IT as a Service

Chancen externer Dienstleistungen

Die Digitalisierung hält immer neue Herausforderungen für den Mittelstand bereit. Wie diese angegangen werden können, darüber berichtet Pitt Sebens, Director of Customer Relations bei FPT Software Europe und Managing Director bei FPT Scandinavia, im Interview.

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„Die Herausforderung für den Mittelstand liegt vor allem in der Selektion.“, sagt Pitt Sebens.

ITM: Herr Sebens, welche neuen Herausforderungen hält die Digitalisierung – derzeit besonders angeschoben von der Corona-Pandemie – für kleine und mittelständische Unternehmen bereit?
Pitt Sebens: Obwohl der durch die Pandemie ausgelöste Digitalisierungsschub aufgezeigt hat, dass besonders im Mittelstand noch Nachholbedarf besteht, ist die Bereitschaft, in Digitalisierungskompetenz zu investieren, in mittelständischen Betrieben noch gering. Zum einen verlangt der Sprung ins digitalisierte Arbeiten einige initiale Investments und zum anderen kann die schiere Masse an Angeboten von Software-Lösungen überwältigend sein – vor allem für kleine Mittelständler, die keine IT-Abteilung haben.

Die Herausforderung für den Mittelstand liegt vor allem in der Selektion. Anwender müssen sich darüber im Klaren sein, welche Technologiefelder in den Bereichen Digitalisierung und Industrie 4.0 für das Unternehmen aktuell und in Zukunft relevant sein könnten. Welche technischen Trends, Treiber und Entwicklungen könnten sich nachhaltig auf das Unternehmen auswirken? Welche neuen Technologien sind für das Unternehmen relevant und wie hoch ist ihr Reifegrad? Mit der Beantwortung dieser Fragen ist es möglich, die Digitalisierung zu nutzen, um beispielsweise dem zunehmenden Arbeitskräftemangel zu begegnen und die Mitarbeiter zu entlasten, sodass diese ihre Kernaufgaben erfüllen und das Unternehmen als Ganzes schnell auf Marktveränderungen reagieren kann. 

ITM: Warum sollten Mittelständler eine Auslagerung von IT-Prozessen in Erwägung ziehen und in welchen konkreten Bereichen ist dies besonders lohnenswert?
Sebens: Der Aufbau eines internen Entwicklungsteams ist ein zeit- und kostenaufwendiges Verfahren. Zudem ist Fachpersonal schwer zu finden sowie weiter- und fortzubilden. Durch die Kooperation mit einem IT-Dienstleister werden die Vorabkosten stark gesenkt, da das nötige Know-how und Spezialisten bei den Dienstleistern bereits vorhanden sind.

Dies gilt insbesondere für junge Unternehmen und Start-ups. Sie müssen häufig viele Herausforderungen gleichzeitig bewältigen: fehlendes Budget, ein enger Zeitplan oder auch mangelndes Fachwissen. Doch gerade für Start-ps sind Digitalisierungsthemen oft existenzielle Fragen, die zusätzlich mit dem Druck einhergehen, ihre Software-Entwicklung schnell zu skalieren.

ITM: Was sind die typischen Hürden im Outsourcing-Prozess und später im Tagesgeschäft?
Sebens: Grundsätzlich erfordert eine erfolgreiche Zusammenarbeit eine sorgfältige Vorbereitung. Nur so lassen sich Reibungsverluste zwischen dem Unternehmen und dem IT-Dienstleister vermeiden. Um einen erfolgreichen Projektverlauf zu gewährleisten, sollten Unternehmen eine Sourcing-Strategie als Teil ihrer IT-Strategie entwickeln. Dies gibt dem gesamten Projekt einen einheitlichen Rahmen. Um einen ITaaS-Anbieter zu finden, der gut zum Unternehmen und zum Ziel passt, sollten alle relevanten Aspekte des Vorhabens bereits im Request for Proposal (RFP) oder in der Ausschreibung festgelegt sein.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Auch im Tagesgeschäft kann es zu Reibungen kommen. Die meisten Probleme entstehen aus Missverständnissen zwischen der IT-Abteilung und den Anwendern im Unternehmen. Um solche Konflikte zu vermeiden, sollten beide Parteien bei Vertragsschluss ein transparentes Service-Level-Agreement (SLA) definieren. 

ITM: Was macht einen guten externen IT-Dienstleister grundsätzlich aus?
Sebens: Ein guter IT-Dienstleister zeichnet sich durch Transparenz aus. Ein Kunde sollte stets alle Dokumente, den Projektplan, die Kommunikation, den Code und alle laufenden Aktivitäten einsehen können. Richtlinien und Protokolle sind vorhanden, sichtbar und gewährleisten die Umsetzung. 

Zudem sorgt ein guter Service-Anbieter dafür, dass die Kommunikation in jeder Situation gewährleistet ist und die Anwender auf Kundenseite den Überblick über das Projekt behalten. Ein fester Ansprechpartner sollte dabei ebenso eine Selbstverständlichkeit sein wie die Möglichkeit der Verständigung in der gleichen Sprache, Rechtssicherheit vor Ort und Verantwortung auf Augenhöhe.

Bildquelle: FTP Software Europe

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