Fachbeitrag: Dynamisches Storage Tiering

Das Ende der Storage-Dinosaurier

Das Rezept für eine zukunftssichere Storage-Lösung heißt „Dynamisches Storage Tiering“ – die Speicherung von Daten anhand ihrer Bedeutung im Unternehmen.

Dynamisches Storage Tiering: Immer die passende Speichertechnologie.

Dass sich Unternehmen einer Datenflut gegenüber sehen, ist seit langem bekannt. Analysten haben diese Flut in zwei große Wellen aufgeteilt. Die "kleine" Welle haben die Unternehmen im Großen und Ganzen im Griff. Hierbei handelt es sich um sogenannte strukturierte Daten - beispielsweise Businessdatenbanken. Das Wachstum ist hier recht moderat und die Firmen haben Umgebungen geschaffen, mit denen sie diese Daten zufriedenstellend managen, sichern und im Fehlerfall wieder zurückspielen.

Das Problem ist die Welle der "unstrukturierten" Daten. Hier gibt es ein immenses Datenwachstum. Dabei geht es nur um die Informationsmengen, die in Unternehmen anfallen, jenseits von Bildern, Videos oder Musik. Doch auch bei den "unstrukturierten" Daten geschäftlicher Natur zeigt sich Vielfalt.

Ein gutes Beispiel sind die Mail-Systeme, vor allem die Attachments an den Mails. Für viele Anwender ist das E-Mail-Programm zu einer privaten Datenbank geworden, die intensiv genutzt wird. Gibt ein Unternehmen den Anwendern keine Kapazitätsgrenzen vor, nimmt das ungehemmte Datenwachstum seinen Lauf.

Unterschiedliche Speicherebenen

Ein weiterer Grund für die Vermehrung der Daten ist die fortschreitende Technik. In der Medizin steigt die Auflösung der bildgebenden Verfahren stetig an, auch werden zunehmend Videos genutzt, die ebenfalls archiviert werden müssen. Ein anderer Bereich: Behörden nutzen keine einfachen Flurkarten mehr, sondern 3D-Überflugsdaten, die aufbewahrt und gesichert werden müssen.

In den letzten Jahren sind immer mehr Unternehmen in die Technik der SAN (Storage Array Networks) eingestiegen. Dabei geht es um die Zentralisierung von verteilten Storage-Umgebungen (DAS, Direct Attached Storage) hin zu einem zentralen Storagesystem sowie um Möglichkeiten, Datensicherung und Auslastung zentral zu verwalten.

Es zeigt sich aber, dass solche relativ "unintelligenten" SAN keine zufriedenstellende Lösung sind. Die Daten sind zwar zentral gespeichert, aber das Wachstum geht weiter. An diesem Punkt der Entwicklung sollten sich die Unternehmen Gedanken über die Struktur der Daten machen - dies deckt das klassische SAN nicht ab.

Der entscheidende Ansatz ist "Storage Tiering", also der Einsatz von unterschiedlichen "Plattentechnologien" in einem Array. Damit sind die Anwender in der Lage, "wichtige" Daten auf schnelle Platten zu legen und "unwichtige" auf langsamere Platten mit hoher Kapazität. So sind heute viele Storagesysteme aufgebaut, zu deren Technologie auch die modernen SSD (Solid State Disks) für eine besonderes schnelle Speicherebene gehören.

Eine entscheidende Frage steht aber immer noch im Raum: Wann sind Daten "wichtig"? Nur in diesem Fall kann der Anwender entscheiden, welcher Speicherebene (Storage Tier) die Daten zugeordnet sind. Denn Storage Tiering ist lediglich eine Möglichkeit. Ihre praktische Umsetzung bestimmen die Anwender. So werden zum Beispiel ganze Datenbanken auf die schnelle Platte gelegt. Allerdings ist in einer großen Datenbank nicht alles gleich "wichtig", es könnte erheblich effektiver gespeichert werden.

Die Bedeutung der Daten entscheidet

Eine Lösung sind Systeme, die neben dem Tiering auch noch einen Automatismus für die Speicherung anbieten. So nutzen beispielweise Dell Compellent oder Dell EQL ein automatisches und dynamisches Storage Tiering. Die Systeme von Dell Compellent bieten ein hochgradig virtuelles Tiering. Daten werden grundsätzlich immer "schnell" geschrieben und dann nach ihrer Bedeutung auf günstigere Medien verlegt.

Dabei agiert das System sehr granular. "Schnell" schreiben bedeutet: Speichern auf einem schnellem Medium wie etwa 15k-SAS-Festplatten und zusätzlich in einem schnellen Raid Level (hier Raid10). Außerdem nutzt das System die Tatsache, dass sich die äußeren Bereiche einer Platte in Verhältnis zum Schreib/Lese-Kopf schneller drehen als Bereiche in der Mitte der Platte.

Somit nutzt das System allein im schnellen "Tier 1" drei unterschiedliche Möglichkeiten der Speicherung. Die anderen Storage Tiers nehmen Daten auf, wenn sie "erkaltet" sind und nicht mehr so häufig gelesen werden. Nach heutiger Technik kommen hier hoch kapazitive NL-SAS-Festplatten zum Einsatz. Der Steckbrief: Hohe Kapazität, gute Leistung und günstiger Preis. Dies ergibt ein ideales Medium für "erkaltete" Daten. Die Granularität von "Tier 1" (etwa unterschiedliche Raid Level) finden sich auf der niedrigeren Ebene wieder.

