Immer mehr Mitarbeiter zeigen illegale oder unethische Praktiken an seinem Arbeitsplatz an.
In einer Umfrage unter 12.000 Arbeitnehmern in kleinen und mittleren Unternehmen in Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich, Deutschland und Polen gaben 74 Prozent der Befragten an, illegales oder unethisches Verhalten am Arbeitsplatz gegebenenfalls anzuzeigen oder bereits angezeigt zu haben. Dies weist laut Studie auf einen übergreifenden Gerechtigkeitssinn unter europäischen Arbeitnehmern hin und sollte in mittelständischen Chefetagen als Weckruf dienen.
Speziell in Deutschland geben 62 Prozent der Mitarbeiter an, dass sie illegales oder unethisches Verhalten am Arbeitsplatz anzeigen würden oder bereits angezeigt haben. Nach den Gründen gefragt, gaben 45 Prozent moralische Gründe als wichtigstes Motiv für einen Hinweis an, 42 Prozent sehen es als professionelle Pflicht an und nur 14 Prozent erwarten eine Belohnung.
Von den Befragten, die von Missständen im eigenen Unternehmen wussten, war nur ein kleiner Teil (11 Prozent) unter keinen Umständen bereit, einen Hinweis abzugeben. Rund die Hälfte (48 Prozent) wünschte sich dafür Anonymität, ein Drittel (32 Prozent) forderte eine finanzielle Entlohnung.
Europaweit waren die Befragten am ehesten bereit, Mobbing oder Diskriminierung am Arbeitsplatz anzuzeigen. 66 Prozent gaben dies an. Betrug (50 Prozent), der Diebstahl von Firmeneigentum (56 Prozent), Veruntreuung (54 Prozent), Steuerhinterziehung (47 Prozent) und der Verstoß gegen Industriestandards (40 Prozent) folgten in der Rangliste. Es zeigte sich hier weitestgehende Übereinstimmung in der europaweiten Einstellung zu Missständen.
Über ein Drittel aller Arbeitnehmer in Europa (34 Prozent) würden illegale IT-Praktiken wie die Verwendung illegaler oder gefälschter Software anzeigen. Dieser Wert liegt in Deutschland bei 37 Prozent. Weiterhin vermuten zwölf Prozent der Befragten in Europa, dass ihr Unternehmen aktuell illegale oder unlizenzierte Software einsetzt (Deutschland: zehn Prozent).
In diesem Zusammenhang bietet BSA selbst die Möglichkeit, Hinweise auf unlizenzierte Software abzugeben, wobei Belohnungen für erfolgreich abgeschlossene Fälle winken. Die Zahl der Hinweise an die Alliance stieg in Europa von 3.900 im Jahr 2015 auf über 4.500 im Jahr 2017. Allein im vergangenen Jahr mussten Unternehmen in Europa über sieben Millionen Euro Schadenersatz für den Einsatz unlizenzierter Software zahlen.
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