„Was das Homeoffice angeht, haben viele mittelständische Betriebe einen enormen Fortschritt gemacht und bereits viele Erfahrungen mit neuen Tools gesammelt“, berichtet Markus Feldhaus.
„Die Verbindung zwischen Homeoffice und Firmennetzwerk muss sicher sein und darf Hackern keine Einfallstore zum Firmennetzwerk bieten“, erklärt Markus Feldhaus. ((Bildquelle: Telekom))
Der Mittelstand macht Tempo in Sachen „Digitalisierung“, was mitunter die Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ belegt. Ein wichtiger Treiber dieser Entwicklung in den vergangenen beiden Jahren war die Corona-Pandemie. Sie sorgte dafür, dass viele kleine und mittelständische Unternehmen von jetzt auf gleich hybride Arbeitsmodelle und digitale Prozesse einführten.
ITM: Herr Feldhaus, was beschäftigt die mittelständischen Unternehmen aktuell beim Thema „Digitalisierung“?
Markus Feldhaus: Für viele Mittelständler geht es zurzeit vor allem darum, die während der Pandemiephase der vergangenen zwei Jahre oft sehr überstürzt eingeführten Lösungen und Tools besser zu verstehen und auf langfristige Wirksamkeit zu prüfen. Die Corona-Pandemie hat die IT-Planung vieler Unternehmen völlig durcheinandergebracht. Bereits geplante IT-Projekte mussten verschoben werden. Stattdessen haben viele Firmen auf die Schnelle Tools wie Zoom oder Microsoft Teams eingeführt, um den Betrieb aufrechterhalten zu können. Dafür reichten erst einmal die Grundfunktionen der neuen Anwendungen. Jetzt steht für viele Unternehmen der nächste Entwicklungsschritt an: die Anwendungen besser in die vorhandenen Strukturen integrieren und ihr volles Potenzial ausnutzen.
ITM: Kürzlich wurde erneut die Homeoffice-Pflicht ausgerufen, um Kontakte zu reduzieren und die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Wie haben sich die Unternehmen darauf eingestellt?
Feldhaus: Was das Homeoffice angeht, haben viele mittelständische Betriebe einen enormen Fortschritt gemacht und bereits viele Erfahrungen mit neuen Tools gesammelt. Manche Firmen sind trotz des Umstiegs auf digitale Tools aber auch schnell wieder an Grenzen gestoßen, etwa weil ihre Teams-Lösung keine Telefonie vorsah oder weil die Breitbandverbindung für die remote arbeitende Belegschaft nicht ausreichte. Für diese Firmen geht es nun darum, die bestehende Technik besser zu nutzen und den Mitarbeitern im Homeoffice die Arbeit zu erleichtern.
ITM: Worauf muss ein Betrieb bei der Anbindung von Homeoffice-Arbeitsplätzen besonders achten?
Feldhaus: Wichtig ist die passende Einrichtung von Soft- und Hardware, aber auch der Umgang mit VPN-Lösungen. Ein gängiges Problem bei vielen Firmen war, dass die Mitarbeiter im Homeoffice Kundengespräche über ihre private Nummer führen mussten. Die Gesprächspartner konnten an der Nummer also nicht erkennen, welches Unternehmen anruft. Zudem dürfen Unternehmen Themen wie Datenschutz und Cybersecurity keinesfalls vernachlässigen. Die Verbindung zwischen Homeoffice und Firmennetzwerk muss sicher sein und darf Hackern keine Einfallstore zum Firmennetzwerk bieten. Hier gilt: Kein Unternehmen ist zu klein für solche Angriffe, zumal Angriffsprogramme meist automatisiert vorgehen. Dass viele Firmen hier zuletzt oft kurzfristig improvisieren mussten, ist nachvollziehbar. Jetzt aber ist es Zeit für sichere und langfristige Lösungen.
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ITM: Vor der Pandemie stand die Remote-Arbeit nicht im Fokus der Digitalisierung. Da ging es um Daten, um technische Innovationen sowie Produktivitäts- und Effizienzgewinne durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Wie geht es hier weiter?
Feldhaus: Das Thema „Homeoffice“ hat seit Beginn der Pandemie sicherlich dominiert und geplante IT-Projekte nach hinten gedrängt. Nun können Firmen den Fokus wieder auf die Digitalisierung von Geschäftsprozessen legen und ihre Projekte vorantreiben. Sie haben durch den Digitalisierungsschub der letzten zwei Jahre viel Digitalisierungs-Know-how gesammelt und sind über alle Abteilungen hinweg für das Thema sensibilisiert. Aber auch die Chipkrise spielt für viele Betriebe weiterhin eine Rolle. Damit unsere Kunden ihre Digitalisierungsprojekte realisieren können, zeigen wir die entsprechenden Lösungswege auf. Es herrscht also weiterhin eine herausfordernde Situation. Ich bin gespannt auf die Entwicklung, die der deutsche Mittelstand in nächster Zeit nehmen wird.
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