Grünes Datacenter

Das Rechenzentrum der Zukunft muss nachhaltig sein

Das Thema „Nachhaltigkeit“ nimmt auch mit Blick auf die Rechenzentrumswahl an Bedeutung zu. Doch warum sollten Mittelständler sicherstellen, dass ihr Datacenter nachhaltig betrieben wird?

Grünes Datacenter

Mit den richtigen Partnern an ihrer Seite muss das Thema „Nachhaltigkeit“ auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) kein hochkomplexes Unterfangen sein.

Nachhaltiges Handeln ist für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) kein Selbstzweck. Zum einen gibt es gesetzliche Vorgaben wie etwa die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Mit dieser EU-Richtlinie einher geht die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, die zukünftig auch kapitalmarktorientierte kleine und mittelständische Unternehmen betrifft. Auf der anderen Seite versprechen Unternehmen sich von mehr Nachhaltigkeitsengagement nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch einen Imagegewinn, wie aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens Gartner hervorgeht. Drei Viertel der befragten Betriebe haben u.a. aus genannten Gründen bis zum Jahr 2027 die Umsetzung eines Nachhaltigkeitsprogramms für ihre Rechenzentrumsinfrastruktur auf der Agenda.

Was kennzeichnet ein nachhaltiges Rechenzentrum?

Gerade mit Blick auf die Verwirklichung von Nachhaltigkeitskriterien im Datacenter ist es für KMU eine empfehlenswerte Option, auf Managed Services Provider (MSP) oder externe Hoster zu setzen, die ihre Lösungen gemeinsam mit innovativen Colocation-Anbietern offerieren. Schon nachhaltigkeitsunabhängige Faktoren, beispielsweise eine unterbrechungsfreie Stromversorgung, hohe und schnelle Verfügbarkeiten sowie Recovery-Mechanismen, lassen sich so in der Regel kostengünstiger gewährleisten. Wichtig ist dabei, dass sowohl der MSP als auch das Rechenzentrum konkrete Nachhaltigkeitsmaßnahmen durchführen. So sollte der IT-Provider beispielsweise die Hardware energieeffizient dimensionieren und mithilfe von Virtualisierungstechnologien möglichst optimal auslasten. KMU sollten sich die Nachhaltigkeitsbemühungen von beiden Parteien nachvollziehbar aufzeigen und vertraglich zusichern lassen.

Eine Grundvoraussetzung für mehr Nachhaltigkeit im Rechenzentrum (RZ) ist der Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen. Daneben spielt die Energieeffizienz des gesamten Datacenters eine große Rolle. Wie hoch diese ist, wird mittels des Power-Usage-Effectiveness-Werts (PUE) angegeben. Je niedriger die Kennzahl ist, desto effizienter geht ein RZ mit dem verbrauchten Strom um. Im Hinblick auf die Optimierung des PUE-Werts gibt es eine ganze Reihe von Stellschrauben, die Betreiber drehen können. Eine ist beispielsweise die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Kühlung mit optimalem Wirkungsgrad schon im Server-Raum. Der Energieverbrauch lässt sich durch die kontinuierliche Messung und Analyse von Lastspitzen mit entsprechender Abstimmung der Kühlsysteme deutlich reduzieren. Mitarbeiter in modernen Rechenzentren werden dabei künftig von Künstlicher Intelligenz unterstützt, um Energieoptimierungen zu maximieren.

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Neben dem PUE sind aktuell mit der Water Usage Effectiveness (WUE) und der Carbon Usage Effectiveness (CUE) zwei weitere, klar messbare Kennzahlen für die Nachhaltigkeitsbewertung in der Diskussion. Beispielsweise verbrauchen und erhitzen Rechenzentren im Betrieb für die Kühlung fortlaufend Wasser. Daher lohnt ein Blick darauf, ob ein Datacenter seine Abwärme etwa für die Beheizung von Gebäuden in der Umgebung oder als Energie für andere Prozesse in anliegenden Gewerbebetrieben zur Verfügung stellt. So nutzt etwa der Colocation-Anbieter NorthC die Restwärme seines Rechenzentrums im niederländischen Aalsmeer bereits, um eine Kindertagesstätte, eine Gärtnerei und ein Schwimmbad zu beheizen. Auch der CUE-Wert eines Rechenzentrums lässt sich verbessern, indem z.B. erneuerbare Energien genutzt werden oder vor Ort eigener Strom erzeugt wird.

Energieneutralität ist das wegweisende Konzept

KMU, die nachhaltig agieren wollen, sollten sich auf der Suche nach einem passenden IT-Provider letztlich die Frage stellen, inwiefern sich dieser und der RZ-Betreiber als sein Technologiepartner darum bemühen, Energieneutralität als wegweisendes Konzept zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang können Colocation-Rechenzentren im Vergleich zu von KMU in Eigenregie betriebenen Standorten weitere Vorteile bieten, wenn es um die Sicherstellung eines nachhaltigen Betriebs geht. Schon aufgrund der nötigen Manpower ist es für sie einfacher, regulatorische Vorgaben wie das Energieeffizienzgesetz, die Bundesimmissionsschutzverordnung oder ISO-Vorgaben einzuhalten und Reporting-Vorgaben zu erfüllen. Daneben ermöglicht ihnen die größere Abnahmemenge, Energie günstiger einzukaufen. Auch höhere Investitionskosten in innovative, nachhaltige Technologien müssen die Endkunden nicht zwangsläufig teurer zu stehen kommen, wenn die Anbieter staatliche Fördermittel für den Bau oder die Modernisierung ihrer Rechenzentren richtig nutzen. Nicht zu vergessen: Mit einem weiteren Anstieg der Energiekosten ist zu rechnen. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die Zusammenarbeit mit einem Anbieter, der auf den Einsatz energieeffizienter Technologien setzt, auf lange Sicht auch finanziell rentabel ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verbesserung der eigenen IT-Ökobilanz für KMU in Kooperation mit den richtigen Partnern kein kompliziertes Unterfangen sein muss. Hinzu kommen die zahlreichen Vorteile, die das eigene Engagement für mehr Nachhaltigkeit im Wettbewerb um Kunden und Fachkräfte ermöglicht.

Bildquelle: Getty Images / iStock / Getty Images Plus

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