„Einfache und schnelle Anpassbarkeit ist eine Frage von Technologie, Architektur, Design und Benutzerführung“, sagt Dirk Schwane. ((Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus))
Laut Dirk Schwane fühlen sich viele Menschen allein schon durch die Menge an Daten überfordert, die ihnen bei der Entscheidungsfindung am Arbeitsplatz zur Verfügung stehen. ((Bildquelle: Oracle))
ITM: Herr Schwane, oft werden Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) 15, 20 oder mehr Jahre genutzt. Falls die Kunden regelmäßig die jeweiligen Releases einspielen, modernisieren sie quasi fortlaufend. Wie kann es Oracle Netsuite als Hersteller vermeiden, dass Unternehmen den Aufwand für einen Release-Wechsel scheuen oder gar auf einen Wartungsvertrag verzichten?
Schwane: Neue Features und Funktionen werden automatisch für alle Netsuite-Kunden zweimal pro Jahr freigegeben. Weil es sich dabei um eine mandantenfähige Cloud-Lösung handelt, arbeiten alle Kunden mit der gleichen Version der Software und erhalten regelmäßig automatisch aktualisierte Versionen. Es geht darum, neue Versionen so nützlich wie möglich für die Anwender zu machen und sicherzustellen, dass sie unseren Kunden einen Mehrwert liefern. Ein ERP-System kann das Finanzwesen, die Lieferkette, das Personalwesen und vieles mehr umfassen. Wir konzentrieren uns ständig darauf, wie neue Versionen Unternehmen dabei helfen können, effektiver zu arbeiten, indem sie Kernprozesse automatisieren und Echtzeittransparenz über die betriebliche Leistung in diesen Funktionen bieten.
ITM: Wie kann es gelingen, dass die Unternehmen bei der Modernisierung ihres ERP-Systems individuelle Anpassungen und Erweiterungen „mitnehmen“ – und zwar möglichst einfach?
Schwane: Einfache und schnelle Anpassbarkeit ist eine Frage von Technologie, Architektur, Design und Benutzerführung. Anwender unserer Cloud-Lösungen verwenden allesamt jeweils den gleichen Code, über den sich dann auch die Standards individualisieren oder neue Funktionen und Funktionalitäten hinzufügen lassen. Mit unseren No- und Low-Code-Methoden, die wir den Nutzern zur Verfügung stellen, lassen sich solche Anpassungen und Erweiterungen um ein Vielfaches schneller realisieren. Vor allem aber sind unsere Cloud-Lösungen stets Release-fähig – und Anpassungen bleiben bei unseren vierteljährlichen Updates erhalten. Alle auf der Plattform vorgenommenen Anpassungen werden mit jedem Release übernommen, so dass es keinen „Version Lock“ gibt. Es gibt nur eine Version der ERP-Software, mit der alle Kunden arbeiten.
ITM: Anhand welcher Kriterien lässt sich entscheiden, ob eine Modernisierung oder die Ablösung des altbewährten ERP-Systems mehr Sinn macht?
Schwane: Unternehmen entscheiden sich aus einer Reihe von Gründen für unsere Cloud-Lösung. Wir glauben, dass Automatisierung ein wichtiger Aspekt ist. Die Menschen erledigen zu viele manuelle Aufgaben und suchen nach Software, die ihnen hilft, diese Prozesse zu automatisieren. Zusätzlich können sich Geschäftsziele verändern – wie z.B. die Ausweitung des Geschäftsfelds in andere Länder oder die Einführung eines neuen Produkts oder einer neuen Produktionslinie – und damit die Notwendigkeit eines neuen ERP-Systems wecken. Wir sehen auch, dass viele Organisationen ihr altes, On-Premises genutztes ERP-System durch eine Cloud-Lösung ersetzen wollen. Sie entscheiden sich bewusst dafür, dass der Anbieter für die Anwendung, die Datenspeicherung, das zugrunde liegende Betriebssystem, die Server, die physische Infrastruktur des Rechenzentrums und die Installation von Sicherheits-Updates und Funktions-Upgrades verantwortlich ist. Unser ERP-System wurde in der Cloud geboren und ist deshalb für Unternehmen, die sich für ein ERP-System aus der Cloud entscheiden, eine naheliegende Wahl. Die Kosten-, Nutzen- und Risiko-Abwägungen für eine solchen Entscheidung sehen wir in verschiedenen, grundsätzlichen Bereichen wie Innovationspotenzial, Infrastruktur, Sicherheit, Mehrwertschaffung, Erweiterungs- und Integrationsfähigkeit und beim Thema „Lokalisierung“. Wichtige Fragen, mit denen sich Unternehmen beschäftigen müssen, sind: Wie hoch sind die Gesamtbetriebskosten – Stichwort „TCO“ – und wie hoch ist das Risiko, das mit der Beibehaltung oder dem Wechsel verbunden ist? Oft ist es nicht nur eine Frage der Kosten bzw. des Aufwands. Muss neue Hardware angeschafft werden? Müssen das Betriebssystem und die Datenbank aktualisiert werden? Was bedeutet der Release-Wechsel für Integrationen oder Schnittstellen zu anderen bestehenden Anwendungen? Diese Fragen sollten sowohl bei regelmäßigen Bewertungen der bestehenden IT-Landschaft als auch bei Entscheidungen über das Potenzial neuer Anwendungen angegangen werden.
ITM: Wie unterstützen Sie Kunden, die noch auf ERP-Systeme wie JD Edwards World setzen, deren Weiterentwicklung und Support inzwischen eingestellt bzw. eingeschränkt wurde?
Schwane: Für uns ist es sehr wichtig, dass wir allen unseren Kunden attraktive Angebote machen können. Mit Applications Unlimited garantieren wir Support und Software-Upgrades für die meisten unserer bestehenden Anwendungen bis mindestens 2034. Das bedeutet: Unser Commitment umfasst den Support sowohl für On-Premises-Produkte als auch in der Cloud Infrastructure – der Kunde entscheidet, ob er die bestehenden Anwendungen weiter betreiben möchte oder ob er mit denselben Anwendungen und den individuellen Anpassungen in die Cloud wechseln möchte.