Soweit der Automatismus, der entscheidet ob Daten "wichtig" und "nicht mehr so wichtig" sind. Doch was ist mit der Dynamik? Was ist, wenn die "unwichtigen" Daten wieder "wichtig" werden? Die Systeme kennen nicht nur den Weg "Tier Down", also von einem schnellen Medium zu einem langsamen Medium. Der Weg "Tier Up" existiert ebenfalls: Steigt der Zugriff auf die Datenbereiche, so wandern sie wieder nach "oben" auf ein schnelleres Medium.

Ein erheblicher finanzieller Vorteil eines solchen dynamischen, granularen Tierings zeigt sich, wenn die Kapazität des Systems erweitert werden muss. Durch das äußerst effektive Tiering findet eine Kapazitätserweiterung in der Regel nur in den langsamen und kostengünstigen Tierbereichen statt. Es geht also um NL-SAS Platten, was zu einer erheblichen Kosteneinsparung führt.

Effizienz und Skalierbarkeit

Ein solches dynamischen Tiering ist aber nicht die einzige Möglichkeit, ein Storagesystem effektiver zu gestallten. Was ist mit den Bereichen in einem System, die zwar zugeordnet, aber noch nicht mit Daten beschrieben sind? Sie liegen brach, müssen aber trotzdem mit Energie versorgt und gekühlt werden - nicht gerade "Green IT".

Das daran anknüpfende Stichwort heißt "Thin Provisioning". Es vermeidet die in fast allen herkömmlichen Storagesystemen auftretenden "leeren" Bereiche, die zwar einem Server zugewiesen, aber noch nicht beschrieben sind. Ein Beispiel: Die Anforderung von 50 Gigabyte wird erfüllt, der Anwender sieht auch die gewünschten 50 GB. Doch die Daten werden noch nicht "richtig" zugeordnet, sondern erst, wenn sie geschrieben werden.

Somit liegen in einem solchen System keine Kapazitäten brach - weder teure noch kostengünstige. Dies führt erneut zu einer erheblich Kosteneinsparung. Die IT-Abteilung könnte hier aber einwenden: Wir zeigen Kapazitäten, die wir gar nicht haben. Hier kommen zwei weitere Merkmale einer zukunftsweisenden Storagestrategie zum Tragen: die Skalierbarkeit und das Reporting eines Systems. Durch die modulare Struktur der Systeme ist es sehr einfach und schnell, die Kapazität zu erhöhen.

Zusätzlich bieten die Systeme dem Anwender ein fundiertes und intuitiv zu bedienendes Reporting. Dadurch ist er jederzeit in der Lage, sich einen gezielten Überblick über die Vorgänge und den Status seiner Storage-Umgebung zu verschaffen. Er kann gezielt reagieren. Damit werden Engpässe vermieden, das komplette System aber gleichbleibend effektiv gehalten.

Ein weiteres Merkmal eines zukunftsweisenden Storagekonzepts ist "Scale Out". In der Vergangenheit tauschten Unternehmen bei gestiegenen Anforderungen die Systeme in der Regel gegen neue, leistungsfähigere Systeme aus. Dabei mussten die Daten zum Teil sehr aufwändig migriert werden. Das alte System wurde entweder abgeschafft oder untergeordnet weiter betrieben. Dieses Verfahren wird auch als "Forklift Uprade" bezeichnet.

Modulare Systeme sind zukunftssicher

Dieser finanziell und vom Zeitaufwand her unsinnige Prozess entfällt bei modernen Storagesystemen. Durch den flexiblen Aufbau passen sich die Systeme in der Kapazität und in der Technologie an die Bedürfnisse der Anwender an. So können die Unternehmen durch einen schlichten Austausch von Modulen eine leistungsfähigere Technologie benutzen.

Dies führt auch zu einem vereinfachten Lizenzmanagement. In der Vergangenheit kaufte ein Kunde mit jedem neuen System auch alle Lizenzen ein weiteres Mal. Hier bietet Dell ein Modell des "Perpetual Licencing". Die Lizenzen für ein System behalten ihre Gültigkeit, ganz gleich wie sich das System in Zukunft verändert. Diese Veränderung kann sich sowohl auf die Kapazität als auch auf die technische Konfiguration des Systems beziehen.

Kurz: Die Zeit der Storage-Dinosaurier ist vorbei. Die Zukunft liegt in flexiblen, modular aufgebauten Storagesystemen, die Informationen automatisch nach ihrer Bedeutung auf einen günstigen oder auf einen schnellen Datenbereich legen. Diese Systeme sind zudem durch ihren modularen Aufbau erweiterbar - in der Kapazität und der technischen Ausstattung.

Weitere Informationen gibt es auch hier: Opens external link in new windowhttp://dell-businesshelden.de/

Bildquelle: Th. Reinhardt / Opens external link in new windowpixelio.de

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