Für Mathias Diener steht der Mittelstand für Unternehmen, die oft in langer Familientradition inhabergeführt sind und dabei eine hohe Innovationskraft haben.
… Tradition und Innovation. Unternehmen, die sich ganz klar an ihren Werten orientieren, oft in langer Familientradition inhabergeführt sind und dabei eine hohe Innovationskraft haben, den typischen Erfindergeist. Mittelständler sind häufig in ihren Märkten hochspezialisiert und dabei global präsent.
… er innerhalb eines Fachgebietes wesentlich mehr in die Tiefe geht und agiler handelt. Wo in Großkonzernen ein großes Managementboard die Zuständigkeiten weit spreizt, finden wir im Mittelstand noch häufig Geschäftsleitung und Inhaber in Personalunion. Das hält Entscheidungswege kurz. Gleichzeitig liegt mehr Verantwortung in der Geschäftsführung. Sie muss sich daran messen lassen, wie innovationsbereit sie ist und wie stark ihre Fachexpertise ist. Die regionale Verbundenheit ist im Mittelstand sehr präsent. Und nicht zuletzt bleiben Mitarbeiter deutlich länger ihren Arbeitgebern treu. All das macht den Mittelstand zu einem gewichtigen Gegenpol zu den Megakonzernen.
… eines Lösungsangebots, das sich nahtlos in bestehende IT-Landschaften integrieren kann. Das den IT-Verantwortlichen zeigt, du kannst auch mit kleinem Aufwand viel erreichen, ohne gleich die gesamte IT-Architektur umbauen zu müssen. Dafür braucht es unterschiedliche Bereitstellungsformen, also Cloud, on premise und/oder Hybridformen oder auch Managed-Services. Das Angebot muss skalierbar sein und langfristig flexibel bleiben, um sich mit den Anforderungen der Nutzer verändern zu können. Darüber hinaus ist ein tiefes Verständnis für die Herausforderungen der jeweiligen Branchen nötig. Mittelständler planen mit ihren Investitionen ja gern langfristig, deshalb sind Verlässlichkeit und Beständigkeit unbedingt erforderliche Qualitätsmerkmale. Gleichzeitig braucht es die Fähigkeit, auf internationale Bedarfe eingehen zu können. Und eben die Innovationsbereitschaft, sich auf neue Themen und Technologien wie Künstliche Intelligenz einzulassen und sie zu adaptieren. Das Erfolgsrezept lautet gerade auch in der IT: Tradition und Innovation.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2021. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
… auf der einen Seite hoch innovativ. Es gibt Anbieter, die echte High-End-Lösungen auf den Markt bringen. Das ist umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass ja im Vergleich zum Großkonzern mit wesentlich knapperen Budgets gearbeitet wird. Hier ist höchste Effektivität zu sehen. Auf der anderen Seite kämpfen Mittelständler vielfach noch mit der Digitalisierung. Schauen wir auf das letzte Jahr: In einigen Branchen, wie gerade im stationären Handel, war sehr schnelles und umfassendes Handeln gefragt. Die sonst so beschworene langfristige Planung war nicht mehr möglich, und selbst die vorsichtigen und mit Bedacht agierenden Unternehmen mussten schnell Lösungen vor allem in Richtung E-Commerce finden.
… die langfristige Orientierung und die Suche nach Lösungen mit Bestand. IT-Entscheidungen haben im Mittelstand häufig einen konstitutiven Charakter – die Mittel sind begrenzt, daher kann ein mittelständisches Unternehmen es sich nicht leisten, die IT jedes Jahr komplett umzukrempeln. Die IT muss sich über Jahre an einer grundlegend gefällten Entscheidung ausrichten.
… über lange Zeit „gewachsene“ IT-Strukturen, die oft zu unzusammenhängenden Datensilos führen. Daten und deren Potenzial bekommen deshalb oft nicht die nötige Zuwendung und aufgrund der verteilten Datenhaltung kann kaum die maximale Wertschöpfung realisiert werden. Unternehmen wissen gar nicht, auf welchem Datenschatz sie sitzen. Allerdings braucht es da die richtigen Fachkräfte wie etwa Data Scientists und Data Stewards, um diesen Schatz zu heben. Die sind auch im Mittelstand schwer zu bekommen, zumal ja häufig noch Standorte abseits der beliebten Ballungszentren erschwerend ins Spiel kommen. Da braucht ein Unternehmen schon besondere Argumente und eine außergewöhnliche Unternehmenskultur, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein.
… zunächst einmal einen Perspektivenwechsel. Wir sehen häufig, dass Unternehmen von der Anwendung und der damit versprochenen Lösung her denken. Ich rate dazu, sich zuerst die Daten und die Prozesse anzuschauen. Dann erst zeigt sich, welche Lösung die erforderlichen Aspekte miteinbinden kann, um maximal zu performen. Parallel ist es wichtig, eine unternehmensweite Data Governance aufzubauen. Je besser Unternehmen das Datenmanagement beherrschen, umso genauer können sie die Customer Journey und die Customer Experience personalisiert, sprich individuell, ausrichten. So werden sie zur „Data Driven Company“.
… bei der Schaffung einer vertrauenswürdigen, qualitativ hochwertigen Datenbasis. Dafür ist jedoch häufig erst ein Paradigmenwechsel nötig: Die Daten sind als Asset zu sehen, das Datenmanagement als Grundvoraussetzung, um die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Prozessqualität ohne Datenqualität ist nicht möglich. Insofern wünsche ich mir die Offenheit und den Mut, die Chancen zu erkennen und zu ergreifen.
Name: Mathias Diener
Alter: 54 Jahre
Familienstand: verheiratet, drei Töchter
Ausbildung: Bankkaufmann, Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Mannheim, Steuerberater
Beruflicher Werdegang: seit 2002 bei Uniserv, zunächst als kaufmännischer Leiter, dann als Chief Financial Officer (CFO)
Derzeitige Position: seit 2014 Geschäftsführer der Uniserv GmbH
Bildquelle: Uniserv