IT-Dienstleister hilft bei Datenverlust

Datenrettung aus virtuellen Cloud-Systemen

Der Verzicht auf physikalische „Vor-Ort“-Datenspeicher stellt für Firmen ein Plus dar, da das Risiko eines Datenverlusts durch äußere Einflüsse, beispielsweise einen Brand, reduziert wird. Doch auch diese Systeme sind nicht vor Datenverlusten gefeit.

Wichtige zu klären: Arbeitet der Dienstleister mit einem Datenrettungsspezialisten zusammen?

Im Sommer 2011 kam es bei einer großen, international agierenden Bank zu einem Verlust der kompletten Kunden- und Transaktionsdatenbank aufgrund von Problemen mit der virtuellen Umgebung. So verweigerte der VMware ESX-Server mit drei Logical Unit Numbers (LUNs) jeglichen Dienst und ließ sich nicht mehr starten. Auch das Notfall-Cluster-System funktionierte nicht, da vor den Wartungsarbeiten der Replikations-Link nicht getrennt wurde. Dies bedeutete, dass der Cluster dieselben Fehler wie der eigentliche virtuelle Server hatte.

Bank ohne Datenbank

Daher wandte sich die Bank an einen Dienstleister und ein Expertenteam machte sich auf die Jagd nach den verlorenen Dateien – aus Sicherheitsgründen vor Ort, auch wenn generell eine Remote-Datenrettung möglich gewesen wäre. Die Wiederherstellung gestaltete sich dabei schwieriger als zunächst angenommen. So war das VMFS-Dateisystem des Servers schwer beschädigt und musste in mehreren Einzelschritten rekonstruiert werden. Nachdem dies geschafft war, konnten die betroffenen SQL-Datenbanken kopiert und somit eine funktionsfähige neue Kunden- und Transaktionsdatenbank erstellt werden.
   
Wie dieses Beispiel zeigt, kann ein Datenverlust also nicht nur die klassischen Speichermedien treffen. So bestätigt eine Umfrage des selben Anbieters, dass bereits knapp die Hälfte der befragten Unternehmen schon einmal einen Datenverlust aus virtuellen und Cloud-Systemen erleiden musste. Für Firmen ist problematisch, dass in so einem Fall die Datenrettung oftmals zusätzlich dadurch erschwert wird, dass die Richtlinien für die Datenwiederherstellung nur physikalische Datenspeicher abdecken, die virtuellen Systeme jedoch nicht berücksichtigt wurden.

Außerdem haben weitere branchenweite Studien gezeigt, dass unternehmenseigene IT-Abteilungen oftmals nicht in der Lage sind, ohne externe Hilfe bei einem derartigen Datenverlust entsprechend zu reagieren. Denn häufig müssen sie mit stark beschränkten Mitteln auskommen, so dass meist  Ressourcen und Fachwissen für eine Datenrettung aus virtuellen Systemen fehlen.

Dies ist besonders kritisch, wenn man bedenkt, dass die häufigste Ursache für einen „virtuellen“ Datenverlust in Anwenderfehlern liegt. In deutlich mehr als der Hälfte der Fälle sind falsche Bedienung, versehentliche Löschung von Laufwerken oder Snapshots sowie Formatierungsfehler und Neuinstallationen die Ursache für Datenverlust. Hauptgrund dafür ist die Komplexität virtueller Infrastrukturen, die die „klassischen“ IT-Umgebungen übertrifft.

Dies erfordert von den Mitarbeitern neue Arbeitsweisen. So müssen sie nicht nur den Umgang mit Storage-Area-Network-Systemen (SAN) lernen, sie müssen auch die unterschiedlichen Server beherrschen und neue Möglichkeiten der Datensicherung verstehen. Dabei zeigt der Alltag jedoch, dass viele Unternehmen Virtualisierungslösungen einführen, ohne ihre Mitarbeiter entsprechend darauf vorzubereiten.

Die Qual der Wahl

Um dennoch von den Vorzügen virtueller Cloud-Systeme zu profitieren, benötigen Unternehmen sowohl ausgereifte Richtlinien für die Datenverwaltung und -rettung als auch einen zuverlässigen Dienstleister, der die Technologie bereitstellt. Dieser sollte eine Vielzahl verschiedener technischer, sicherheitsrelevanter und rechtlicher Fragen beantworten können, um alle Eventualitäten abzudecken. Sind diese Punkte geklärt, sind virtuelle Systeme eine  Bereicherung für Unternehmen mit einem plus an Produktivität und Effektivität.



Die wichtigsten Fragen vor dem Einsatz virtueller Systeme:

  • Kann der Dienstleister auf alle technischen Eventualitäten wie z.B. Stromausfälle oder Überspannungen reagieren?
  • Wird ein redundantes RAID-System eingesetzt und ist der Dienstleister entsprechend zertifiziert?
  • Gibt es ausreichende Backup-Systeme und -Protokolle? Sind diese mit den eigenen Richtlinien konform?
  • Arbeitet der Dienstleister mit einem Datenrettungsspezialisten zusammen?
  • Wer haftet bei einem Datenverlust?
  • Was passiert bei Vertragsbeendigung?
  • Welche Datenschutzmaßnahmen werden durch den Dienstleister getroffen?
  • Werden Daten – falls nötig – zuverlässig gelöscht?
  • Wie ist der Datenzugriff im Falle rechtlicher Streitigkeiten geregelt?
  • Wo genau werden die Daten gespeichert?
  • Wo befindet sich das Rechenzentrum des Dienstleisters?

Quelle: Kroll Ontrack

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