Durch die parallel zum Datenvolumen schnell wachsende Anzahl der installierten Server einerseits und die kontinuierlich steigenden Energiepreise andererseits ist die Energieeffizienz von Datenbanksystemen längst zu einem entscheidenden Kostenfaktor geworden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von fünf Jahren sind die Energiekosten für den Betrieb genauso hoch wie die Anschaffungskosten der Hardware.
Die Total Cost of Ownership (TCO) hängen damit bereits heute ganz wesentlich von der Energieeffizienz der installierten Systeme ab – Tendenz steigend. CIOs und andere IT-Verantwortliche stützen sich bei Planung und Einkauf von großen Datenbanksystemen auf die allgemein gültigen und international anerkannten Benchmarks des Transaction Processing Performance Council (TPC). Diese Benchmarks fokussieren sich bislang stark auf Performance-Daten. Energiewerte beziehen sich – soweit vorhanden – auf den Betrieb unter Volllast, lassen dabei aber außer Acht, dass Server nur selten unter maximaler Auslastung arbeiten.
Diese Lücke schließt nun eine aktuelle wissenschaftliche Studie der AG Datenbank- und Informationssysteme an der TU Kaiserslautern, die mit Unterstützung des Stuttgarter E-Commerce-Systemhauses SPH AG entstanden ist. Die Studie liefert einen Vorschlag zur Anpassung der TPC-Benchmarks, um einen energieeffizienten Betrieb von Datenbanken auch bei Auslastungen im in der Praxis üblichen Bereich zu beschreiben. IT-Verantwortliche können diese Benchmarks als fundierte Unterstützung bei ihren Kaufentscheidungen nutzen. Des Weiteren können die Forschungsergebnisse als hilfreiche Leitlinien für die Entwicklung künftiger, energieeffizienterer Datenbanksysteme dienen.
Als langjähriger Partner von Forschung und Wissenschaft hat die SPH AG die Entstehung der Studie durch die Bereitstellung von Performanzdaten sowie anderer Ressourcen unterstützt. Manuel Kern, Systementwickler bei der SPH AG, gehört neben Daniel Schall und Volker Höfner von der TU Kaiserslautern zu den Autoren. Offiziell vorgestellt werden die Forschungsergebnisse Ende August 2011 auf dem an die internationale Top-Fachkonferenz VLDB (Very Large Databases) angeschlossenen Workshop TPCTC (TPC Technology Conference on Performance Evaluation & Benchmarking) in Seattle, USA.
Die vollständige Studie steht hier zum kostenlosen Download zur Verfügung: http://wwwlgis.informatik.uni-kl.de/cms/fileadmin/publications/2011/SHM-TPCTC2011.pdf
Bildquelle: © Andreas Hermsdorf/Pixelio