisch möglich ist, ist von unseren Kunden auch gewollt. Die rechtlichen und sicherheitstechnischen Rahmenbedingungen sind bei Banken und der öffentlichen Verwaltung von großer Bedeutung. Aber wir sind vorbereitet und in der Lage, auf neue Anforderungen schnell zu reagieren.

ITM: Das setzt eine hohe Innovationsfähigkeit voraus.
Heinz: Richtig. Die HESS Gruppe insgesamt und unsere Mitarbeiter besitzen eine hohe Innovationskraft. Es ist uns wichtig, dieses Potenzial zu fördern, um als Premiumanbieter immer einen Schritt voraus zu sein und unseren Kunden einen individuellen Mehrwert zu bieten. Der entscheidende Unterschied, welcher uns zu dem macht, wer wir sind, fängt immer bei der Identifizierung eines „Kundenproblems“ und der erst dann folgenden Entwicklung unserer Lösungen an. Denn diese schaffen wir gemeinsam in enger Partnerschaft mit unseren Kunden. Wettbewerbsfähigkeit basiert aber nicht nur auf Qualität und Effizienz. Das kreative Potenzial, verbunden mit einer starken Markt- und Kundenorientierung, ist ebenso wichtig. Gerade im Bereich der Elektromobilität, der Ladeinfrastruktur und notwendiger Abrechnungssysteme verfolgen wir Ansätze, die die Schwächen aktueller Lösungen adressieren und konsequent den Nutzen für den Kunden in den Vordergrund stellen. Darüber hinaus erarbeiten wir aktuell mit einem großen Retailer in der DACH-Region eine Konzeptstudie, bei der die automatisierte Warenausgabe im Mittelpunkt steht.

ITM: Welche unternehmerischen Ziele verfolgt Ihr Unternehmen mittel- und langfristig?
Seel/Heinz: Unser Portfolio wird sich in den kommenden Jahren verändern. Dennoch bleiben wir unserer Erfolgsgeschichte treu – denn wir haben uns im Bereich „Bargeld-Handling“ einen bedeutenden Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Wettbewerbern erarbeitet. Wir werden aber unsere Erfahrung und Entwicklungskompetenz im Bereich „Software“ nutzen, um diese Stärken auch in andere Industrien einfließen zu lassen. Dies ist eine Haltung, die das Unternehmen HESS bereits seit der Gründung kennzeichnet.

HESS Cash Systems GmbH

Die 1885 gegründete HESS Gruppe ist Spezialist für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Systemlösungen zur automatisierten Bargeldverarbeitung und Zahlungsabwicklung für Banken, öffentliche Einrichtungen, Energieversorger sowie den Handel und bietet ihren Kunden gesamtheitliche Lösungen aus Hardware, Software und Service. Das Unternehmen ist nach DIN ISO 9001 und 14001 zertifiziert und beschäftigt derzeit über 200 Mitarbeiter. HESS betreibt Tochtergesellschaften in Österreich sowie der Schweiz und gehört seit 2001 als eigenständige Unternehmensgruppe zur Gauselmann AG.

Dominik Seel

Alter: 48 Jahre
Familienstand: verheiratet, drei Kinder
Werdegang: Dominik Seel studierte Betriebswirtschaft an der Universität zu Köln mit einem Abschluss als Diplom-Kaufmann. Er verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus, sowohl bei internationalen Konzernen als auch bei mittelständischen Unternehmen. Seit 2019 ist er Geschäftsführer bei der HESS Gruppe und hat 2020 den Vorsitz übernommen. Seel ist verantwortlich für den nationalen Vertrieb, den Field Service, die Produktion und die Verwaltungsbereiche.
Derzeitige Position: Geschäftsführer/CEO

Harald Heinz

Alter: 54 Jahre
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Werdegang: Harald Heinz studierte Informatik in Deutschland und in den USA. Er verfügt über 30 Jahre Berufserfahrung, die er bei internationalen Software- und Elektronikkonzernen in verschiedenen Management-Positionen gesammelt hat. Seit 2017 ist Heinz für die HESS Gruppe tätig, zunächst als Bereichsleiter für den internationalen Vertrieb und seit 2021 als Geschäftsführer für die Bereiche Entwicklung, Produktmanagement, Service Operations sowie für den internationalen Vertrieb.
Derzeitige Position: Geschäftsführer

Bildquelle: Claus Uhlendorf

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