Glück verbunden mit Tradition: Die Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) mit Sitz in München ist die Staatslotterie der Länder Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Sie ist eine Anstalt öffentlichen Rechts und wurde bereits 1947 gegründet. Als Staatslotterie bietet sie ihren Teilnehmern diverse staatlich garantierte Chancen auf große und kleine Geldgewinne. Pro Jahr führt die SKL zwei Lotterien durch, die jeweils am 1. Juni und am 1. Dezember starten. Im klassischen „Millionenspiel“ beispielsweise warten während der gesamten Spielzeit täglich mindestens eine Million Euro auf glückliche Gewinner.
Hinter dem variablen Gewinnsystem verbirgt sich eine ebenso komplexe Softwarelandschaft im Unternehmen. Diese besteht aus verschiedenen Standardsystemen in den einzelnen Abteilungen sowie aus einer eigenen Abrechnungssoftware und einer Finanzbuchhaltung. Als die sich im Einsatz befindende kaufmännische Software an ihre Leistungsgrenzen stieß, beschloss die SKL, das System durch eine leistungsfähigere Software abzulösen und gleichzeitig funktional zu erweitern: Neben der Finanzbuchhaltung sollte auch eine Kostenrechnung und Anlagenbuchhaltung neu eingeführt werden. Die Software SQL-Rewe der Firma Syska überzeugte durch Flexibilität, das moderne Bedienkonzept sowie verschiedene Möglichkeiten zum Datenimport.
Die Abteilung Finanzen kümmert sich bei der SKL um die Finanzbuchhaltung und den Zahlungsverkehr. Ein intelligentes Rechnungswesen als umfassendes Informationssystem, das operative und bilanzielle Kennzahlen zur Steuerung liefert, ist dabei das Herzstück der Abteilung. Dies ist bei einer Lotterie mit über 3.000.000 teilnehmenden Losnummern, zehn Fachabteilungen sowie einer Vertriebsorganisation mit derzeit 90 staatlichen Lotterieeinnahmen und 1.257 amtlichen Verkaufsstellen im Lotteriegebiet ein enormer Aufwand, den es zu optimieren galt.
Individualschnittstelle erforderlich
Die Besonderheit des Projektes lag in der Anbindung des SKL-eigenen individuellen Abrechnungssystems, für das eine neue Schnittstelle programmiert werden musste. Da die Lotterie aus sicherheitstechnischen Gründen keinen externen Zugriff erlaubt, kam für die Abwicklung des gesamten Projekts – also die Implementierung und Entwicklung – nur ein Dienstleister vor Ort in Frage. Die Entscheidung fiel auf den Syska-Partner Acea aus Oberschleißheim bei München. Dieser erstellte im ersten Schritt eine Interimsschnittstelle basierend auf einer Textdatei des Altsystems. Fehlende Informationen, beispielsweise die Kostenstelle, wurden ergänzt, um auf diese Weise die Daten für die neue Software und auch neue Einsatzbereiche wie die Kostenrechnung aufzubereiten.
Im zweiten Schritt programmierte der Partner eine transaktionssichere, vollautomatisierte Schnittstelle. Sie basiert übergreifend auf den Datenbanksystemen Oracle und Microsoft-SQL-Server. Die Besonderheit in der Schnittstelle liegt in ihrem hohen Automatisierungsgrad mit integriertem Fehlerhandling: Sobald neue Daten der Klassenabrechnung im internen Abrechnungssystem vorhanden sind, erhält der Mitarbeiter in der Finanzbuchhaltung automatisch eine E-Mail, in der darüber informiert wird. Gleichzeitig meldet das System aktiv, ob diese Daten in Ordnung oder möglicherweise fehlerhaft sind. Der Mitarbeiter kann die Daten anschließend überprüfen, korrigieren und freigeben.
Mit dem neuen Modul für die Kostenrechnung nimmt die SKL auch ihre internen Kostenverursacher genauer unter die Lupe. Bevor das Syska-Modul zur Kostenrechnung zum Einsatz kam, war das Berichtswesen enorm aufwendig und zeitintensiv. Jetzt können die Mitarbeiter die Auswertungen einfach selbst erstellen – ein Gewinn an Arbeitserleichterung und Prozessoptimierung.
Branche: Finanzdienstleistungen/Glücksspiel
Standort: München
Gründung: 1947
Gesamtmitarbeiterzahl: 47
Zahl der IT-Mitarbeiter: sechs
Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr: 245 Mio. Euro
www.skl.de
Bildquelle: © SKL