Segmentierung

Das granulare Erfolgsrezept gegen Ransomware

Ob einfache, doppelte oder sogar dreifache Erpressung – Ransomware bleibt die größte Cyberbedrohung für viele Unternehmen.

Rezept

Netzwerk- und Anwendungssegmentierung in Kombination mit einem Zero-Trust-Ansatz sind das Erfolgsrezept gegen Ransomware.

Der Trend ist besonders besorgniserregend: Laut dem Data Breach Investigations Report 2022 von Verizon ist die Zahl der Angriffe im Vergleich zum Vorjahr um weitere 13 Prozent gestiegen. Die zunehmende Kompetenz einiger Ransomware-Gruppen und die Möglichkeit, die Schad-Software auch ohne technisches Fachwissen als As-a-Service-Produkt zu erwerben und einzusetzen, tragen vielerorts zu kriminellen Aktivitäten bei. Als Reaktion darauf haben viele Unternehmen nun ihre eigene Sicherheitsstrategie überdacht. Es geht nicht mehr nur darum, ein notwendiges Eindringen zu verhindern, sondern auch darum, die Auswirkungen der Folgen im Ernstfall auf ein Minimum zu reduzieren. Eine Methode der Netzwerksicherheit, die bei vielen Unternehmen an Bedeutung gewonnen hat, ist die Netzwerksegmentierung.

Laut einer aktuellen Umfrage von Omdia wollen fast 80 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland das eigene Netzwerk bis spätestens Ende des Jahres segmentiert haben. Der mit Abstand beliebteste Ansatz ist der Umfrage zufolge jedoch die anwendungsbasierte, sogenannte Application-Workload-Segmentierung oder Mikrosegmentierung. Die Sicherheitsvorteile liegen auf der Hand: Selbst wenn es einem Cyberkriminellen gelingt, sich unbefugt Zugang zu verschaffen – sei es durch eine gezielte Phishing-Kampagne, das Ausnutzen einer Zero-Day-Schwachstelle oder durch Brute-Force-Maßnahmen –, sitzt er anschließend fest. Die granulare Partitionierung des Netzes und der digitalen Infrastruktur ermöglicht auch einen granularen Schutz der einzelnen Bereiche. Dies bedeutet, dass der potenzielle Schaden, der durch Erpresser und Datenpiraten verursacht werden könnte, überschaubar ist. Die Granularität verhindert auch, dass das digitale Ökosystem durch Ransomware oder andere Malware komplett lahmgelegt wird. Dies verhindert zwar nicht, dass ein Schaden entsteht, aber es begrenzt das Ausmaß des Schadens und alle weiteren möglichen Folgen.

Zuverlässige Mittel

Auch die Segmentierung ist ein wesentlicher Bestandteil des Zero-Trust-Ansatzes: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte niemals völliges, uneingeschränktes Vertrauen in einen Benutzer oder eine Anwendung zulassen. Stattdessen sollte jeder dieser Ressourcen nur das absolute Minimum an Befugnissen eingeräumt werden, das für die Arbeit erforderlich ist. Je konsequenter dieses Konzept in Kombination mit der Mikrosegmentierung umgesetzt wird, desto größer sind die Chancen, die Vorschriften einzuhalten und besser auf Audits vorbereitet zu sein. Gleichzeitig könnte dieser Ansatz dazu beitragen, die Möglichkeit der Einführung neuer Risiken und des Datendiebstahls zu minimieren.

Der einfache Zugang zu und die Handhabung von Ransomware sorgt dafür, dass die Zahl der Angriffe auf Unternehmen täglich steigt. Es obliegt nun den Verantwortlichen, zu reagieren und sich nicht nur auf den Schutz des digitalen Ökosystems zu konzentrieren, sondern auch für den tatsächlichen Eintritt eines Notfalls zu planen. Netzwerk- und Anwendungssegmentierung in Kombination mit einem Zero-Trust-Ansatz haben sich laut Algosec als zuverlässige Mittel für genau diesen Zweck erwiesen. Wer jedoch seine Sicherheitsstrategie nicht proaktiv an die neuesten Cyberwaffen der Kriminellen anpasst, riskiert nicht nur den Verlust seiner Daten und des Vertrauens seiner Kunden, sondern setzt sein Unternehmen auch einem großen finanziellen Risiko aus.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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