Onlineshops: Kommentar von Christoph Jung, Ogone

Betrugsprävention im Onlinehandel

Ein Kommentar von Christoph Jung, Head of Sales DACH bei Ogone, darüber, wie sich Onlinehändler vor Betrügern schützen können

„Betrugsprävention ist ein nie enden wollender Kampf, das muss man sich immer vor Augen halten“, sagt Christoph Jung, Head of Sales DACH bei Ogone.

Es sollte nach Lösungen gesucht werden, die intelligent sind und sich ständig weiterentwickeln. Denn: Betrugsprävention ist ein nie enden wollender Kampf, das muss man sich immer vor Augen halten. Betrügerische Angriffe können zwar reduziert, aber nie vollständig eliminiert werden. Betrüger passen sich an. Wenn ihnen der Angriff auf einen Shop zu kompliziert wird, attackieren sie einen anderen. Aber sobald neue Methoden zur Verfügung stehen, kommen sie zum ursprünglichen Shop zurück. Die Abwehrmechanismen können heute funktionieren, morgen aber schon wieder veraltet sein.

Das Risiko für die eigene Branche sollte identifiziert werden: Ist das eigene Produkt von hohem Wert für Betrüger? Gibt es einen ausgeprägten Schwarzmarkt für die Waren? Machen die Bestellformulare oder niedrige Preise das Unternehmen zum Ziel für das sogenannte „Carding“ (Hacker oder Betrüger testen die Gültigkeit von Kreditkartennummern anhand gefälschter Bestellungen)? Auch sollte die allgemeine wirtschaftliche Lage der Branche analysiert werden. Eine gute ökonomische Situation lockt Betrüger an. Viele Branchen haben noch vor kurzer Zeit wenige Betrugsversuche verzeichnet und werden heute häufig angegriffen.

Einfache Regeln bauen

Es gilt das übliche Bestellverhalten der Kunden zu analysieren. Wer nur in Deutschland verkauft, sollte auch nur Kreditkarten von hier und aus den anliegenden Ländern akzeptieren. IPs aus aus weit entfernten Ländern mit schlechter Wirtschaftslage sollten ausgeschlossen werden. Werden 95 Prozent der Bestellungen im Shop nur tagsüber getätigt, dann sollte man Limits für Bestellungen in der Nacht setzen.

Händler müssen in der Lage sein, Änderungen an Einstellungen und Regeln in Minutenschnelle selbst vorzunehmen. Wahrscheinlich sind sie aber keine Betrugsspezialisten. So sollten sie sich nicht scheuen, Unterstützung von außen einzuholen, um von der Expertise anderer zu profitieren.

Zudem sollten sie überprüfen, ob einer der Partner die neuesten Tools zur Betrugsbekämpfung anbietet. „Device Fingerprinting“ ist derzeit eines der heißesten Themen. Damit wird das Gerät identifiziert, über das Bestellungen vorgenommen werden. Ein weiterer Trend bei der Bewertung von Transaktionen ist die automatisierte Überprüfung der Kundenexistenz in sozialen Netzwerken.

Den richtigen Partner identifizieren

Es gibt viele Firmen, die Antibetrugsdienstleistungen anbieten, doch sollten zu allererst die Integrationskosten und Komplexität der Produkte überprüft werden. Grundsätzlich sind Payment-Service-Provider die richtige Adresse, wenn es um Lösungen zur Betrugsprävention geht. Diese Unternehmen haben Zugang zu allen nötigen Daten, die man zur Vorbeugung betrügerischer Delikte braucht, und können alles in Echtzeit prüfen. Sollte festgestellt werden, dass das eigene Business besonders gefährdet ist, ist ein Gespräch mit einem Payment-Service-Provider über individuelle Präventionsmöglichkeiten sinnvoll.

Kosten, die durch Betrugsdelikte entstehen, gehen weit über die reine Rückbuchung, also den finanziellen Verlust, hinaus. Zu berechnen ist auch, welche Kosten durch Prozesse entstehen, die den Betrugsdelikten vorbeugen sollen – seien es automatisierte Prozesse oder die manuelle Überprüfung. Dazu kommen die Kosten beim Rückbuchungs-Handling. Außerdem kann es passieren, dass der Acquirer höhere Preise verlangt, wenn viele Betrugsversuche vorkommen. Wenn all diese Kosten überschlagen werden, hat man gute Anhaltspunkte, was sich noch optimieren lässt.

Wenn ein Händler erst einmal eine akzeptable Anzahl an Betrugsversuchen verzeichnet, sollte er die „False-Positive-Rate“ prüfen. Das heißt: Wie viele gültige Bestellungen kommen aufgrund der Einstellungen, die einen vor Betrugsdelikten schützen sollen, nicht durch? Kann es sein, dass aufgrund der eigenen Präventionspolitik zu viele „gute“ Bestellungen abgelehnt und dadurch Kunden verärgert werden? Auch hier sollte geprüft werden, welche Lösungen zur Verfügung stehen, um alle Parameter ganz genau an den Kundenstamm anzupassen.

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