Kommentar

Das Beste aus zwei Welten

Christian Zöhrlaut, Director Products Medium Segment bei Sage, verabschiedet sich von der Idee, dass Mittelständler bei der Auswahl der passenden ERP-Software zwischen Individualität und Standard entscheiden müssen. Wie flexible Cloud-Lösungen nun das alte Dilemma auflösen können, legt er im Kommentar dar.

Das Beste aus zwei Welten

Eine moderne ERP-Lösung sollte das Beste aus beiden Welten vereinen.

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie sind Märkte und Geschäftsentwicklungen noch volatiler als vorher. Die aktuelle wirtschaftliche Lage setzt mittelständische Unternehmen besonders unter Druck. Für sie ist es jetzt umso wichtiger, ihre Geschäftsprozesse und entscheidungsrelevanten Daten im Blick haben, um wettbewerbsfähig zu sein und zukunftsfähig zu bleiben. Dabei helfen integrierte Software-Lösungen, die unterschiedliche Workflows in einer zentralen Datenbank zusammenbringen. Der Vorteil: Das Unternehmen hat alle geschäftskritischen Informationen stets im Griff. Um den Einsatz von Betriebsmitteln zu planen und Kapitalflüsse zu steuern, bezieht das ERP-System über Schnittstellen aktuelle Daten aus einzelnen Arbeitsbereichen wie Produktion, Einkauf, Warenwirtschaft, CRM oder Finanzbuchhaltung. So liefern integrierte ERP-Lösungen einen ganzheitlichen Blick auf die einzelnen Unternehmensressourcen. Neben dem Aspekt der Integration verschiedener Anwendungen kommt es im ERP-Bereich zudem auf einen möglichst hohen Automatisierungsgrad von Aufgaben und Prozessen an. Für Unternehmen stellt sich die Frage: Können sie diesen hohen Integrations- und Automatisierungsgrad nur über ein System erreichen, welches für ihren konkreten Anwendungsfall individuell konfiguriert wurde, oder lässt sich das auch über eine Standard-ERP-Software umsetzen?

Mehr Services statt Produkte

Bei der Frage, ob Mittelständler in eine Individual- oder Standard-Software investieren sollen, geht es jedoch nicht um das „Entweder-oder“. Eine moderne ERP-Lösung sollte das Beste aus beiden Welten vereinen. Es gibt zwar im Cloud-Bereich einen klaren Trend zur Standardisierung, aber da Cloud-Lösungen auf flexiblen, modularen Technologien aufsetzen, lassen sie sich für individuelle Zwecke maßschneidern. Für Individualität sorgen beispielsweise inte-grierte App-Designer, mit denen sich Anwender aus der Software heraus speziell konfigurierte Applikationen erstellen können, die genau auf ihren konkreten Anwendungsfall einzahlen. Dadurch wird das Standard-system individualisierbar. 

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 12/2020. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Nutzerfreundlichkeit auf B2C-Niveau

Im Trend liegen also am unmittelbaren Kundennutzen orientierte, flexibel anpassbare Services aus der Cloud statt großer monolithischer Individuallösungen, von denen am Ende nur ein Bruchteil genutzt wird. Wenn Anwender nur noch die Basis-funktionen eines Standardsystems implementieren, die sie auch wirklich benötigen, und diese im nächsten Schritt individualisieren, hat das natürlich auch positive Auswirkungen auf die Kosten. 

Neben Individualisierbarkeit, Flexibilität und Kosteneffizienz ist die Nutzerfreundlichkeit ein weiterer Aspekt, der auf die Kundenorientiertheit des ERP-Systems einzahlt. Anbieter sind daher gut beraten, nicht nur die Vorteile von Standard- und Individual-Software miteinander zu verbinden, sondern auch die Usability ihrer professionellen Lösungen auf B2C-Level zu heben. Intuitiv nutzbare Systeme sind die Zukunft. Sie bieten eine selbsterklärende Bedienoberfläche, auf der sich der Anwender ohne Test- oder Erprobungsphasen schnell zurechtfindet. Schulungen erhalten die Nutzer in Form von In-App User Guides, die ihnen auch bei konkreten Anwendungsfällen helfen, und zwar interaktiv und intuitiv. Zusätzliche Unterstützung bieten Chatbots. Über diese virtuellen Assistenten erhalten die Anwender aus dem System aufbereitete Informationen wie Transaktions- oder Analyseprotokolle auf Zuruf. Diese Art der User Experience ist im B2C-Umfeld bereits stark verbreitet. B2B-Unternehmen sollten sich daran orientieren. Denn damit können sie die Anwender nachhaltig an die Produktlösung binden und letztlich auch die Kundentreue erhöhen. 

Bildquelle: Thinkstock/iStock

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok