„Durch den Generationswechsel in den Familienunternehmen kommen immer besser ausgebildete ,Digital Natives' in Führungspositionen“, sagt Jörg Nissen.
Unter Mittelstand verstehe ich ...
… kleine und mittlere Unternehmen mit 25 bis 500 Mitarbeitern, die typischerweise inhabergeführte Familienunternehmen sind.
Der Mittelstand hebt sich von Großkonzernen dadurch ab, dass ...
… die Entscheidungswege meist kürzer sind als in komplexen Konzernen: Wer eine Investitionsentscheidung etwa für ein neues Enterprise-Resource-Planning-System (ERP) trifft, verantwortet sie zumeist auch selbst. Durch den Generationswechsel in den Familienunternehmen kommen immer besser ausgebildete „Digital Natives“ in Führungspositionen, die für neue Technologien aufgeschlossen und begeisterungsfähig sind. In Branchen wie etwa dem Produktionsverbindungshandel stellt sich diese Frage auch ganz konkret: Welche Dienstleistungen kann man für seine Kunden erbringen, die beispielsweise Amazon Business nicht anbieten kann? IT-gestützte, optimierte Prozesse sind jeweils auch ein Teil der Antwort.
Um als IT-Spezialist im Mittelstand Erfolg zu haben, bedarf es ...
… eines guten Teams von Fachleuten, welche die Branche und Prozesse des Kunden kennen, seine Sprache sprechen und auf Augenhöhe agieren. Letzteres fällt einem mittelständischen Softwarehaus womöglich leichter als manchem Global Player. Außerdem erwarten Unternehmen heute, dass Anbieter moderne Branchenlösungen mitbringen, die einen hohen Prozentsatz an branchentypischen Anforderungen abdecken. Schließlich sind auch Innovationsgeist und die Adoption von Zukunftstechnologien von Vorteil.
Was die IT anbelangt, ist der Mittelstand ...
… anspruchsvoll und kostenbewusst. Die Investitionszyklen in ERP-Software waren in der Vergangenheit relativ lang. Das verändert sich mit der Geschwindigkeit des Wandels. Unsere Hauptzielbranche, der B2B-Handel, wird durch das Wachstum großer Online-Player herausgefordert. Wir bieten deshalb neben dem Kern des ERP-Systems auch den Webshop Enventa Egate und unser Lagerverwaltungssystem aus einem Guss an. Customer-Relationship-Management-Tools (CRM) wie unser Beratungsassistent schlagen Brücken zwischen Webshop und Telefonverkauf. Der Vertrieb wird durch das Modul Enventa Analytics ebenfalls unterstützt, welches auch maschinelles Lernen verwendet.
Die durchschnittliche IT-Grundausstattung im Mittelstand besteht aus ...
… einem ERP-System. Je nach Ausprägung und Zielgruppe des Unternehmens sind zunehmend auch Lagerverwaltungssysteme und Webshops zu finden. Die Zahl der Schnittstellen, beispielsweise zu Marktplätzen, Versandlösungen, Lieferanten, Einkaufsverbänden oder Zentrallagern, nimmt kontinuierlich zu.
Charakteristisch für IT-Investitionsentscheidungen im Mittelstand ist, dass ...
… die Fachabteilungen im Unternehmen miteinbezogen werden und der Auswahlprozess strukturiert vorgenommen wird. Bei größeren Investitionen wie einem ERP-System ist das auch notwendig. Die Budgets und die Projektressourcen erlauben in der Regel kein Scheitern. Wir beobachten allerdings aktuell auch, dass sich durch die Pandemie Entscheidungen für Investitionen zum Teil verzögern.
Die typischen IT-Probleme des Mittelstands sind ...
… häufig historisch gewachsene IT-Landschaften und Insellösungen, wodurch Prozesse nicht durchgängig digitalisiert sind. Das hat auch zur Folge, dass die steigenden Anforderungen der Kommunikation via Schnittstellen mit Drittsystemen nicht mehr oder nur unter „Schmerzen“ erfüllt werden können. Gerade im E-Commerce gelten Daten als das „digitale Gold“, dessen Pflege in vielen Unternehmen vernachlässigt worden ist. Eine Herausforderung ist auch der zunehmende Fachkräftemangel.
Als Lösung für diese Probleme favorisiere ich, dass ...
… Business-Software tatsächlich Chefsache wird. Es geht dabei im Kern um die strategische Ausrichtung eines Unternehmens und die dafür benötigten Prozesse. Was hier passiert, sei es der Ausbau des E-Commerce, die Beteiligung an Marktplätzen oder der Ausbau des Kundenservice, zieht IT-Investitionen nach sich. Hier kommen dann moderne, integrierte Unternehmens-Software-Lösungen zum Zug. Was den Mangel an IT-Fachkräften betrifft, so kann der Software-Betrieb im Rechenzentrum oder der Cloud ein Lösungsansatz sein. Künstliche Intelligenz kann beispielsweise den Vertrieb unterstützen.
Dies ist ein Artikel aus unserer Print-Ausgabe 1-2/2022. Bestellen Sie ein kostenfreies Probe-Abo.
Handlungsbedarf auf IT-Seite im Mittelstand sehe ich ...
… bei der Pflege und Anreicherung der Stammdaten. Artikelstammdaten und -merkmale sind die Basis für erfolgreiche E-Commerce-Lösungen. Zudem erhöht ein großer Artikelstamm die Verkaufschancen. Hierbei spielt auch der Artikeldatenimport von Herstellern und Verbundgruppen eine große Rolle. Wir als Hersteller haben deshalb den Enventa-Webshop entwickelt und die Werkzeuge und Schnittstellen für den Artikeldatenimport ausgebaut. Auf dem Gebiet „CRM“ spielen Daten ebenfalls eine Schlüsselrolle. Daten sind ein Schatz, den Unternehmen pflegen und nutzen sollten.
Jörg Nissen
Alter: 58 Jahre
Familienstand: verheiratet
Größte Hobbys: Reisen und Natur
Karriere
Ausbildung: Diplom-Wirtschaftsinformatiker
Beruflicher Werdegang: Jörg Nissen gründete 1989 mit Günter Velten den Vorläufer der Nissen & Velten Software GmbH. In den 1990er-Jahren gelang der Durchbruch mit dem ERP-System SQL-Business. 2007 kam mit Enventa ERP die aktuelle Software-Generation auf den Markt.
Derzeitige Position: geschäftsführender Gesellschafter der Nissen & Velten Software GmbH
Bildquelle: Nissen & Velten Software GmbH