Personality

„Das macht mittelständische Unternehmen agil und anpassungsfähig“

IT-MITTELSTAND befragt die Verantwortlichen verschiedener IT-Anbieter. Diesmal: Simon Lembke, Vorstand bei der Dakosy AG.

Simon Lembke

„Die Anwendungen müssen im täglichen Betrieb einfach zu handhaben und möglichst selbsterklärend aufgebaut sein. Denn in der Regel gibt es keinen eigenen Helpdesk oder keinen umfangreichen IT-Support“ sagt, Simon Lembke.

Unter Mittelstand verstehe ich ...
… eine starke persönliche Identifikation mit dem Produkt oder der Dienstleistung, oftmals verbunden und befeuert durch ein hohes Engagement der Eigentümer. Mit dem Mittelstand verbinde ich außerdem die Chance, in einer Nische „groß“ zu sein. Dies gilt auch für unser IT-Softwarehaus, das sich gleich in einer doppelten Nische positioniert hat: die Logistik und hier noch mal die Spezialisierung auf Zoll-Software und Cargo-Community-Systeme.

Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… die Entscheidungswege kurz sind und mit vergleichsweise wenig Personal ein breites und sich veränderndes Spektrum abzudecken ist. Das macht mittelständische Unternehmen agil und anpassungsfähig. Bezogen auf die Software-Entwicklung gewinnt diese Eigenschaft zunehmend an Bedeutung angesichts des digitalen Wandels mit seinen immer neuen Möglichkeiten.

Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… neben der Leidenschaft für die Programmierung eines großen Interesses an Themen, die primär nichts mit der Technik zu tun haben. Es geht darum, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und die operativen Abläufe in der jeweiligen Fachbranche nachzuvollziehen.

Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… schwierigen Rahmenbedingungen ausgesetzt. Der Druck, Prozesse und Abläufe auch über die Unternehmensgrenzen hinaus zu digitalisieren, nimmt zu. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Cybersicherheit. Allein für die letztere Aufgabe gibt es in größeren Unternehmen eigene Stellen. Doch woher nimmt ein schlank aufgestellter Mittelständler das IT-Expertenwissen, das stetig an Bedeutung gewinnt? Hinzu kommt der Fachkräftemangel, insbesondere im IT-Sektor.

Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… Excel. Das ist natürlich überspitzt ausgedrückt und auch mit einem Augenzwinkern. Doch das traditionell genutzte Tabellenkalkulationsprogramm wird oftmals noch als Grundlage für Übersichten und Planungen eingesetzt. In der internationalen Logistik- und Transportbranche gehören heute Transport-Management-Systeme (TMS), Anwendungen für das Supply Chain Management (SCM), Zoll-Software sowie CRM-Systeme zur Grundausstattung.

Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
... IT-Systeme und Software bevorzugt werden, die flexibel einsetzbar sind. Investiert wird überwiegend in Standard-Software, die konfigurierbar ist und so auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann. Die Anwendungen müssen im täglichen Betrieb einfach zu handhaben und möglichst selbsterklärend aufgebaut sein. Denn in der Regel gibt es keinen eigenen Helpdesk oder keinen umfangreichen IT-Support. Aufwendige Eigenentwicklungen sind aufgrund der hohen Kosten und des Personalaufwands eher selten.

Ein typisches IT-Problem des Mittelstands ist ...
… die Verfügbarkeit von IT-Fachkräften. Dabei ist deren Know-how im Unternehmen essenziell, um die IT-Systeme auf dem neuesten Stand zu halten und um einen wirksamen Schutz gegen Cyberkriminalität zu gewährleisten. In der Praxis ist es so, dass das wenig vorhandene IT-Personal ein immer komplexer werdendes Systemumfeld betreiben und betreuen muss.

Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 9/2023. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.

Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich ...
… das Eingehen einer vertrauensvollen Partnerschaft mit einem passenden IT-Systemhaus, um gemeinsam zukunftsweisende und nachhaltige IT-Lösungen zu etablieren. „Passend“ ist auch in Bezug auf die Größe zu verstehen, denn die Gefahr beim Outsourcen im Mittelstand ist die daraus resultierende Abhängigkeit von wenigen großen Playern. Zusätzlich braucht es aufseiten des Mittelstands ein Mindestmaß an IT-Sachverstand. Wem es hier gelingt, Verantwortlichkeiten richtig zu definieren und IT-Personal langfristig zu binden, hat die Nase vorn.

Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… sich noch stärker bewusst zu machen, wie schnell sich die IT-Welt dreht. Ich empfehle, sich mit Digitalisierungstrends aktiv zu beschäftigten und sich Gedanken zu machen, welchen Einfluss die Digitale Transformation auf das eigene Geschäft hat. Wer hier die Stärke des Mittelstands zu nutzen weiß, flexibel zu agieren und auch kreative ungewöhnliche Wege zu gehen, kann sich vom Wettbewerb absetzen.

Persönliches
Name:
Simon Lembke
Alter: 43 Jahre
Größtes Hobby: Zeit mit der Familie

Karriere
Ausbildung: Diplom-Wirtschaftsinformatiker
Beruflicher Werdegang: langjährige Erfahrung in den Geschäftsfeldern Rechenzentrum, Community-Systeme und Zollanwendungen
Derzeitige Position: Vorstand beim IT-Softwarehaus Dakosy

Bildquelle: Christoph Niemann

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok