Obwohl kleinere Fortschritte zu verzeichnen sind, hat die Baubranche in Sachen „Digitalisierung" noch einiges nachzuholen.
38 Prozent der Unternehmen haben demnach die Digitalisierung bislang in ihrer Geschäftsstrategie verankert. Über alle Branchen hinweg liegt die Quote bei 53 Prozent. 40 Prozent der Unternehmen setzen zumindest einzelne digitale Projekte um. Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie der Telekom.
Fortschritte erzielten die Unternehmen in der digitalen Kundenansprache. Immer mehr Betriebe bringen Beratungsangebote über digitale Kanäle auf den Weg. Mithilfe digitaler Tools und Konfiguratoren versuchen Unternehmen, die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden passgenau zu erfüllen. 17 Prozent der Unternehmen setzen Online-Konfiguratoren ein. Immerhin 18 Prozent der Betriebe bieten ihren Kunden mit der Indoor-Digitalisierung einen virtuellen Einblick. Gebäude und Räume lassen sich so vor einem Vor-Ort-Termin bereits detailliert in Augenschein zu nehmen. Insgesamt verbesserte sich die Branche bei den Kundenbeziehungen auf den Indexwert von 51. Damit macht das Baugewerbe im Vergleich zum Vorjahr einen Punkt gut.
31 Prozent der befragten Betriebe setzen ein digitales Bautagebuch ein. Darin sind alle Daten erfasst – von der Planung über Struktur und Ausführung bis hin zu Baufortschritt und Mängelanzeigen. Informationen sind digital hinterlegt und für alle Projektbeteiligten jederzeit einsehbar und verfügbar. 15 Prozent der Bauunternehmen nutzen die Methode Building Information Modeling (BIM). Mit dem Planungs- und Steuerungsmodul lassen sich alle relevanten Gebäudedaten digital erfassen, kombinieren und vernetzen. Dank BIM sind bereits vor dem Bau digitale Simulationen möglich. Fehlplanungen lassen sich minimieren und potenzielle Mehrkosten frühzeitig identifizieren.
Im Gegensatz zu anderen Branchen ist das deutsche Baugewerbe von der Corona-Pandemie weniger betroffen. Dennoch hat auch in der Baubranche Covid-19 die Digitalisierung angekurbelt. 46 Prozent der Bauunternehmen haben reagiert und ihr Geschäftsmodell, Produkte und Services kurzfristig angepasst. 53 Prozent der Baubetriebe verlagerten aufgrund der Pandemie Arbeitsplätze ins Homeoffice. Vor allem administrative und planungstechnische Aufgaben lassen sich abseits der Baustelle erledigen.
79 Prozent der Digital Leader im Baugewerbe bestätigen, krisenresistenter zu sein, weil Geschäftsmodell und Prozesse schon zuvor weit digitalisiert waren. Von den übrigen Unternehmen zogen lediglich 42 Prozent ein ähnliches Fazit. 95 Prozent der Top-Digitalisierer im Baugewerbe gaben an, dass sie schnell und flexibel auf die Krise reagieren konnten. Branchenweit bejahten lediglich 39 Prozent diese Frage.
Nur zwölf Prozent der Betriebe gaben an, pandemiebedingt die Investitionen in Digitalisierungsvorhaben 2021 reduzieren zu müssen. Sieben von zehn Unternehmen gehen jedoch davon aus, ihre Investitionspläne in Digitalisierungsvorhaben unverändert umsetzen zu können. Um digitale Projekte zu forcieren, wollen 18 Prozent der Baubetriebe sogar mehr investieren.
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