Seit 2009 ist das Wattenmeer der Nordsee mit seinen 11.500 Quadratkilometern UNESCO-Weltnaturerbe.
Das Wattenmeer der Nordsee, mit 11.500 Quadratkilometern das größte Wattenmeer der Welt und seit 2009 UNESCO-Weltnaturerbe, dient zahlreichen Lebewesen als Ruheort und Nahrungsquelle – und trägt so zu einer hohen Biodiversität bei. Die Schutzstation Wattenmeer, ein eingetragener Verein mit 30 Mitarbeitern und zahlreichen Freiwilligen, überwacht diesen wertvollen Naturschatz seit 1962 an 18 Standorten und sichert durch frühzeitige Maßnahmen seinen langfristigen Bestand. Erschwert wurde diese wichtige Arbeit jedoch lange durch manuelle Prozesse: Die Mitarbeiter vor Ort dokumentierten ihre Beobachtungen primär handschriftlich. Die Folge: Beobachtungsdaten lagen häufig nicht einheitlich oder nur unvollständig vor. Zudem kam es zu unnötigen Mehrfacharbeiten, da die Mitarbeiter ihre händischen Notizen nachträglich in standortbezogene Excel-Listen übertragen mussten. Zeitnahe Auswertungen waren dadurch kaum möglich.
„Für uns ist es aber sehr wichtig, über Vorgänge in den Schutzgebieten zügig informiert zu werden. Entdecken wir etwa eine besondere Verunreinigung der Strände mit Plastikmüll oder dass sich die Zahl erkrankter Tiere häuft, können unverzügliche Schutzmaßnahmen notwendig sein“, erläutert Dr. Barbara Ganter, Bereichsleiterin der Schutzstation Wattenmeer, die Problematik. Der Verein entschloss sich daher, die Prozesse durch Digitalisierung zu beschleunigen. Als Projektpartner gewann er dabei den IT-Spezialisten Nagarro.
Da die Schutzstation Wattenmeer bereits mit Google-Tools arbeitete, entschied das gemeinsame Projektteam von Verein und IT-Dienstleister, Appsheet als neue Digitalplattform einzuführen. Mit ihr lassen sich Apps in einer einfachen Low-Code-Umgebung entwickeln und umsetzen. Auf Basis von Appsheet entwickelte das Team schließlich die Wattenmeer-Naturschutz-Daten-App und digitalisierte so die bisher papierbasierten Monitoring-Verfahren. Die Beobachtungen lassen sich jetzt in Echtzeit bequem via Tablet oder Smartphone melden. Die Lösung ergänzte das Team durch eine neue webbasierte Management-Plattform und eine zentrale Datenbank, mit der der Verein einen einfachen Zugriff auf alle gesammelten Daten erhält und diese mittels Tools wie Trend Studio vergleichen, aggregieren und analysieren kann.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Die eingeführten Neuerungen führten zu einer niedrigeren Fehlerquote in der Datenerfassung, einer Erhöhung der Datenqualität und folglich zu einer realistischeren Datenanalyse. So erkennen die Mitarbeiter schon früh, ob das Management Warnhinweise schnell genug wahrnimmt und rechtzeitig reagiert. Umfangreiche Datenpakete lassen sich ferner künftig durch einfache Exportroutinen extrahieren, die Synchronisation von Daten aus verschiedenen Quellen wird überflüssig. Im Ergebnis reduzierte sich die benötigte Zeit für Datenexporte um etwa 95 Prozent – Zeit, die der Verein in zusätzliche Feldbeobachtungen und tiefergehende Auswertungen investieren kann.
Mit der neuen Lösung besitzt die Schutzstation nun eine einfache und skalierbare IT-Umgebung, die Spielraum für weitere kostengünstige Zukunftsprojekte bietet.
Schutzstation Wattenmeer e.V.
Rechtsform: eingetragener Verein
Vereinsvorsitz: Johnny Waller (Vorsitz), Knut Hellinger (Stellvertretung)
Branche: Nichtregierungsorganisation, Naturschutz
Gründung: 1962
Hauptsitz: Husum, 18 Beobachtungsstationen
Mitarbeiter: 33 plus ca. 100 Freiwillige jährlich
Bildquelle: Nagarro