Keine Angst vor Datenlecks, Business GPTs hegen KI ein
Klaus Werner, Geschäftsführer Geschäftskunden von Telekom Deutschland
Viele Mittelständler halten generative KI für smart. Doch sie befürchten, dass ihre sensiblen Unternehmens- und Kundendaten in öffentlich zugänglichen Datenpools landen könnten. Diese Sorge verpasst ihrer Begeisterung schnell einen Dämpfer. Aber sie ist unbegründet. Denn Business GPTs hegen die KI erfolgreich ein.
In diversen Fach- und Wirtschaftsmedien sowie auf Social Media debattieren kluge Köpfe gerade heftig darüber, ob der Generative-KI-Hype bereits abgeflaut sein könnte und die Phase hoffnungsvoller Erwartungen jetzt von einer Zeit der Ernüchterung abgelöst wird. Wenn ich von Geschäftskunden darauf angesprochen werde, kann ich sie beruhigen. Ich glaube, dass jetzt einfach eine Periode beginnt, in der wir ganz sachlich über die Möglichkeiten der Technologie sprechen. Welche Hoffnungen zum Beispiel im Mittelstand gerechtfertigt und welche Einsatzszenarien bereits erprobt sind. Denn generative KI ist kein Wundermittel, das uns alle Arbeit abnimmt, und nicht in jedem Fall ist sie das Mittel der Wahl. Aber bereits heute hilft sie Unternehmen sehr oft dabei, Aufgaben schneller und einfacher zu erledigen.
Vertrauliches bleibt geschützt
Ein gutes Beispiel ist der Energieparkentwickler UKA. Seine Mitarbeitenden nutzten das öffentlich zugängliche ChatGPT, um Ideen zu generieren, sich schnell mal eine Zusammenfassung von Gesetzestexten erstellen oder sich bei einer wichtigen Mail assistieren zu lassen. Das sparte Zeit, bereitete dem Unternehmen aus Meißen aber Kopfzerbrechen. Schließlich war nicht nachvollziehbar, welche Informationen des Unternehmens abfließen. Weil die UKA-Gruppe den Nutzen der Technologie jedoch als hoch bewertete, hat sie sich für eine sichere und datenschutzkonforme GenAI-Anwendung entschieden: Die Belegschaft kann jetzt auf den KI-Service Business GPT der Deutschen Telekom zugreifen. Das KI-Tool sorgt für effiziente und effektive Arbeitsprozesse und gewährleistet gleichzeitig die Sicherheit vertraulicher Daten.
Business GPT in unternehmenseigener Umgebung
Solche Business GPT-Angebote richten sich gezielt an Geschäftskunden, um ihnen den Einstieg in die generative KI zu erleichtern. Denn kein Mittelständler wird die Effizienzmaschine KI begrüßen, wenn er gleichzeitig Gefahr läuft, gegen Datenschutz und Datensicherheit zu verstoßen. Deshalb schafft das förderfähige Business GPT eine unternehmensinterne KI-Umgebung, die auf IT-Sicherheit und Datenschutz geprüft ist. Wir betten sie in eine Microsoft-Azure-Struktur der Telekom ein, alle Daten bleiben damit stets in Europa. Wenn UKA-Mitarbeitende ihre Unternehmensdaten in den KI-Chatbot eingeben, garantieren wir, dass die Infos aus den eingegebenen Prompts das Unternehmen nicht verlassen. OpenAI kann die Daten nicht dazu verwenden, seine Sprachmodelle zu verbessern.
Da Unternehmen wie UKA den Datenbestand des KI-Assistenten leicht und flexibel mit eigenen Inhalten (Dokumente oder Schnittstellen zu Datenbanken und Anwendungen) erweitern können, sind die Antworten des Tools weit präziser und valider als die eines öffentlich zugänglichen Sprachmodells. Die gut tausend UKA-Beschäftigten nutzen die KI-Anwendung für die unterschiedlichsten Szenarien. Sie lassen sich Texte übersetzen, Intranetbeiträge schreiben oder bei Excel-Tabellen helfen – und es werden ständig mehr. Wenn Mitarbeitende die Möglichkeiten von generativer KI in einer sicheren Umgebung testen können, ergeben sich neue Anwendungsfälle für das Business wie von selbst.
Wie UKA in einer sicheren Umgebung mögliche Use-Cases für KI-Sprachmodelle erprobt und welche Erfahrungen das Unternehmen mit generativer KI und Business GPT gesammelt hat, berichtet es auf unserer Digitalisierungsmesse DIGITAL X 2024 am 18. und 19. September in Köln.
KI-Avatare: Entlastung für den Kundenservice
Wer sich für das Thema virtuelle Assistenten interessiert, wird in Köln ebenfalls fündig und kann die Entwicklung von einfachen Dialogsystemen über Chatbots bis zum KI-Avatar nachverfolgen. Generative KI erweitert die Möglichkeiten von Conversational AI, weil sie neue Inhalte erzeugen kann und damit wirklich interaktiv agiert. Unser KI-Avatar Judy beispielsweise basiert auf GPT-4 und die Bewegungen und Mimik des humanoiden Avatars fühlen sich dank modernster Technik fast schon lebensecht an. Judy liefert nicht nur vorgefertigte Antworten, sie kann ein personalisiertes und interaktives Gespräch führen, und deshalb werden KI-Avatare wie sie sicher bald schon den Kundenservice enorm entlasten.
KI für mehr Barrierefreiheit und Inklusion
Künstliche Intelligenz kann für mehr Verständnis sorgen: Wir haben für die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) einen KI-Simultanübersetzer entwickelt. Das Tool nennt sich „transcribbyAI“: Es nimmt Gesprochenes auf, verarbeitet es in Echtzeit und kann es in mehr als 100 Sprachen übersetzen. Sein Einsatzgebiet: Große Messen, bei denen das Publikum per Smartphone-App dann Vorträge in der jeweiligen Muttersprache verfolgen kann. Das Tool ist aber auch ein großer Schritt in Richtung Barrierefreiheit: Denn Menschen mit Höreinschränkungen wird damit bei Veranstaltungen das Gesprochene auf einem Monitor angezeigt. Das Übersetzungstool basiert auf den neuesten KI-Sprachmodellen von Microsoft Azure AI Services. Wir betreiben es DSGVO-konform auf deutschen Servern mit geprüfter IT-Sicherheit. Die DLG setzt den Simultanübersetzer bereits auf Fachmessen ein.
Das sind drei Beispiele, die zeigen, dass generative KI viel mehr ist als ein Hype, dass sie vielmehr einen echten Mehrwert bietet. Und dass Unternehmen jeder Größe sich mit den Chancen von GenAI auseinandersetzen sollten.
Wer sich für den Impact von KI in den Megatrends Connected Business, Zukunft der Arbeit, Security und Nachhaltigkeit interessiert, sollte auf der DIGITAL X vorbeischauen. Tickets gibt es hier: https://www.digital-x.eu/de/ Das Programm steht auch online zur Verfügung.
Autorenprofil
Klaus Werner, Geschäftsführer Geschäftskunden Telekom Deutschland GmbH
Klaus Werner führt seit Oktober 2023 den Geschäftskundenbereich der Telekom Deutschland GmbH und ist Aufsichtsratsvorsitzender verschiedener Tochtergesellschaften der Telekom.
Website: https://www.telekom.de/ueber-das-unternehmen/geschaeftsfuehrung
LinkedIn-Profil: https://www.linkedin.com/in/klaus-werner/