Mittelstand im Fokus

Cybersicherheit selbst in die Hand nehmen

Die Zahl der Cyberangriffe steigt weiter an. Viele Angriffe stammen mutmaßlich von staatlichen Stellen, andere von Kriminellen, die Unternehmen kompromittieren, um ihnen zu schaden. Wie können sich besonders kleine und mittelständische Unternehmen vor solchen Angriffen schützen?

Hacked

Allein für 2022 hat der Bitkom ausgerechnet, dass durch Angriffe auf Unternehmen in Deutschland Schäden von 203 Mrd. Euro entstanden sind.

Jahr für Jahr gibt es mehr Cyberangriffe. Allein 2021 ist die Zahl der geschätzten Passwortangriffe pro Sekunde um fast drei Viertel (74 Prozent) gestiegen, wie der Digital Defense Report 2022 zeigt. Vielen dieser Attacken gingen Ransomware-Angriffe voraus, in deren Folge sich die Zahl der Lösegeldforderungen mehr als verdoppelt hat. Auch bei Phishing-E-Mails kann im Jahresvergleich zu 2020 eine stetige Zunahme beobachtet werden.

Aktueller Lagebericht

Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sind gefährdet, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in seinem aktuellen Lagebericht feststellt. Sie verfügen oft nicht über das notwendige Personal oder eine IT-Abteilung, die sich um den Betrieb und die Absicherung der Informationstechnik des Unternehmens kümmert. Aber selbst diejenigen, die in ihre IT-Sicherheit investieren und personell aufstocken wollen, scheitern oft an einem Arbeitsmarkt, in dem sie als potenzieller Arbeitgeber nicht gegen die Gehälter bei Großunternehmen oder IT-Dienstleistern bestehen könnten, stellt das BSI fest.

Das ist fatal, denn die Schäden durch Cyberangriffe sind erheblich: Allein für 2022 hat der Bitkom ausgerechnet, dass durch Angriffe auf Unternehmen in Deutschland Schäden von 203 Mrd. Euro entstanden sind: „Praktisch jedes Unternehmen in Deutschland wird Opfer“, schreibt der Verband. „84 Prozent der Unternehmen waren im vergangenen Jahr betroffen, weitere 9 Prozent gehen davon aus.“ Das kann existenzbedrohend sein, denn mit der Zahl der Attacken wächst auch die Sorge vor den Folgen: Fast die Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen meinen, dass Cyberattacken ihre geschäftliche Existenz bedrohen können – rund fünfmal so viel wie 2021.

Basishygiene

Microsoft hat etwa im vergangenen Jahr allein mehr als 70 Milliarden Angriffe via E-Mail- und auf Nutzeridentitäten abgewehrt, insgesamt bis heute mehr als 10.000 Domains entfernt, die von Cyberkriminellen genutzt werden, dazu 600 Domains, die staatliche Akteure für Cyberangriffe verwendet haben. Die Bedrohungslage ist also ernst. Unternehmen jeder Größe sollten sich so widerstandsfähig wie möglich gegen Cyberattacken aufstellen. Denn: Wer das Thema Cybersicherheit selbst in die Hand nimmt, erreicht schon mit wenigen Maßnahmen eine erhebliche Steigerung des Schutzniveaus.

Deshalb haben Sicherheitsexperten des Konzerns fünf Maßnahmen herausgearbeitet, die als Basisschutz 98 Prozent aller Angriffe abwehren und Unternehmen befähigen sollen, dass Thema Cybersicherheit selbst in die Hand zu nehmen:

Multi-Faktor-Authentifizierung verwenden: Der standardmäßige Einsatz von mehreren Faktoren zur Identifizierung von Nutzern erschwert es Cyberkriminellen, durch Phishing oder Diebstahl erhaltene Zugangsdaten auszunutzen.

Die drei Zero-Trust-Prinzipien anwenden: Das erste Prinzip ist die explizite Überprüfung. Es muss sichergestellt werden, dass Accounts und Geräte in einem guten Zustand sind, bevor Zugriff auf Ressourcen genehmigt wird. Zudem müssen die Zugriffsberechtigungen eingeschränkt werden. Nur berechtigen Nutzer sollte Zugriff auf sensible Daten gewährt werden, das reduziert die Zahl möglicher Angriffspunkte. Zuletzt muss von Sicherheitsverletzungen ausgegangen werden. Wer das tut, überprüft und überwacht seine Umgebung stetig auf mögliche Cyberangriffe und erkennt sie schneller.

Up to date bleiben: Veraltete Systeme sind ein Hauptgrund dafür, dass Unternehmen angegriffen werden. Die möglichst automatische Installation sicherheitsrelevanter Updates schließt bekannte Lücken schnellstmöglich und erhöht so die Resilienz der Systeme. In der Cloud werden Updates direkt mitgeliefert und eingespielt.

XDR-Systeme nutzen: Die Installation von Extended Detection and Response (XDR)-Systemen auf allen Endgeräten hilft bei der Erkennung von Schadsoftware und verhindert ihre Ausführung, indem es Daten aus verschiedenen Quellen wie z.B. aus E-Mails, von Endpunkten, Servern und Netzwerken und Cloud-Workloads korreliert.

Daten sichern: Unternehmen müssen sich bewusst sein, welches die wirklich sensiblen Daten sind, wo sie gespeichert und wie sie gesichert sind. Und ein sicheres Backup davon haben.

Die Kombination aus leicht umsetzbaren Maßnahmen und einer speziell auf den Mittelstand zugeschnittenen, sofort einsetzbaren Lösung sorgt im Handumdrehen für den hohen Schutz vor Cyberangriffen, den KMU benötigen.



Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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