Kommentar

Auch Mittelständler können profitieren

Robin Schwabe ist Solution Sales Manager bei Dynabook Europe. Im Kommentar erklärt der Experte, warum der Einsatz von Wearables in der Industrie 4.0 einen Mehrwert bieten kann – auch für mittelständische Unternehmen.

Robin Schwabe

„Gerade mit Blick auf die Vielfalt an Einsatzszenarien zeigt sich das große Potenzial der Wearables und Datenbrillen“, sagt Robin Schwabe.

Bei einem Wearable handelt es sich um einen Mini-Computer, der am Körper getragen wird. Gerade mit AR-/VR-Anwendungen, wie Smart Glasses, können einem Mitarbeiter so direkt am Arbeitsort wichtige Daten zugespielt werden. Das Marktpotenzial ist inzwischen groß, wie eine Studie von PTC aus dem Jahr 2020 untermauert. Demnach wenden fast drei Viertel der befragten Unternehmen AR/VR-Lösungen an oder planen zukünftig damit zu arbeiten. 

Doch längst ist diese Technik nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für den Mittelstand profitabel. Denn Wearables zielen darauf ab, Prozesse im Unternehmen effizienter, einfacher und kostengünstiger zu gestalten.

Von der Wartung bis in die Produktion

Ein beliebtes Einsatzfeld bietet die Wartung. Eine Software kann beispielsweise eine Maschine über die Datenbrille erkennen, einen Fehler ermitteln und Anweisungen geben. Ein Beispiel aus der Automobilbranche: Ein Mechaniker ruft zu einem Fahrzeug Informationen über die Datenbrille ab. Sollte dieser bei der Reparatur nicht weiterkommen, schaltet er einen erfahrenen Kollegen per Videofeed dazu. Dieser macht sich aus der Sicht des Technikers ein Bild von der Situation und leitet den Mitarbeitenden an. So wird die Tätigkeit effizient, zeitsparend und mit hoher Qualität zu Ende geführt. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 4/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Auch in der Produktion und Fertigung helfen Wearables. Das zeigt unsere Erfahrung mit der der Bosch-Gruppe: Die technische Abteilung von Robert Bosch in Budweis, Tschechien, unterstützt ihre Mitarbeiter bei der Reparatur verschiedener Produktionsanlagen. Als ein Mitarbeiter vor Ort Zugriff auf Schaltpläne benötigte, wurden ihm diese von einem Experten aus der Ferne eingeblendet. Außerdem konnte dieser Bilder aus der Sicht des Technikers aufnehmen und darauf Zeichnungen ergänzen, die auf die Brille des Kollegen übertragen worden sind. Die Arbeit lässt sich so schneller verrichten, was die Produktion damit am Laufen hält und Kosten spart. 

Einsatzszenarien in der Logistik

Einen weiteren Mehrwert bieten Wearables in der Logistik. Hier erleichtert diese Technologie die manuelle Kommissionierung. Somit können ein- und ausgehende Güter besser organisiert und sortiert werden. Auch helfen Anweisungen zum effektiveren Stapeln von Paletten. In der Praxis lässt sich so ein lückenloser Lieferstrom garantieren, da Mitarbeitende über das Display Bestellinformationen abrufen oder Barcodes scannen können. Die Hände sind weiterhin frei für die Tätigkeiten im Lager. Außerdem helfen solche Technologien, Fehler zu vermeiden und visuelle Kommissionierungsvorgänge nachweislich zu beschleunigen. Ideal eignen sich Assisted Reality-Lösungen auch für das Wissensmanagement, beispielsweise durch ortsungebundene Schulungen, die aufgezeichnet und zu jeder Zeit an einem anderen Arbeitsort abgespielt werden können.

Gerade mit Blick auf die Vielfalt an Einsatzszenarien zeigt sich das große Potenzial der Wearables und Datenbrillen. Auch durch neue Standards in der Datenübertragung (z.B. Wi-Fi 6 oder 5G) bin ich davon überzeugt, dass diese Technologien schon jetzt nicht mehr wegzudenken sind – aus guten Gründen! Der Mittelstand sollte sich also besser jetzt mit solchen Anwendungen auseinandersetzen. Denn Wearables und AR-Brillen sind nicht länger die Zukunft. Sie sind die Gegenwart.

Bildquelle: Dynabook Europe

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