Laut Oliver Rozić kann das Software-Umfeld die Energieeffizienz im Rechenzentrum beeinflussen
Die Digitalisierung führt in vielen Unternehmen zu mehr Stromverbrauch. In Zeiten exponentiell wachsender Datenmengen und einer zunehmenden Zahl an Rechenzentren (RZ) ist die IT für einen Löwenanteil des Stromverbrauchs verantwortlich. Um diese Herausforderung zu meistern, braucht es „Green IT“.
Soll der Stromverbrauch im Datacenter gesenkt werden, sind z.B. energiesparende Speichermodule oder Prozessoren eine Option. Seit einiger Zeit wird auch über die Möglichkeiten ressourcenoptimierter Software-Lösungen diskutiert. Das Software-Umfeld kann die Energieeffizienz im Rechenzentrum beeinflussen. Denn zwei unterschiedlich geschriebene Programme mit denselben Funktionen können erhebliche Abweichungen beim Stromverbrauch aufweisen, wenn etwa die Software unbeabsichtigt verhindert, dass ein Gerät automatisch in den Energiesparmodus wechselt.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 7-8/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Wichtig dabei ist die Art und Weise, wie ein Programm auf gespeicherte Daten zugreift. Denn jeder Zugriff löst Kopiervorgänge zwischen Speichermedien und Hauptspeicher aus, die Prozessoren unterschiedlich stark beanspruchen. Bei fast jeder Interaktion werden Datensätze aus einer Datenbank gelesen und wieder zurückgeschrieben. Um die Nachhaltigkeit zu unterstützen, gilt es daher, Redundanzen durch Datendopplung zu vermeiden.
Datenbankabfragen sind ein guter Ansatzpunkt, um Speicherzugriffe zu optimieren. Ein Beispiel: Eine Kundenstammdatenstruktur besteht aus 100 Datensatzfeldern, von denen nur zehn inhaltlich relevant sind. In einem derartigen Fall sollten auch nur diese zehn Felder von der Abfrage angesprochen werden und nicht alle. Datendopplungen lassen sich zumeist nur durch eine unternehmensweit konsolidierte Datenbankbasis vermeiden. Das ist manchmal nicht einfach: Stammen etwa die Controlling- und Customer-Relationship-Management-Software (CRM) von unterschiedlichen Herstellern, muss mit verschiedenen Kundendatenstämmen weitergearbeitet werden. Es gilt abzuwägen, wie und ob die Energieersparnis aufgrund minimierter Speicherzugriffe nebst Effizienzgewinn dank vereinheitlichter Datenpflege eine Investitionsentscheidung zugunsten einer neuen CRM- oder Controlling-Software rechtfertigt.
Bildquelle: Sage