IT-Sicherheitslage

Cyberkrieg spitzt sich zu

Während in den vergangenen zwei Jahren vor allem die Corona-Pandemie die Nachrichtenkanäle mit Informationen überschwemmte, sind es seit Tagen eher Kriegsschlagzeilen und -bilder, die den nahenden Frühling überschatten.

IT-Sicherheitslage

IT-Sicherheitsbehörden warnen zurzeit vor zunehmenden Cyberattacken und rufen daher zur erhöhten Wachsamkeit auf.

Der Angriff von Russland auf die Ukraine bestürzt die Menschen weltweit. Allerdings macht der Krieg, den wir im Fernsehen sehen, nur einen Bruchteil des Konflikts aus. „Cyberwaffen fügen den ukrainischen Computernetzwerken, insbesondere den Finanz- und Militärsystemen, mindestens ebenso großen Schaden zu“, weiß Hitesh Sheth, CEO von Vectra AI, und warnt: „Ein eskalierender Cyberkonflikt kann zu unvorhergesehenen Folgen und Opfern führen.“ Niemand könne sicher sein, dass er nur Zuschauer bleibe. 

Die Sicherheitsforscher von Check Point Research (CPR) haben sich die Entwicklung der Cyberattacken nach Beginn des Ukraine-Kriegs genauer angesehen. So sollen virtuelle Angriffe gegen Militär und Behörden der Ukraine in den ersten drei Tagen des Kampfes um 196 Prozent zugenommen haben, verglichen mit dem frühen Februar 2022. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt vor zunehmenden Cyberattacken und ruft seine Zielgruppen, darunter die Bundesverwaltung, Betreiber kritischer Infrastrukturen und weitere Organisationen und Unternehmen, zu einer erhöhten Wachsamkeit auf.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 3/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Letztlich sollte aber jeder Einzelne vorsichtig sein und die Informationen im Netz genau filtern. Denn wenn ein bestimmtes Thema – wie der gegenwärtige Krieg in der Ukraine – so viel globale Aufmerksamkeit auf sich zieht, wird schnell vergessen, dass auch „gewöhnliche Cyberkriminelle“ nach wie vor ihr Unwesen treiben. Sie nutzen das menschliche Leid als perfiden Köder für neue Phishing- und Social-Engineering-Kampagnen, weiß das Sicherheitsunternehmen Knowbe4. So gibt es beispielsweise Betrüger, die vorgaukeln, Ukrainer zu sein, und Menschen um finanzielle Hilfe bitten. Andere Cyberkriminelle verkaufen angebliche „UkraineTokens“. Die Empfehlung lautet daher, natürlich nur über bekannte und vertrauenswürdige Organisationen zu spenden. Und für Unternehmen ist es spätestens jetzt an der Zeit, eine vernünftige Storage- und Backup-Strategie zu etablieren, wenn sie ihre sensiblen Daten nicht in den Händen von Cyberkriminellen wissen möchten.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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